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Die Blumenkübel weichen am Montag

Verkehrsversuch Die Blumenkübel weichen am Montag

Die Brießelstraße hat mit einer Verkehrsbelastung von bis zu 4500 Fahrzeugen die gleiche Last zu tragen, wie die Ausfallstraßen Alsfelder Straße und Röthestraße.

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Zum 13. Februar verschwinden diese Blumenkübel und die Teilsperrung der Brießelstraße wird aufgehoben. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Diese Zahlen nannte Bürgermeister Olaf Hausmann am Montagabend vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr, bevor er erwartungsgemäß das vorzeitige Ende des ersten Verkehrsversuchs zur Entlastung der Brießelstraße ankündigte. An diesem hatte es zum Teil massive Kritik von Bürgern und auswärtigen Besuchern der Stadt gegeben – auch von den im Verkehrsverein zusammengeschlossenen Einzelhändlern.

Der Bürgermeister beklagte, dass Mitarbeiter der Verwaltung und Ehrenbeamte der Stadt schon kurz nach dem Start am 2. Januar auf Facebook zum Teil unflätig beschimpft worden seien. „Das geht überhaupt nicht“, stellte Olaf Hausmann fest.

Im Kern habe der erste Versuch sein Ziel erreicht. Die Verkehrsbelastung auf der Brießelstraße sei um täglich 1000 Fahrzeuge gesunken. Der Verkehr aufwärts sei reibungslos über die Straße gerollt. Alle innerstädtischen Parkplätze seien erreichbar gewesen, erklärte der Bürgermeister.

Gleichwohl erkannte er an, dass nicht alles nach Plan funktionierte. Dazu gehören das auf der schmalen Straße Hinter der Mauer von 350 auf täglich 1000 Fahrzeuge angestiegene Fahrzeugaufkommen und die Tatsache, dass nicht alle Verkehrsteilnehmer bereit sind, für einen innenstadtnahen Parkplatz einen Umweg in Kauf zu nehmen.

Nach der von Benjamin Beule von der Straßenverkehrsbehörde vorgestellten Verkehrszählung gab es auch auf der Römerstraße eine erhebliche Verkehrsverdichtung von täglich 2050 auf 2900 Fahrzeuge. Dagegen gab es auf dem Feldweg einen geringen Rückgang von 2900 auf 2800 Fahrzeuge.

Der Bürgermeister kündigte den Beginn des 2. Verkehrsversuchs für Montag, 13. Februar an. Die Details:

Neuer Versuch, wenige Umstellungen

  • Der Steinweg wird ab dem Minikreisel in Richtung Altstadt zur Einbahnstraße. Damit sind aus den Richtungen Rauschenberg und Anzefahr alle Altstadt-Parkplätze und das Ärztehaus wie gewohnt erreichbar.
  • Die Brießelstraße bleibt zwischen dem Annapark und der Einmündung in die Borngasse in beide Richtungen befahrbar. Damit bleiben aus Richtung Ebsdorfer Grund und Amöneburg alle Altstadt-Parkplätze wie gewohnt erreichbar. Wer aus dieser Richtung die Stadt queren möchte, muss über die Römerstraße oder über den Feldweg fahren.
  • Ab dem Annapark geht es für den motorisierten Verkehr Richtung Steinweg nicht weiter. Die Einbahnstraßenregelung stadteinwärts verhindert, dass die Brießelstraße weiter als „Transitstrecke“ durch die Stadt genutzt wird und soll die Straße erheblich entlasten.
  • Die neuen Halteverbote in der Römerstraße und in der Borngasse bleiben vorerst bestehen.
  • Der Verkehrsversuch ist auf eine Dauer von vier Monaten angelegt und wird von Verkehrszählungen begleitet.

Die zweite Variante war schon Ende November vom Ausschuss favorisiert worden und hat auch die Fürsprache des Verkehrsvereins bekommen. Deshalb könne dieser Versuch auch der letzte seien – wenn er denn funktioniere, kündigte Olaf Hausmann an. Andernfalls werde die Stadt wieder reagieren.

Ironie des Schicksals: Die von vielen Verkehrsteilnehmern verteufelten Blumenkübel in der Brießelstraße, die den Kraftverkehr zum Umweg durch das Alte Dörfchen und über die Straße Hinter der Mauer nötigten, sind noch nicht abgebaut, da werden sie schon vermisst. Fußgänger, die dort in den vergangenen Wochen die Brießelstraße überquerten, fühlten sich sicher wie in Abrahams Schoß. Ausschussmitglieder warben dafür, Fußgänger durch Aufpflasterung, Halteverbote oder einen Zebrastreifen zu schützen.

Fachbereichsleiter Gordon Schneider, zu dessen Aufgabenbereich auch die Straßenverkehrsbehörde gehört, klärte die Anwesenden auf, warum all diese Dinge aus rechtlichen Gründen nicht möglich sind. Die Brießelstraße habe den Status eines „verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs“. Dieser Status sei für innerstädtische Straßen mit hohen Fußgängeraufkommen und überwiegender Aufenthaltsfunktion möglich, wobei die Aufenthaltsfunktion durch zahlreiche Geschäfte an und in der Nähe der Brießelstraße begründet sei. Dieser Status kenne keine Vorrechte für bestimmte Verkehrsteilnehmer wie einen Zebrastreifen. Stattdessen seien alle Verkehrsteilnehmer gehalten, sich untereinander zu „arrangieren“, erläuterte Gordon Schneider.

von Matthias Mayer

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