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Die Kapitänin der Grundschule geht von Bord

Abschied Die Kapitänin der Grundschule geht von Bord

Nach 40 Dienstjahren, ­davon 13 Jahre als Schulleiterin der Grundschule Kirchhain, beginnt für ­Elke Biebricher-Maus in der kommenden Woche der Ruhestand - und ein neuer Lebensabschnitt in Heidelberg.

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Im Kreise ihrer Schülerinnen und Schüler bekam die scheidende Leiterin der Grundschule Kirchhain, Elke Biebricher-Maus, eine „Rentnertüte“ überreicht. Foto: Karin Waldhüter

Kichhain. Es war ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswerter Abschied, der am Montagnachmittag Schulleiterin Elke Biebricher-Maus zuteil wurde. Ungewöhnlich für sie war wohl schon der Beginn, denn normalerweise ist sie ja diejenige, die die Schulgemeinde begrüßt. Am Montag durfte sie sich an der Seite ihres Ehemannes Hans-Karl zurücklehnen, überraschen lassen und genießen.

Neben rund 120 Gästen, darunter die Familie um ihre 85-jährige Mutter Helma, war auch das langjährige ehemalige Schulleiterteam Siegfried Baldreich und Renate Albers in die geschmückte Turnhalle gekommen, um Elke Biebricher-Maus gebührend zu verabschieden.

Singend eröffneten die „SingKids“ mit dem rührenden Beitrag: „Ich mag dich wirklich sehr gerne“, unter der Leitung von Sandra Hering, die dreistündige Fest-Veranstaltung. Mit dem Beitrag der Flöten-AG, unter der Leitung von Ruth Wagner-Weber, dem Wunschlied der Klasse 3d „Alles Gute“ und dem „Stand up Theater“, präsentiert vom Gesamtelternbeirat und dem Förderverein ging es weiter. Zur Freude von Biebricher-Maus gab es eine „Rentnertüte“, gefüllt unter anderem mit einem Sudoku-Heft und einen Stadtplan von Heidelberg. Damit sie „Mathe nicht verlerne und immer nach Hause findet“, hieß es. „Fehlen wirst du uns gar sehr, wir geben dich nicht gerne her“, reimte die Klasse 2a unter der Leitung von Tanja Balzer. Wie man „richtig“ rechnet, trugen humorvoll die Schulleiter-Kolleginnen Sabine Bartels, Bianca Höck, Elisabeth Schäfer, Katja Wessel, Christine Ehrlich, Karin Steinhoff, Beate Wagner-Nowicki und Margarita Zimmermann vor. Der Beitrag „Die Sendung mit der (B.-) Maus hatte das Lehrer Kollegium vorbereitet und wie das Original begann der Beitrag mehrsprachig in Deutsch, Türkisch und Französisch, vorgetragen von den Schülerinnen Katarina, Anouk, Enes und Jana. Zu einem „zukunftsorientierten Jahresgespräch“ holte Jana Schnabel die verblüffte Schulleiterin auf die Bühne.

Lob und Dank für eineengagierte Schulleiterin

Begleitet wurde die Veranstaltung von zahlreichen Reden. Den Anfang machte Schulamtsdirektor Burkhardt Schuldt mit einem Rückblick. Ihr Abitur machte Biebricher-Maus am Max-von-Laue-Gymnasium in Koblenz. Von 1970 bis 1974 studierte sie an der Pädagogischen Hochschule in Bonn und Saarbrücken. 1974 trat sie ihr Referendariat an der Grundschule I in Stadtallendorf an und legte ein Jahr später die zweite Staatsprüfung dort ab. Stationen an der Grundschule II Stadtallendorf und in Sterzhausen folgten, ehe die Pädagogin 1992 Leiterin der Gerhart-Hauptmann-Schule in Marburg wurde.

2003 bewarb sie sich als Rektorin an der Grundschule Kirchhain. Im Jahre 2008 übernahm sie zusätzlich für einige Monate die Schulleitungsaufgaben in der Grundschule Anzefahr. Am 1. August 2015 feierte sie ihr Jubiläum: 40 Jahre im Schuldienst. „Sie haben immer im Blick, was für die Kinder gut ist, ohne die Gesamtentwicklung aus den Augen zu verlieren“ würdigte Schuldt.

Leben in "Hauptstädten"

„Sie haben ja eigentlich immer in einer Hauptstadt gelebt“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Marian Zachow fest. Zunächst in Bonn, in Saarbrücken als Landeshauptstadt, Stadtallendorf als heimliche Hauptstadt des Ostkreises, Sterzhausen als Hauptstadt des Lahntals, Marburg als Hauptstadt des Landkreises und Kirchhain als Hauptstadt der Herzen, erklärte Zachow. „Miteinander, voneinander zu lernen ist ihnen gelungen, sie haben einen erheblichen Beitrag zur Schulentwicklung in der gesamten Region geleistet“, sagte Zachow. Grußworte von Matthias Bosse, Schulleiter der AWS, und Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner schlossen sich an.

Ab der nächsten Woche ist Mario Michel der neue Schulleiter. Er dankte für fünf Jahre, in denen er gemeinsam mit der Schulleiterin das Schulleiterteam bildete. Die Personalratsvorsitzende Marianne Rüger wählte ein maritimes Bild, um die scheidende Schulleiterin zu beschreiben. „Wir merkten sehr schnell, dass Sie Ihr Handwerk verstehen, das Kapitänspatent hatten Sie längst erfolgreich erworben“, erinnerte Rüger. Mit Charisma und besonderer Professionalität, wie die Schulinspektion geurteilt habe, aber auch mit herausragendem Engagement, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin und Zielstrebigkeit habe sie ihre Aufgaben wahrgenommen. „Der Kapitän hat viele Klippen umfahren und kann jetzt stolz und zufrieden den Hafen anlaufen, um mit erhobenem Haupt von Bord zu gehen.“

Beeindruckt von der Verabschiedung blickte Biebricher-Maus in die Runde. „So viel Lob in dieser geballten Form gibt mir ein gutes Gefühl am Ende meiner Dienstzeit“, sagte sie, freute sich über die vielen Geschenke und sprach allen ihren Dank aus.

von Karin Waldhüter

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