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Die "Ära Malzahn" ist beendet

Hauptversammlung Die "Ära Malzahn" ist beendet

Seit dem Jahr 1993 stand Hans-Christian Malzahn als Vorsitzender des Kulturkreises Stadtallendorf an der Spitze des Vereins. Nach über 20 Jahren gab er sein Amt ab.

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Der neu gewählte Vorstand (von links): Berthold Littich, Lydia Beyer, Helga Grabowski, der Vorsitzende Michael Feldpausch, der scheidende Vorsitzende Hans-Christian Malzahn, Gabi Breitenstein und Gerhard Ehrlich nach der erfolgreichen Wahl. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. „Heute ist ein besonderer Tag für mich. Ich werde aufhören, deswegen ist es für mich ein trauriger Tag“, sagte Hans-Christian Malzahn zu Beginn der Hauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus Liebigstraße.

Gemeinsam mit seiner Frau wird Malzahn nach Fronhausen-Oberwalgern in die Nähe seiner Kinder ziehen. Nach fast 40 Jahren in Stadtallendorf sei ihm dieser Entschluss nicht leicht gefallen, erklärte er. „Wir haben viele Freunde gefunden und das nicht nur bedingt durch meine kirchenmusikalische Arbeit als Kantor und Musikschulleiter“, unterstrich er und ließ die Arbeit des Kulturkreises seit seiner Gründung am 8.Mai 1981 Revue passieren.

Mit der Zielsetzung das kulturelle Angebot der Stadt zu erweitern hatte sich der Verein damals mit seinem ersten Vorsitzenden Berthold Littich gegründet. Als 1993 die Neuwahl des Vorstands anstand, erklärte sich niemand bereit den Vorsitz zu übernehmen. Damit habe sich der Kulturkreis vor der Auflösung befunden, erinnerte Malzahn.

Am 24. Mai sollte die Auflösungssitzung sein und beinahe wäre es auch dazu gekommen. Doch Hans-Christian Malzahn und Elisabeth Härle sprachen sich dagegen aus und wurden kurzerhand zu neuen Vorsitzenden gewählt. „Der Kulturkreis ist in der glücklichen Lage in seinen Reihen das Collegium musicum, den Frauenchor St. Katharina, den Männergesangverein Stadtallendorf sowie die evangelische Sing-und Musikschule zu haben“, unterstrich Malzahn. Daneben schlossen sich Künstler der Stadt und der Umgebung als Mitglieder an. „Mit eigenen Mitteln - besser gesagt - Mitgliedern, können wir Konzerte, Lesungen und Ausstellungen bewerkstelligen“, so Malzahn. Theateraufführungen, Konzerte und Kunstausstellungen gehörten auch im vergangenen Jahr zu den Aktivitäten des Vereins. „30 Jahre lang hatte ich in unserem Mitglied und Altbürgermeister Manfred Vollmer einen „Weggefährten“ der in jeder Hinsicht mir und unserem Verein und der Kultur in unserer Stadt wohlwollend und großzügig zur Seite stand“, erklärte Malzahn.

Neuer Leiterfür Musikschule

In Bürgermeister Christian Somogyi habe man einen ebenso interessierten und wohlwollenden Unterstützer gefunden. Die Stadtallendorfer Kunst- und Kulturtage vom 8 .Mai bis 21. Juni), finden in diesem Jahr zum 23. Mal statt. Dort bringt sich der Kulturkreis mit zusätzlichen Angeboten ein. Die Stadtallendorfer Adventskonzerte gibt es seit über 30 Jahren. Sie seien eigentlich „aus dem kulturellen Leben nicht mehr wegzudenken“, betonte Malzahn. Ein „Selbstläufer“ sei das Kindertheater am Totensonntag und der Kunstmarkt in der Stadthalle Ende November, eine der größten und beliebtesten Veranstaltungen. Malzahn versprach die 23. Kunst- und Kulturtage noch zu begleiten und zu unterstützen, bis dann am 21. Juni seine aktive Tätigkeit für den Verein endgültig abgeschlossen sei.

Das kulturelle Geschehen in Stadtallendorf werde er aus der Ferne weiter verfolgen und, wenn gewünscht, auch mit Rat und Tat beiseite stehen. Weiter gab Malzahn bekannt, dass am 1. Juni Philipp Schütz die Leitung der Musikschule übernehmen wird.

Nur wenige Minuten dauerte die anschließende Neuwahl des Vorstandes. Altbürgermeister Manfred Vollmer übernahm die Aufgaben des Wahlleiters und nutzte die Gelegenheit, Malzahn seinerseits zu würdigen. „In den letzten Jahren sind viele Dinge angestoßen worden die jetzt blühen“, betonte er. Einstimmig wurde Michael Feldpausch zum neuen Vorsitzenden gewählt. Gerhard Ehrlich übernimmt das Amt des zweiten Vorsitzenden. Kassiererin bleibt Gabi Breitenstein und Helga Grabowski ist weiterhin Schriftführerin des Vereins. Zu Beisitzern wurden Lydia Beyer und Berthold Littich gewählt. Ein dritter Beisitzer, der den musikalischen Bereich abdecken soll, soll nachgewählt werden.

Mit Blick auf die sinkenden Mitgliederzahlen und den fehlenden Nachwuchs, stellte Berthold Littich fest, dass etwas passieren müsse. Seit 1998 ist die Mitgliederzahl von knapp 200 auf 105 gesunken. 16 Mitglieder nahmen an der Hauptversammlung teil. Michael Feldpausch erklärte die Mitgliedergewinnung zu einer der Arbeitsaufgaben für den neuen Vorstand. Einstimmig wurden zwei Satzungsänderungen beschlossen. So wurde der Zusatz, dass der Verein nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke verfolgt, eingefügt. Außerdem wurde der schlimmste Fall, eine Vereinsauflösung, geregelt. In dem Fall fällt das Vermögen des Vereins an die Stadt Stadtallendorf, die es ausschließlich für kulturelle Zwecke zu verwenden hat.

von Karin Waldhüter

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