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Die Alfred-Wegener-Schule will mehr

Zukunftspläne Die Alfred-Wegener-Schule will mehr

Während die Schüler zuhause blieben, widmete sich das Kollegium der Alfred-Wegener Schule während des pädagogischen Tages dem Thema "Inklusion".

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Im „World Café“ sollten die Lehrkräfte der Alfred-Wegener-Schule ihre Anregungen zum Thema „Inklusion“ notieren.Foto: Karin Waldhpter

Kirchhain. „Wo stehen wir und was können wir tun?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich die Lehrer während des pädagogischen Tages. Im Jahr 2008 hatte der Bundestag die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert. Damit veränderte sich auch für das deutsche Schulwesen die Sichtweise: Mit dem Begriff „Inklusion“ wird die Besonderheit und Individualität jedes Kindes betrachtet und davon ausgegangen, dass alle Kinder „inklusiv“ dazugehören.

Das bedeutete auch für die Alfred-Wegener-Schule, die bereits einige Erfahrungen gesammelt hatte, Veränderungen in der Schul- und Unterrichtsorganisation. Ziel des pädagogischen Tages war es, eine Standortbestimmung vorzunehmen, an einem pädagogischen Konsens zu arbeiten und neue Ideen zu sammeln. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, berichtete Michael Gräser, der Leiter des Beratungs- und Förderzentrums (BFZ) an der Alfred-Wegener-Schule. Derzeit gibt es in der Mittelstufe drei inklusive Klassen. Zwölf Schulstunden in der Woche werden die Schüler nicht nur von ihrem Klassenlehrer sondern auch von einem Förderschullehrer betreut, der für alle Schüler da ist. In Einzelfällen habe Inklusion bereits in einigen Klassen stattgefunden, mit dem pädagogischen Tag wolle sich nun jedoch die ganze Schulgemeinde aufmachen, betonte Gräser.

Begonnen hatte der pädagogische Tag mit einem Impulsreferat von Dr. Irmtraud Schnell vom Institut für Sonderpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt und einer sich anschließenden Diskussion. Mit einem „Markt der Möglichkeiten“ stellten sich bereits vorhandene Unterstützer vor, zum Beispiel das Beratungs- und Förderzentrum.

In insgesamt zwölf Workshops befassten sich die Lehrkräfte dann unter anderem mit dem Thema „Von der Integration zur Inklusion“, loteten die Möglichkeiten einer schulformübergreifenden Projektwoche aus oder sammelten vor dem Hintergrund des letzten Comenius-Projektes Erfahrungen und Ideen für eine Neuauflage, die über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg inklusives Arbeiten fächer- und schulformübergreifend ermöglicht.

Das Vorbereitungsteam mit Konstanze Göbel, Gabi Isenberg, Dr. Barbara Sonnenberger, Andrea Gergen, Katharina Denig und Kevin Kirchner hatte den Tag organisiert und für den Abschluss ein „World Café“ für alle Kollegen geplant. Dort bestand Gelegenheit, sich auszutauschen und Gedanken und Ideen zu vier Fragestellungen auf großen weißen Papiertischdecken zu notieren. „Was brauchen wir, damit Inklusion gelingt und an welchen Stellen kann sie gelingen?“ stand dort zum Beispiel.

Mehr Lehrer-Know-how findet Daniel Hajdarovic wichtig. Er wünscht sich mehr Schulungen und Fortbildungen zum Thema. „Welche Stolpersteine kann es bei der Umsetzung geben?“, lautete eine weitere Frage. Es gab aber auch die Warnung, dass nicht alle Lehrkräfte Inklusion wollten. Andere Schlagwörter lauteten „die Klassengröße“ oder „Ressourcen der Lehrkräfte“.

Zudem wurden Ideen in Bezug auf die nächsten Schritte gesammelt. Unter anderem wurden die Wünsche laut, dass die Schulleitung ein Konzept entwerfen oder es zum Austausch mit anderen inklusiven Schulen kommen solle. In einer Gesamtkonferenz will die Alfred-Wegener-Schule die Anregungen und Informationen weiterverfolgen.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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