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Die Bürgerbeteiligung steht auf der Kippe

Windpark Rauschenberg in der Warteschleife Die Bürgerbeteiligung steht auf der Kippe

Der zweite Rauschenberger Windpark auf dem Roteküppel kommt einfach nicht voran. Der von Bürgermeister Michael Emmerich anvisierte Fertigstellungstermin Juli lässt sich nicht halten.

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Hans-Hermann Zacharias erläutert am Standort der geplanten Windenergieanlage 4 die Planungen und Umplanungen, die das Projekt an dieser Stelle arg verzögert haben. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Bei einer Info-Veranstaltung für Mandatsträger aus Rauschenberg und Kirchhain sowie für die Vertreter von Hessen Forst, legte Krug Energie die Gründe für die Verzögerung offen. Der RP als Genehmigungsbehörde habe wiederholt Umplanungen und zusätzliche Untersuchungen und Nachweise verlangt, sagte Michael Meinel, Projektberater bei Krug Energie, dem Vertragspartner der Stadt Rauschenberg für die Umsetzung des Windparks. Er erwarte die Vollständigkeitserklärung des RP in diesem Monat, die BimmSch-Genehmigung innerhalb von vier Monaten und den Bau der insgesamt fünf Anlagen ab September. Damit könnte der Windpark zum Jahresende ans Netz gehen.

Steht die Energiewende infrage?

Darin sieht wiederum Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) eine Gefahr für die geplante Bürgerbeteiligung, die zur Firmenphilosophie von Krug Energie gehört. Da die Einspeisevergütung in diesem Jahr von Quartal zu Quartal um 1,5 Prozent sinke, nähere sich die Rendite für die Genossenschaft, für die ein Windrad zum Einstandspreis gebaut werde, zum Jahresende der kritischen Marke zur Wirtschaftlichkeit. Durch immer neue naturschutzfachliche Hürden habe der Windpark ein Jahr verloren. Selbst der Denkmalschutz habe sich eingeschaltet und die Sichtbeziehungen zwischen Baudenkmälern und Windrädern moniert. Unter diesem Vorzeichen könne man in Deutschland nicht ein Windrad bauen, klagte Emmerich. „Das sind alles Landesbehörden. Ich frage mich, ob die Energiewende von der Landesregierung überhaupt noch gewünscht wird“, sagte Emmerich.

Ihre politische Unterstützung für das Projekt sagte die Marburger Landtagsabgeordnete Angela Dorn den Rauschenbergern zu. Allerdings sei sie weder die Genehmigungsbehörde, noch habe sie Einfluss auf deren Arbeit, schränkte die energiepolitische Sprecherin der hessischen Grünen ein.

Nach Wahrnehmung des Kirchhainer Bürgermeisters Jochen Kirchner hat sich der RP schon bei der Genehmigung der Kirchhainer Anlagen hinter juristischen Argumenten versteckt, um keine Entscheidungen treffen zu müssen. Das habe sich in Rauschenberg noch verstärkt, mutmaßte er.

Kommando zurück

Zwei Beispiele für das mühselige Hin und Her schilderte Planer Hans-Hermann Zacharias von Krug Energie an Ort und Stelle im Stadtwald. Der Standort des Windrades 4 sei erst in einem Abstand von 50 Metern zur Trinkwasser-Schutzzone 2 geplant worden. Dann sei die Vorgabe ergangen, das Rad im Kipphöhe-Abstand (200 Meter) zur Schutzzone zu verlegen. Kaum sei der neue Standort geplant worden, habe sich gezeigt, dass es für diesen Abstand keine Rechtsgrundlage gebe. Kommando zurück.

Und am Windrad-Standort eins musste die Windpark-Fläche auf Kosten eines geplanten Windrades wegen eines Uhu-Horstes verkleinert werden. Das Uhu-Paar brütet jetzt fernab bei Ernsthausen. Gleichwohl hat der seit eineinhalb Jahren verwaiste Horst Bestandsschutz. Der Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Windrad-Standort und Horst wird um 70 Meter verfehlt. Die vom RP geforderte Aufzeichnung der Uhu-Flugrouten im Stadtwald kann Krug Energie nicht liefern. Die Uhus lassen sich dort oben nicht mehr blicken. Ende offen.

von Matthias Mayer

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