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„Die Mischung macht es für mich aus“

Svenja Neumann neue Pfarrerin „Die Mischung macht es für mich aus“

Am Sonntag verkündete Sabine Glöde vom Kirchenvorstand die frohe Kunde: Die zweite Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf ist ab 1. Oktober endgültig wieder besetzt.

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Pfarrerin Svenja Neumann lehnt an der Holzskulptur „Lichtung“ in der Stadtkirche. Foto: Rinde

Stadtallendorf. Nach mehr als zwei Jahren „Vakanz“ ist das Seelsorger-Team der evangelischen Kirchengemeinde Stadtallendorf wieder komplett. Vakanz steht in der kirchlichen Amtssprache sinngemäß für nicht besetzt. Die zweite Pfarrstelle der rund 4500 Mitglieder starken Gemeinde übernimmt jemand, der sie bereits gut kennt, Pfarrerin Svenja Neumann. Im Dezember übernahm sie die Vertretung. Es war für sie aber auch aus Sicht von Gemeindemitgliedern und Gemeindevorstand eine sehr gute Zeit, in der man sich gegenseitig kennen- und schätzen gelernt hat. „Wir haben alle gemerkt, dass wir gut zueinander passen“, sagt Neumann zufrieden. Und so fanden alle Beteiligten endgültig zueinander. Die Pfarrerin bewarb sich auf die Stelle und erhielt prompt die Zusage. Svenja Neumann übernimmt damit den Pfarrbezirk II. Bis Juni 2014 hatte ihre Vorgängerin Stefanie Busch diesen Bezirk betreut. Busch wechselte seinerzeit nach Kehl.

Svenja Neumann hatte schon lange vor ihrer Vertretungszeit eine besondere Nähe zur Stadtallendorfer Gemeinde. So war sie bei der „Wasserkirche“ und den Begleitveranstaltungen beim Hessentag 2010 schon aktiv. Sie bot danach Glaubenskurse und Gottesdienst-Reihen an. Glaubenskurse, in denen Christen ins Gespräch kommen, sich begleiten und informieren, will Neumann auch in ihrer neuen Gemeinde beizeiten wieder anbieten. Diese Kurse sind für junge Erwachsene gedacht, die sich mit ihrem Glauben auseinandersetzen möchten oder einfach Fragen haben.

Natürlich dominiert auch im Pfarrbezirk II die seelsorgerische Arbeit. Außerdem kümmert sich Neumann um Flüchtlinge. Sie hält eigene Gottesdienste für sie und ist vor allem Ansprechpartnerin für die Gemeinde vor Ort. „Das ist auch klassische Seelsorge“, betont sie im Gespräch mit der OP.

Außerdem kümmert sie sich künftig verstärkt um den Kindergarten Liebigstraße und den Hort, widmet sich wie ­ihre Vorgängerin der Frauenarbeit. Manche Aufgaben in der Gemeinde muss das Pfarrerteam aus Stadtallendorf allerdings noch endgültig strukturieren. „Ein klein wenig sind wir noch in der Findephase“, sagt Neumann. Zum Team gehören Pfarrer Thomas Peters, der den Pfarrbezirk I betreut und außerdem Pfarrer Michael Fenner mit dem noch jungen Bezirk III. Fenner ist zugleich Pfarrer im Kirchspiel Erksdorf/Speckswinkel. Im Kirchenkreis Kirchhain ist Svenja Neumann beileibe keine Unbekannte. Mit ihrem Mann Dr. Gerhard Neumann betreute sie von 2003 bis 2011 das Kirchspiel Langenstein/Niederwald. Zwischenzeitlich übernahm Svenja Neumann eine halbe Stelle bei der Bibelgesellschaft in Homberg/Efze. Diese Arbeit gibt sie naturgemäß jetzt auf. „Das ist mir nicht ganz leicht gefallen, weil ich das sehr gerne gemacht habe. Aber ich musste mich natürlich entscheiden“, bekennt sie. Ihr ist bewusst, dass ihre Arbeit in einer der größten Gemeinden des Kirchenkreises anders sein wird als dereinst in Langenstein und Niederwald. „Dort war es eine richtige Dorfgemeinschaft, die überschaubar war“, beschreibt sie einen Unterschied. An diese Zeit in den Kirchhainer Stadtteilen denkt sie gerne zurück.

Um so mehr freut sie sich jetzt auf die neuen Aufgaben in Stadtallendorf. Die Pfarrerin fühlt sich dorthin hingezogen, mag die Kirchengemeinde und die Stadt schon lange. „Die Mischung macht es für mich aus“, sagt die 47-Jährige.

Sobald es möglich ist, möchte die Pfarrerin auch mit ihrer Familie nach Stadtallendorf ziehen. Zunächst muss das passende Haus gefunden werden. Dass sie keine eigene Kirche hat, ist für sie kein Problem. Die Gemeinde hatte die Herrenwaldkirche im Pfarrbezirk II seinerzeit aus finanziellen Gründen aufgegeben. „Die Stadtkirche ist immer auch ein Stück weit meine Kirche“, sagt die 47-Jährige.

Die Vorsitzende des Gemeindevorstandes Sabine Glöde verkündete am Sonntag nach dem Gottesdienst die Nachricht. Das passte, stand dieser Gottesdienst doch unter dem Motto „Willkommen heißen“. Am 9. Oktober ist der offizielle Einführungsgottesdienst für Svenja Neumann geplant.

von Michael Rinde

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