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Die Bürgerwehr wehrt sich nicht

Sturm auf das Rathaus Die Bürgerwehr wehrt sich nicht

Am Ende war es, wie Bürgermeister Thomas Groll beklagte, „the same procedure as every year“. Die Bürgerwehr hielt gestern die Narren zunächst mit ein paar Gewehrsalven auf Distanz, um dann den Betrieb einzustellen.

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Ein Feuerwerk brannte die Neustädter Prinzengarde beim Sturm auf das Rathaus ab. Dabei gab es nicht nur von den beiden Prinzenpaaren großen Beifall, die den entthronten Bürgermeister Thomas Groll in die Mitte nahmen.

Quelle: Matthias Mayer

Neustadt. Freundlich winkend beugte sich Grollis GSG 9 der gewaltigen närrischen Übermacht und machte den Weg zur Rathaustreppe frei. „Irgendwas haben die nicht ganz richtig verstanden“, meckerte der Bürgermeister nach der widerstandslosen Rathauserstürmung über seine bewaffnete Hausmacht. Er übergab dann doch bereitwillig die Rathausschlüssel an Prinz Gerhard und Prinzessin Katja sowie an das Kinderprinzenpaar mit Prinz Louis und Prinzessin Celine.

Die Kapitulation mag dem Kämmerer mit Blick auf die leere Stadtkasse leicht gefallen sein. Gleichwohl machte er auch bei den Eroberern nach drei Wochen Karneval Liquiditätsprobleme aus. Wie sei es sonst zu erklären, dass sich nach dem Faschingsgottesdienst einige Getränkemarken im Opferstock der Trinitatiskirche befunden haben?

Neustadts Narren erobern das Rathaus und eine leere Stadtkasse: Am Ende war es, wie Bürgermeister Thomas Groll beklagte, „the same procedure as every year“.  Die Bürgerwehr hielt gestern die Narren zunächst mit ein paar Gewehrsalven auf Distanz, um dann den Betrieb einzustellen

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Unterdessen nahm das Prinzenpaar nach der Übernahme der weltlichen Macht die Bürgerwehr in Schutz: „Gegen hunderte von Narren kann eine Bürgerwehr nichts machen“, reimten sie. Das Kinderprinzenpaar warb für ein kinderfreundlicheres Neustadt. Bei den Märkten gebe es kein Karussell mehr und die Kirmes sei zuerst darauf ausgerichtet, dass sich die Erwachsenen volllaufen lassen können.

Der Junker Hans und seine beiden Burgfräuleins würdigten die Qualität der Neustädter Karnevals-Sitzungen und das große Engagement der organisierten Jecken.

Dem schlossen sich auch die Sitzungspräsidenten Michaela Gies für den Frauenverein Neustadt und Michael Launer für den VfL Neustadt an, wobei Letzterer - so viel Selbstironie muss einfach sein - den Tusch für jede seiner Pointen selbst ansagte.

Löschangriff gegen den Bürgermeister

Felicitias Trebes-Börner ging für Santa Maria auf die neue Brandsicherungspflicht für Karnevalsveranstaltungen ein. „Drei Männer mehr im Saal“, stellte sie gelassen fest. Ihre Truppe ließ sie als Feuerwehrkameradinnen anrücken. Und die richteten die C-Rohre (Wasserpistolen) zum überraschenden Löschangriff auf den Bürgermeister. Und dies, obwohl die Santa-Maria-Oberin zuvor noch das Stadtoberhaupt für die Notsicherung der Dachkonstruktion im Haus der Begegnung gewürdigt hatte, die die Neustädter Sitzungen erst möglich gemacht hatte.

Kolping-Sitzungspräsident Andreas Gnau nahm die Bürgerwehr als ewige Verlierer aufs Korn und forderte die Blauröcke zum Überlaufen auf. „Dann steht ihr beim Rathaussturm auch mal auf der Siegerseite“, versprach er.

Für richtig ausgelassene Stimmung sorgten bei frostigen Temperaturen sämtliche Neustädter Tanzgarden nebst Tanzpaar, die eine Art Best-of ihrer Saal-Programme auf der beengten Bühne vor dem historischen Rathaus boten. 500 Närrinnen und Narren feierten die jungen Tänzerinnen und Malte Bürgermeister frenetisch.

von Matthias Mayer

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