Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
„Die Menschheit ist ärmer geworden“

Volkstrauertag „Die Menschheit ist ärmer geworden“

Bürger aus Stadtallendorf und Soldaten vom heimischen Bundeswehrstandort gedachten der Opfer von Krieg, Gewalt, Terror und Vertreibung. Die Division Schnelle Kräfte weihte am Volkstrauertag außerdem einen Gedenkstein ein.

Voriger Artikel
Närrische "Derr" ist wieder weit offen
Nächster Artikel
Auch Jüngere gedenken

Gemeinsam gedachten Vertreter von Stadt, Landkreis und Bundeswehr der Toten am Ehrenmal in Stadtallendorf.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Schülerinnen der Georg-Büchner-Schule sprachen am Sonntagvormittag kurz, aber eindrucksvoll. Sie hatten Zitate von Erich Kästner wie Perikles und Willy Brandts Satz „Frieden ist nicht alles, ohne Frieden ist alles nichts“ ausgewählt. Vor ihnen hatten Bürgermeister Christian Somogyi, Landrätin Kirsten Fründt als Vorsitzende des Kreisverbandes Deutsches Kriegsgräberfürsorge und Generalmajor Andreas Marlow als Kommandeur der Division Schnelle Kräfte ihre Gedanken formuliert.

Marlow etwa schlug Bögen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, erinnerte daran, dass Millionen Menschen in den Weltkriegen starben. „Diese Menschen hatten Träume, die Menschheit ist ohne sie ärmer geworden“, sagte Marlow. Er machte aber auch klar, dass es jetzt gelte, die Welt gegen Gewalttätige zu schützen und Menschenrechte zu verteidigen. „Wohin Nichtstun führt, wird uns in Syrien vor Augen geführt“, sagte er.

Auch Friedensarbeit wird gewürdigt

Fründt machte klar, dass die zunehmenden Kriege in der Ferne ebenso wie Anschläge die Sicherheit (des Friedens) genommen hätten. Sie griff einen besonderen, mitunter vergessenen Teil der Arbeit des Volksbundes auf. Allein in diesem Jahr hätte der Volksbund rund 20.000 Menschen verschiedener Nationen im Alter zwischen 12 und 26 Jahren zusammengebracht, um sich kennenzulernen. Gemeint ist Friedensarbeit. Bürgermeister Somogyi griff den Jahrestag der Anschläge von Paris auf, erinnerte daran, „dass unsere Welt kleiner geworden ist“. Etwa 70 Teilnehmer waren zur Gedenkstunde gekommen, die vom Männergesangverein Stadtallendorf musikalisch angemessen begleitet wurde. Der evangelische Militärpfarrer Ralf Eckert hielt eine kurze Ansprache. Eckert hatte vor der Gedenkstunde auch den Gottesdienst in der Stadtkirche gehalten.

Gedenkstein der Division enthüllt

Es folgte am Sonntag noch eine weitere besondere Gedenkveranstaltung in der Herrenwaldkaserne. Wer in die Kaserne hineinfährt und nach rechts schaut, schaut jetzt auf einen Gedenkstein, umrahmt von Fahnenmasten. Der Gedenkstein mit dem Wappen der Division Schnelle Kräfte trägt die Inschrift „Unseren Toten zum Gedenken“. Er erinnert an die im Einsatz gefallenen, bei der Ausbildung verunglückten oder während des Dienstes ums Leben gekommenen Soldaten der Division und der Verbände, die in ihr im Laufe der Jahre aufgegangen sind. Divisionskommandeur Marlow verlas die Namen und das Alter der Toten, viele von ihnen wurden keine 30 Jahre alt. Unter ihnen sind auch Soldaten der 11. Luchtmobielen Brigade der niederländischen Streitkräfte. Sie ist der DSK unterstellt, zwei niederländische Soldaten fielen zuletzt bei ihrem Einsatz in Mali. Die beiden Militärpfarrer des Bundeswehrstandortes Stadtallendorf übernahmen die gemeinsame Andacht. Landrätin Fründt betonte die Verbundenheit des Landkreises mit den Soldaten am Standort, erinnerte an deren Einsatz bei der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr. Auch an dieser Gedenkstunde war der Männergesangverein Stadtallendorf beteiligt, ebenso wie der Posaunenchor.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr