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Die Gemeinde feiert Hiltrud Pitz

Seit 60 Jahrten Organstin Die Gemeinde feiert Hiltrud Pitz

Sechs Jahrzehnte für die Kirchenmusik: Mit dem Gefühl der „Freude und Dankbarkeit“ und am Ende völlig überwältigt von der großen Anteilnahme feierte Hiltrud Pitz am Sonntag ihr Jubiläum.

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Hiltrud Pitz verfolgte den Festgottesdienst in der Kleinseelheimer Kirche neben ihrem Ehemann Heinrich und im Kreise ihrer Familien.

Quelle: Karin Waldhüter

Kleinseelheim. Im Jahre 1956, da war Hiltrud Pitz gerade einmal zwölf Jahre alt, hatte sie das erste Mal die Register gezogen, Manual und Pedal bedient. Am Sonntag dankte ihr die Gemeinde für dieses außergewöhnliche Dienstjubiläum. Im Kreise ihrer Familie und an der Seite ihres Ehemannes Heinrich genoss Hiltrud Pitz den Festgottesdienst vom Kirchengestühl aus.

Ihren gewohnten Platz an der Orgel hatte sie Bezirkskantor Peter Groß überlassen. Er überraschte die Jubilarin gleich zu Beginn mit einem Orgelvorspiel und ihrem Lieblingschoral „Sollt ich meinem Gott nicht singen?“ von Paul Gerhard.

Lieblingschoral ertönt und Familie läutet die Glocken

In Kleinseelheim werden die Kirchenglocken noch von Hand geläutet. An diesem Tag übernahmen dies die Söhne der Jubilarin Ludger und Martin und Pfarrerstochter Linda Koch und später betätigte auch Gatte Heinrich das Glockengeläut.

Kaum ein Platz war zu Beginn des Festgottesdienstes zu bekommen, so viele Menschen waren gekommen, um Hiltrud Pitz zu ehren und dieses außergewöhnliche Jubiläum mit ihr zu feiern. Darunter Gäste aus dem Kirchenkreis und der benachbarten Gemeinden und zahllose Gratulanten.

Sie alle wollten Dank sagen für ein fast lebenslanges Wirken im Dienst der Kirche Jesu Christi. Die Liturgie gestalteten Pfarrerin Evelyn Koch und Pfarrer Helmut Golin. Evelyn Koch würdigte das nimmermüde Engagement der Organistin. „Sie kann es einfach und auf sie ist Verlass“, erklärte Koch.

Musikalisch gratulierte der Gemischte Chor Kleinseelheim, unter der Leitung von Peter Dippel, zunächst mit dem bezeichnenden „Jahre kommen Jahre gehen“ und später mit dem schönen irischen Segenslied.

In seiner Predigt spürte Pfarrer Golin der Frage nach, woran es letztendlich gelegen habe, dass die Jubilarin das geworden sei: die Orgelspielerin von Kleinseelheim. „Es liegt an der Länge der Zeit, es liegt an der Häufigkeit ihrer Einsätze und es liegt an der Treue ihres Dienstes und gewiss auch an der Qualität ihrer Arbeit“, so Golin.

Das Orgelspiel sei für sie weit mehr als ein Hobby gewesen. „Es ist Ihnen Auftrag und - im Laufe der Jahre wohl immer deutlicher erkennbar - auch Berufung gewesen“, würdigte Golin das langjährige Wirken der Organistin.

Weil Hiltrud Pitz seit 60 Jahren als Organistin in der Landeskirche wirkt, wurde ihr im Verlauf des Gottesdienstes durch Dekan Hermann Köhler und Bezirkskantor Peter Groß die Walter-Blankenburg-Medaille verliehen. Eine Auszeichnung, die bisher nur ganz wenigen Personen der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck zuteil wurde, wie Peter Groß hervorhob.

Seltene Auszeichnungfür die Jubilarin

„Durch Dein kirchenmusikalisches Engagement hast du in 60 Jahren als eine musikalische Verkünderin des Wortes Gottes viele Menschen erreicht, getröstet und gestärkt“, so Groß in seiner Laudatio. Bereits vor 10 Jahren war Hiltrud Pitz die Philipp-Nicolai-Medaille für 50 Jahre Organistendienst verliehen worden.

Feierlich verlas Dekan Köhler die bischöfliche Urkunde. „Ja, wir sind Gott dankbar, dass er Sie mit der Gabe ausgezeichnet hat und Sie der Gemeinde seit 60 Jahren die Treue halten“, sagte Dekan Köhler und segnete die Jubilarin.

Viele Kirchenbesucher bezeugten nach dem Gottesdienst mit einer herzlichen Umarmung oder einem dankbaren Händeschütteln wie sehr sie sich mit Hiltrud Pitz verbunden fühlen. Kinder, Erzieherinnen und der Elternbeirat aus dem Kindergarten „Das Nest“ überraschten die Jubilarin mit einigen fröhlichen Liedbeiträgen und überreichten Blumen und eine Torte.

Bei Kaffee und Kuchen wurde die Feier mit rund 220 Besuchern im Dorfgemeinschaftshaus fortgesetzt. Mit einem Ständchen empfing dort der Posaunenchor Großseelheim, unter der Leitung von Margaret Gade, die Jubilarin. Der Kirchenälteste Horst von Chmielewski würdigte für die Kirchengemeinde Kleinseelheim das Wirken der Jubilarin.

Für Großseelheim und Schönbach überbrachten Inge Müller und Armin Immel Glückwünsche. Überreicht wurde ein eindrucksvoll geschnitzter Engel aus dem alten Holz der Schönbacher Kirche.

Nach Liedvorträgen des Gesangvereins sprachen die Vorsitzende Bärbel Elmshäuser, Steffi May für den Ortsbeirat, Pater Josua von der katholischen St. Elisabethgemeinde, Pfarrer Rainer Wilhelm von der evangelischen Kirchengemeinde Kirchhain, Pfarrerin Petra Zimmer aus Schweinsberg und der ehemalige Pfarrer Gohde, der aus Kassel angereist war, Gruß- und Dankesworte.

von Karin Waldhüter

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