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Die Esel wollten auch mal Englein sein

Prunksitzung des EKC Die Esel wollten auch mal Englein sein

Endlich ertönten auch in Emsdorf wieder die erlösenden, närrischen Worte: „…und wieder mal ist Karneval!“

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Die Kicker des SV Emsdorf nahmen ihre Zuschauerlegenden als „Viererkette am Rande der Bande“ aufs Korn. Die Großen Funken des EKC zündeten das erste Feuerwerk des Abends.

Quelle: Sophie Kaufmann

Emsdorf. Mit einem dreifach donnernden „Emsdorf Helau“ begrüßte Sitzungspräsident Timo Biecker die 450 Narren im ausverkauften Saale Kläs, und gleich darauf zündeten die Großen Funken des Emsdorfer Karneval Clubs (EKC) die erste Rakete des Abends. Daraufhin folgte ein Höhepunkt dem nächsten. „Seit 25 Jahren eine Attraktion und doch keine 25 Jahre alt“, kündigte Biecker die kleinen Funken an. Im Gardetanz zeigten sich auch das Gardepärchen aus Burgholz und das EKC-Tanzpärchen.

Dass in der Emsdorfer Bütt mit spitzer Zunge die Wahrheit auf den Tisch kommt, weiß wohl jeder, so auch dieses Jahr. „Bei de Namenswahl hun äich naut se saa, ewwer es Taufgeschenk gebt’s en bar“, gibt Lisa Lecher als „Göll“ in Emsdorfer Platt Weisheiten aus dem Leben einer Patentante zum Besten. Als Vorstandstochter Renate brachte Holger Jüngst die Themen gewohnt direkt auf den Punkt. Die Fußballer der 1. Mannschaft des SV Emsdorf kamen dabei nicht zu kurz, und wie immer wurde der Sitzungspräsident auf’s Korn genommen.

In einer Hessenschau-Sendung der „Vier lustigen Sechs“ gab Donald Trump sein erstes deutsches TV-Interview. „Wenn das ‚Wellfleesch‘ in Kirchhain oder Erksdorf gekauft wird, muss es Strafzölle geben. Emsdorf first!“ Viele Lacher begleiteten auch die „Dolle-Dorf-Reportage“ über das Kirchweihfest.

"Erdogansinn verwandelt sein Land in die Hölle!"

Beim EKC nicht wegzudenken ist Ortsdiener Rainer Jüngst. In seinen „Bekanntmachungen“ berichtete er über die Geschehnisse im Dorf. Dabei kamen Kirmes, Straßenarbeiten in der Forsthausstraße und besondere kirchliche Vorkommnisse auf den Tisch. Auch der Ortsschilder-Tausch mit Mardorf durfte nicht fehlen. Der Ortsdiener vermutet, die Esel wollten auch mal Englein sein. Das habe jedoch nicht funktioniert. „Drum merk dir, Mardorfer Esel mit den langen Ohren, zum Emsdorfer Engel wird man nur geboren!“

Tänzerisch bekamen die Närrinnen und Narrhalesen viel geboten, ein Augenschmaus folgte dem nächsten: Von einer Reise nach Amerika mit dem Frauen-Ballett, einem Starbesuch im Altenheim vom gemischten Ballett, Räuber und Polizei von den „Flashlights“, Step Aerobic von der Tanzgruppe „Stardust“ oder der Air Force One vom „Klimbim-Ballett“ war für jeden Geschmack etwas dabei.

Auch gesanglich kamen alle auf ihre Kosten: Die „Heuler“ dichteten bekannte Lieder um und sangen von der aktuellen Weltpolitik: „Erdogansinn verwandelt sein Land in die Hölle!“ Matthäus Otte hatte als Vegetarier „Fleisch-ess-Lust“ und die Dorfmusikanten kamen als Roland Kaiser auf die Bühne. Ihr Bühnen-Debüt feierten die Fußballer der ersten Mannschaft des SV Emsdorf. Altbekannte Zuschauerlegenden fanden sich in der „Viererkette am Rande der Bande“ wieder. Höhen und Tiefen und die nervliche Belastung eines Derbys wurden in bester schauspielerischer Manier dargestellt. Der Saal tobte bei altbekannten Rufen auf Emsdorfer Platt, wie „Spiel endlich so, wie du gestern Schaubau gemacht hast“ oder „Schiri, peiff ob“.

Mit einer nicht enden wollenden Polonaise verabschiedete sich Biecker mit seinem Sechserrat in die Nacht und freute sich auf ein Wiedersehen an der Theke.

von Sophie Kaufmann

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