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Die Museumsstücke surren wieder

Schwabendorfer Landfrauen Die Museumsstücke surren wieder

Die Landfrauen Schwabendorf erwecken eine alte Tradition zu neuem Leben: Sie wollen die Fähigkeit des Wollspinnens für die jüngere Generation erhalten.

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Wer es einmal kann, verlernt es nie. Elisabeth Boucsein (rechts) und Elisabeth Klein (Mitte) zeigen den richtigen Umgang mit dem Spinnrad, während Erika Block (links) noch mit der Tücke des Objekts kämpft.

Quelle: Karin Waldhüter

Schwabendorf. Mit einem leisen Surren dreht sich die Spindel so schnell, wie der Takt des Fußes das Schwungrad in Bewegung setzt. Das gleichmäßige Geräusch kündet von der Harmonie die zwischen Spinnrad und Spinnerin Elisabeth Boucsein herrscht. Ruhig und mit flinken Fingern zupft die Achtzigjährige aus einem losen Ballen Schafswolle einige Fäden hervor, die durch ein Nadelöhr geleitet werden und dann auf der Spule ein Knäuel bilden.

Spinnen hat sie schon als Kind gelernt. Damals sei sie so zehn, zwölf Jahre alt gewesen, erzählt sie. Doch der Weg zur Könnerschaft scheint schwierig zu sein. „Vor einer Stunde hätte ich fast aufgegeben“, bekennt Doris Helfenbein. Die Novizin am Spinnrad kämpft mit dem Drilleffekt der Wolle.

Als besondere Herausforderungen erweisen sich für die sechs Frauen, die zum Spinnenlernen in das alte Schulhaus gekommen sind, das gleichmäßige Treten des Spinnrades, und der Umgang mit dem fragilen Faden, der immer wieder reißt. Dann muss der Faden von der Spule wieder neu durch das Nadelöhr gefädelt werden.

Die Neugierde auf das Spinnen hat Elke Nau ins Schulhaus geführt. „Man holt die Zeit nicht zurück, aber das Wissen, wie das Spinnen funktioniert, das können wir uns aneignen und an Jüngere weitergeben“, sagt sie. Fast alle Frauen haben ihr Spinnrad von zu Hause mitgebracht die dort lange Zeit nur zur Dekoration genutzt wurden.

von Karin Waldhüter

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