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Die Hoffnung ruht auf breitem Bündnis

Innenstadtbelebung Die Hoffnung ruht auf breitem Bündnis

Nur ein Teil der Empfehlungen aus den zahlreichen Gutachten und Expertisen zu Stadtallendorfs Innenstadt ließen sich in den vergangenen Jahren umsetzen. Das soll sich ändern, so der große Wunsch aller Beteiligten.

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Die Stadtmitte ist ein Teil des Gebiets, in dem das noch zu formende Bündnis wie auch ein Citymanagement wirken sollen.

Quelle: Thorsten Richter

Langendorf. Es gilt, Kräfte zu bündeln und zu koordinieren, um die Innenstadt Stadtallendorfs mehr zu beleben, Kaufkraft in der Stadt zu halten und Leerstände Zug um Zug verschwinden zu lassen. Expertisen hierzu gibt es reichlich. Mit zwei ineinander verzahnten Strategien soll in sehr naher Zukunft „ein Bündnis geschmiedet werden“, wie es Dr. Heike Rupp, in der Verwaltung auch für Stadtmarketing mit zuständig, zusammenfasst.

Ein Element sind dabei vertragliche Verpflichtungen von Einzelhändlern wie auch Immobilienbesitzern, gemeinsam Projekte und Verbesserungen umzusetzen, etwa bei der Modernisierung von Ladenlokalen, einem einheitlichen Erscheinungsbild oder Veranstaltungen.

Dieses Bündnis wird vom Land gezielt gefördert. Stadtallendorf ist Teil des „INGE“-Förderprogramms, bekommt 45000 Euro Anschub. Das Fördergebiet umfasst dabei die Stadtmitte einschließlich der Gebiete rund um den Discounter Lidl auf der einen und den oberen Teil der Niederkleiner Straße auf der anderen Seite.

Idee für diesen Weg kam vom Runden Tisch

Die Stadt tritt dabei primär als Unterstützer und Moderator auf, etwa dabei, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen. Am Ende, etwa im Mai oder Juni, könnte dann eine gemeinsame Satzung stehen. Das Fördergeld steht dann auch für konkrete Projekte bereit - wenn sich denn ein ausreichend starkes Bündnis formiert. Niemand wird gezwungen, um jeden soll aber geworben werden in den nächsten Monaten. „Wir können dabei das Fördergebiet entsprechend anpassen“, macht Bürgermeister Christian Somogyi bei einem Pressegespräch klar.

Die Vorzeichen sind prinzipiell gut. Die Idee für diesen Weg ging von einer Initiative des Runden Tisches Niederkleiner Straße aus und wurde auch in weiteren Arbeitskreisen begrüßt. Die Politik haben die Beteiligten auf ihrer Seite. Ein grundsätzlicher Parlamentsbeschluss ist gefasst, einstimmig im Übrigen und mit vielen lobenden Worten über alle Parteigrenzen hinweg. Auch vom Vorstand der Werbegemeinschaft „Stadtallendorf aktiv“. „Die Voraussetzungen sind richtig gut“, lobt Peter Zein, der an allen Überlegungen mitbeteiligt war. Er lobt die Stadtverwaltung, die sehr kurzfristig noch einen Förderantrag für das „INGE“-Programm auf den Weg gebracht hatte.

In der Stadtmitte stehen von 57 Ladenlokalen 15 leer

Dass etwas geschehen muss, ist allen Beteiligten klar. Beispiel Leerstände: Nach Aussage der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der Förderung stehen in der Stadtmitte von 57 Ladenlokalen 15 leer. In der Niederkleiner Straße sind es demnach 11. Es gibt aber noch eine zweite wichtige Komponente, auf die gesetzt werden soll: ein Citymanagement. Dafür ist die Stadt bereit, auch selbst Geld in die Hand zu nehmen, noch einmal. Im Haushalt stehen 30000 Euro bereit. Zunächst soll es jetzt darum gehen, eine Struktur für dieses Citymanagement aufzubauen.

Über diese Struktur müsste das Stadtparlament dann noch einmal entscheiden. Wunschziel ist es, einen Citymanager zu finden, der mit entsprechendem Sachverstand „das Heft des Handelns“ in die Hand nimmt, bewusst auch mit einem Blick von außen. Im Prinzip geht es um gezielte Wirtschaftsförderung, das Heranholen von Investoren inbegriffen. Somogyi machte bei der Präsentation deutlich, dass die Stadt ihrerseits ihre großen Aufgaben in der Stadtmitte angefasst hat. Etwa bei der Edeka-Ansiedlung, der Wegeerneuerung wie auch bei der aufwendigen Hallenbad-Sanierung, die noch läuft.

Allen bisher Beteiligten ist klar, dass es auf dem Weg bis zur konkreten Umsetzung noch einiges zu tun gibt. „Doch jetzt ist die Chance da. Wer guten Willens ist, macht mit“, sagt Stadtallendorfs Erster Stadtrat Otmar Bonacker. Der Runde Tisch Niederkleiner Straße hatte dem Thema Citymanagement Priorität gegeben. Außerdem steht die Verbesserung der Verkehrsführung auf der Prioritätenliste, ein Punkt, der nur im Zusammenspiel mit den großen Unternehmen an dieser Verkehrsader anzufassen ist. Sie wirken mit. Fachbereichsleiter Klaus Hütten rechnet im Laufe dieses Jahres mit konkreten Vorschlägen.

von Michael Rinde

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