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Die Landwirtschaft liegt Jochen Metz im Blut

OP-Serie: 50 mit 50 Die Landwirtschaft liegt Jochen Metz im Blut

50 Jahre wird Jochen Metz im September alt. 35 Jahre hat der Schweinsberger aktiv in der Landwirtschaft verbracht - einen Wandel hat dabei nicht nur er vollzogen, sondern auch der Ackerbau und die Viehzucht.

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Handarbeit: Das Futter für die Kälber schüttet der Schweinsberger Landwirt Jochen Metz per Hand in die Eimer vor den Boxen. Dabei wollen die Jungtieren auch naschen.

Quelle: Katharina Kaufmann

Schweinsberg. Die Liebe zur Landwirtschaft liegt im Blut der Familie Metz. Die Eltern von Jochen Metz gründeten den Hof in Schweinsberg vor Jahrzehnten zur Selbstversorgung. Der 50-Jährige führt ihn heute im Vollerwerb. „Es stand für mich irgendwie immer fest, dass ich in die Landwirtschaft einsteige“, berichtet der Schweinsberger beim Gang über den Bauernhof. Dass er dabei den Schritt aus dem Nebenerwerb in den Vollerwerb wagen würde, hätten seine Eltern wohl nicht gedacht, als er nach dem Fachabitur eine landwirtschaftliche Ausbildung und vier Semester an der Technikerschule absolvierte - bis er Agrartechniker war.

Fläche hat sich über Jahrzehnte verzehnfacht

240 Hektar bewirtschaftet Metz rund um Schweinsberg. „Das ist das zehnfache von dem, was meine Eltern beackert haben“, erklärt er nicht ohne Stolz. Die Zahl der Kühe hat sich in den vergangenen 35 Jahren verfünffacht: Rund 100 Milchkühe stehen im Stall, dazu kommt noch die Nachzucht, sodass sich die Familie Metz insgesamt um rund 240 Tiere kümmert - jeden Tag, rund ums Jahr.

„Das ist schon nicht wenig. Und es müssen alle mitanpacken“, betont Metz und ergänzt: „Es hat sich aber technisch auch einiges getan in den vergangenen Jahrzehnten.“

Seit der Familienbetrieb beispielsweise einen Melkroboter einsetzt, muss Jochen Metz‘ Mutter nicht mehr zum Melken in den Stall. Die Maschine erledigt das. Zwischen 25 und 27 Liter Milch geben die Kühe täglich. Diese wird an die Coburger Molkerei geliefert, die daraus Bio-Käse herstellt.

Und der größte Traktor auf dem Hof hat nicht wie früher 50 PS sondern 250. „Die Technik hat die Arbeit enorm erleichtert“, sagt Metz. Die Schlepper seien heute vollklimatisiert und rund herum geschlossen. „Da kommt kein Staubkörnchen in die Nase“, scherzt er. Ein wenig Bedauern klingt trotzdem in der Stimme mit. Warum? „Man spürt auch den Wind nicht mehr im Gesicht, riecht nicht mehr den Duft des frisch gemähten Grases“, erläutert der Schweinsberger.

Einen weiteren Unterschied zwischen der Landwirtschaft wie seine Eltern sie betrieben und wie er sie heute betreibt, hat Jochen Metz in der Dokumentation gefunden. „Jedes Tier des Hofes muss einzeln an- und abgemeldet werden, selbst wenn ich es von unserem Hauptstandort in Schweinsberg zum Zweitstandort in Deckendach bringe“, erklärt er. Dort, im Homberger Ortsteil hat nämlich die Kuh-Nachzucht ihr Quartier.

Vor fünf Jahren stellte der Landwirt den Hof zudem auf „Bio“ um. „Das ist nochmal etwas mehr Aufwand, bringt aber auch einige Freiheiten mit sich“, so Metz. Man könne beispielsweise kreativer sein, was den Anbau auf dem Feld oder die Vermarktungswege angehe.

Brüder und Söhne arbeiten ebenfalls in Landwirtschaft

So wie er sind auch seine drei Geschwister auf dem Hof der Familie groß geworden. Die beiden Brüder haben ebenfalls den Schritt in die Landwirtschaft getan: Sie sind als Lohnunternehmer im Auftrag anderer Landwirte in der Region tätig. Auch die drei Söhne von Jochen Metz haben das Landwirtschafts-Gen im Blut. Der älteste hat mit seinen 22 Jahren gerade die Ausbildung beendet, der mittlere studiert Landwirtschaft und der jüngste absolviert eine Lehre zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik. „Es macht allen offensichtlich Spaß in der Branche zu arbeiten - mir ja auch“, sagt Jochen Metz.

Seine Frau hat er ebenfalls für die Landwirtschaft begeistert. Und andersherum seine Frau ihn für das Westernreiten. Deshalb stehen mittlerweile auch vier sogenannte „Quarter-Horses“, also Cowboypferde, im Stall der Familie Metz. Wenn es die Zeit zulässt, werden diese bei Turnieren geritten. „Das ist mein Ausgleich für die tägliche Arbeit“, erklärt der 50-Jährige: Die Landwirtschaft liegt ihm eben im Blut.

Hintergrund:

Neben der Arbeit in der Landwirtschaft ist Jochen Metz auch seit rund 20 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv. Er gehört unter anderem der CDU-Fraktion im Stadtparlament in Stadtallendorf an. „Ich sehe das auch als eine Art Bürgerpflicht: Wenn jeder nur meckert, aber nichts tut, dann ändert sich auch nichts“, erklärt er sein Engagement.

Ein weiteres Hobby des Fast-50-Jährigen ist der Motorsport. In jungen Jahren fuhr Metz Rallye. Heute sind es eher die historischen Fahrzeuge, die es ihm angetan haben. In seiner Garage steht beispielsweise ein B-Ascona Baujahr 1981.

Darüber hinaus reitet Metz gerne. Gemeinsam mit seiner Frau besitzt er vier Pferde, sogenannte Quarter-Horses zum Westernreiten.

von Katharina Kaufmann

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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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