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Die Ideen der Bürger sind gefragt

Soziale Stadt Die Ideen der Bürger sind gefragt

Wer für Neustadt Verbesserungen erreichen möchte, kann und sollte sich über das Programm "Soziale Stadt" mit seinen Ideen einbringen - und das fernab der Kommunalpolitik.

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Svetlana Nerenberg (von links) soll das „Gesicht der sozialen Stadt“ werden. Heike Brandt, Thomas Groll und Simona Lison (bsj) präsentieren im Hintergrund die geplanten Fördergebiete.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Das Haus der Begegnung wird unser Leuchtturmprojekt“, sagt Bürgermeister Thomas Groll mit Blick auf das Förderprogramm „Soziale Stadt“. Das Gemeinschaftszentrum der Kernstadt sei schließlich der Treffpunkt für die Neustädter schlechthin.

Viele Jahre fragte sich die Stadt, wie sie die kostspielige Sanierung und den Erhalt des Gebäudes finanzieren soll - das Problem wird nun über verschiedene Förderprogramme gelöst, unter anderem die „Soziale Stadt“, die auf die „Verbesserung der Sozialkultur und des Wohnumfeldes“ ausgerichtet ist.

Die Renovierung des Hauses der Begegnung ist das einzige Projekt, dessen Umsetzung bereits endgültig feststeht. Ansonsten hat die Stadt bisher lediglich die Fördergebiete festgelegt: Neben der Altstadt mit den angrenzenden Freizeitanlagen sind es die Gebiete rund um die Leipziger beziehungsweise die Emil-Rössler-Straße - in denen jeweils die Spielplätze überarbeitet werden sollen. „Wie genau, ist natürlich noch völlig offen.

Wir möchten, dass sich die Anwohner dieser Wohnquartiere mit ihren Ideen für die Umgestaltung einbringen“, betont Groll und verweist darauf, dass das beauftragte Planungsbüro „akp“ aus Kassel ein „integriertes Handlungskonzept“ entwirft. Will heißen: Es entwickelt (mithilfe der Bürger) auf Basis einer Bestandsanalyse bis Mai 2017 ein Papier, in dem Ziele und konkrete Projekte mit Kosten-, Finanzierungs- und Zeitplan festgehalten sind.

Um eine fundierte Grundlage zu bekommen, hat „akp“ im Verein „bjs“ einen Partner an der Seite, der sich durch Jugend- und Gemeinwesenarbeit mit Neustadt und den sozialen Strukturen inzwischen bestens auskennt - und extra eine Mitarbeiterin eingestellt hat: Svetlana Nerenberg soll „das Gesicht“ der „Sozialen Stadt“ werden und Ansprechpartnerin vor Ort sein.

Vorerst ist sie im Begegnungstreff in der Marktstraße anzutreffen - wo genau das sogenannte „Quartiersmanagement“ später angesiedelt wird, steht noch nicht fest. Derzeit ist Nerenberg mit Dipl. Ing. Heike Brandt (Städtebauarchitektin akp) und Mitstreitern in den Neustädter Fördergebieten unterwegs, um die Bürger zum Mitarbeiten zu bewegen, beziehungsweise um Ansätze für Projekte zu sammeln und für die Teilnahme an der Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 5. Oktober, um 19 Uhr im Haus der Begegnung zu werben.

„Am Anfang ist das immer ein hartes Stück Arbeit. Wir müssen ein Feuer der Begeisterung entfachen und den Menschen klar machen: Wir möchten für Euch und mit Euch etwas erreichen“, hebt Brandt hervor und kündigt an, dass es „später“ dann eine entsprechende Internet-Homepage und eine Facebook-Seite geben werde.

Vor allem geht es in dem bis 2025 in Neustadt laufenden Förderprogramm nicht nur darum, Bauprojekte umzusetzen: „Wir wollen nicht nur Steine bewegen, sondern auch Menschen“, erklärt Brandt. Ein wichtiges Ziel sei, soziale Strukturen aufzubrechen und neu zu gestalten, ergänzt Groll, was Brandt zu dem Hinweis verleitet: „Wir möchten Nachbarschaften stärken und erarbeiten, was für Defizite im sozialen Bereich es gibt, und was die Menschen brauchen.“

75 Prozent der entstehenden Kosten tragen Land und Bund. Zudem will die Stadt aus dem Europäischen Sozialfonds Fördermittel über „Biwaq“ („Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“) einwerben - was angesichts des vielzitierten, besonderen Talents Grolls, an Unterstützung zu kommen, quasi schon eingebucht werden kann.

Wichtig ist, dass die Neustädter (und „Multiplikatoren“ wie Schulen und Kindergärten) mitmachen und ihre Ideen zur Weiterentwicklung ihrer Stadt einbringen. Am 5. Oktober haben sie während der Auftaktveranstaltung das erste Mal die Möglichkeit. Danach nehmen Workshops, in die sich die Menschen einwählen sollen, die Arbeit auf. Deren Arbeitstitel lauten bisher „Freizeit & Kultur“, „Zusammenleben“, „Freiraum und Aufenthaltsqualität“ sowie „Wohnen, leben und arbeiten“. Worum es in einem fünften, geplanten Workshop geht, ist noch offen - dessen Aufgaben/Arbeitsbereich sollen die Neustädter mit ihren Ideen festlegen.

von Florian Lerchbacher

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