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Die Geschichte vom ambulanten Mann

Karneval Die Geschichte vom ambulanten Mann

Mehr als 300 Narren feierten ausgelassen am Samstagabend in der gut gefüllten Turnhalle der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain. Dort fand die 58. Sitzung des Kirchhainer Kolpingkarnevals statt.

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Das Männerballet widmete sich dem Wilden Westen.

Quelle: Kaufmann

Kirchhain. Wie fängt man denn einen Beitrag bei einer Karnevalssitzung an? Das fragte sich am Samstagabend Schulleiter Matthias Bosse. Denn nachdem er im vergangenen Jahr einen Fastnachtsorden bekommen hatte, ohne einen Beitrag zum Programm geleistet zu haben, wollte er das in diesem Jahr auf jeden Fall besser machen. Und so kam es, dass er gemeinsam mit seiner „Gang“, den Lehrern Andreas Kühn und Martin Simon, auf der buntgeschmückten Bühne stand und schmetterte „Kann man denn in Köln nirgendwo ausgehen, ohne zu schunkeln?“.

57. Sitzung des Kirchhainer Kolping Karneval (KKK) in der Turnhalle der Alfred-Wegener-Schule: Sitzungspräsident Wolfgang Heinl mit dem KKK-Ballett. Foto: Kaufmann

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Ohne Schunkeln, das ging auch in Kirchhain so gar nicht. Für die richtige Stimmung sorgten beim fast vierstündigen Programm wortgewandte Büttenreden und schwungvolle Tänze. Als jüngster Redner trat Daniel Herrmann in die Bütt. Als „Handyman“ berichtete er unter anderem von Rasenmäher-Apps und dem digitalen Schoßhündchen, das an jedem Mobilfunkmast das Beinchen hebt.

Als bekannte Größe im Kirchhainer Showgeschäft betrat Judith Holl die Bühne. Während sie für ihren eigentlichen Auftritt auf ihre bessere Hälfte wartete, erzählte sie von einem Wellnesswochenende mit selbigem. Ein Rosenblätterduftölpflegebad habe es gegeben in einer sich selbstreinigenden Badewanne für zwei Personen. „Das war sooo schön“, erklärte sie. Und weil man sie auch „The Voice of Kirchhain“ nenne, wolle sie jetzt dann eben „ohne meinen“ noch etwas singen. Als „Background-Schlampen“ holte sie sich Bürgermeister Jochen Kirchner, Andreas Kühn und Stefan Rösel aus dem Publikum auf die Bühne.

Kirchhainer Gegebenheiten aufs Korn genommen

Joachim Stickler zitierte aus dem Bundesbildungsbericht, sprach über Lehrpläne, Elternsprechtage und den Schulalltag: „Dreisatz ist eine Leichtathletik.“ Auch Kirchhainer Gegebenheiten wie der Neubau der Schulcaféteria, wo doch die Schülermehrheit ihre Mittagspause im Rewe zubringe, nahm der Kolpinger aufs Korn. Die Kommunalpolitik hatte es auch bei „Radio Wassergans“ von Nachrichtensprecher und Sitzungspräsident Wolfgang Heinl nicht leicht: Das Weihnachtsessen des Magistrats sei Wild gewesen, vermutlich gesponsert vom Großseelheimer Schützenverein. Den neuen Busbahnhof bezeichnete Heinl als Kirchhainer „Kassel-Calden“: „Der ist voll ausgelastet. Alle zwei Stunden fährt ein Bus.“

Gregor Jennemann schilderte die Leiden eines werdenden Vaters: Was man heutzutage vor der Geburt eines Kindes alles besorgen müsse, da habe man früher ein ganzes Einfamilienhaus für bauen können.

Von ihren Männern berichteten Uli Holl und Maria Bromm: Am Bahnsteig trafen die beiden aufeinander und mussten erst einmal die neuesten Neuigkeiten austauschen. „Ich bin ja auf dem Weg zum Scheunenfest von Bauer sucht Frau“, erklärte Holl ihrer Freundin. Der Kleinseelheimer sei da schließlich auch erfolgreich gewesen. Eine Anzeige in der OP habe sie auch aufgegeben: „Ich hab nur einen Satz geschrieben: Ich suche einen Mann.“ Zuschriften seien zu Hunderten gekommen: Nehmen Sie meinen. „Aber stationär will ich keinen mehr aufnehmen, höchstens ambulant“, endete Holl, und die Halle bebte vor Lachen.

Für den richtigen Schwung zwischen den Redebeiträgen sorgten verschiedene Tänze. Das KKK-Ballett zeigte ebenso wie das Showballett Gans Anders einen Garde- und einen Showtanz. Der Nachwuchs, das „Kleine Tanz-Ballett“, entführte als Matrosen das Publikum auf See, während das KKK-Ballett die Zuschauer nach „Bella Italia“ mitnahm. Das Showballett Gans Anders verzauberte mit einer Charleston-Show. Den tänzerischen Höhe- und den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte das achtköpfige Männerballett der Kirchhainer Kolpingfamilie. Als Cowboys trafen sie sich zum „High Noon“ bei „Spiel mir das Lied vom Tod“ und feierten hinterher zu „Cotton Eye Joe“. Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Narren nach dem großen Finale zur Musik der Partykapelle „The Skyliners“ weiter.

von Katharina Kaufmann

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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