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Deutschlandweit im Einsatz für Hunde

Laborbeagleverein Deutschlandweit im Einsatz für Hunde

Ursel und Harald Schlitt schenken Hunden, die in Laboren bei Tierversuchen zum Einsatz kamen, ein zweites Leben - zwar nun unter neuer Flagge, aber immer noch mit ganzem Herzen.

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Neustadt. Zwei Beagle leben bei den Eheleuten Schlitt - der eine frech, neugierig und zutraulich, der andere ebenfalls neugierig, doch Scheu und Angst siegen und lassen die Hündin vor Fremden eher zurückweichen. Beide von ihnen kamen als Jungtiere bei Tierversuchen zum Einsatz. Als die Labore sie „entließen“, fanden sie bei den Mombergern ein neues, echtes Zuhause.

Damals engagierten sich die Schlitts noch für die Labor-­Beagle-Hilfe und hatten sogar eine Pflegestation bei sich eingerichtet. Inzwischen haben sie dem Verein den Rücken gekehrt und sich an der Gründung einer neuen Initiative mit gleichem Ziel beteiligt: Ursel Schlitt fungiert sogar als Kassenwartin des deutschlandweit agierenden Laborbeagle-Vereins.

„Wir möchten nicht nur auf Teufel komm raus Hunde vermitteln, sondern auch Zeit haben, den neuen Herrchen und Frauchen beratend zur Seite zu stehen“, erklärt sie die Trennung vom alten Verein, der sich nicht mehr ausreichend auf sein Kerngeschäft konzentriert habe. „Ich will nichts ­schlechtreden, schließlich haben wir alle das gleiche Ziel, nämlich Laborhunde zu vermitteln“, sagt die Mombergerin. Es sei zu Unstimmigkeiten gekommen, sodass „nahezu der komplette Vorstand“ aus der Laborbeagle-Hilfe ausgetreten sei und den Labor­beagle-Verein gegründet habe.

Neuen Besitzern bei Unsicherheiten helfen

Die neue Initiative, die rund 20 Mitglieder hat, setze sich Grenzen: So sei geplant, nicht mehr als 30 Beagle im Jahr zu vermitteln. „Wir wollen für die neuen Hundebesitzer da sein und ihnen bei Unsicherheiten helfen“, betont Harald Schlitt. Es komme schließlich vor, dass die Tiere etwas Falsches fräßen oder unter anderen Dingen litten und nicht sofort ein Tierarzt greifbar sei. Oder es gebe auch Situationen, an die sich selbst erfahrene Hundehalter gewöhnen müssten - so kenne mancher Laborbeagle nichts anderes als die Fliesen eines Labors und suche sich dann auch in der Freiheit einen ähnlichen Platz, um seine Geschäfte zu verrichten: „Damit muss man dann eben auch umgehen und die Tiere langsam umerziehen.“

Die Labore entlassen nur gesunde, geimpfte und gechipte Hunde in die Freiheit. „Der Wechsel in ein normales Leben ist mit vielen neuen Reizen und Anforderungen verbunden. Einige verhalten sich bereits am zweiten Tag in der Familie so, als hätten sie niemals woanders gelebt, andere brauchen länger“, heißt es in der Broschüre des Laborbeagle-Vereins, der aber auch den Menschen rät, diverse Fragen zu klären, bevor sie sich ein Tier anschaffen: zum Beispiel, ob sie Geduld und Nerven haben, um aus einem Laborhund einen „alltagstauglichen Begleiter zu machen“, die äußeren Voraussetzungen stimmen oder, ob überhaupt genug Zeit und Geld da sind, um sich um ein Tier zu kümmern. „Man sollte sich zum Beispiel keinen Hund anschaffen, nur, weil man Langeweile hat“, hebt Ursel Schlitt hervor.

Derzeit hat der Verein zehn Hunde, die er vermitteln möchte - bald kommen einige Welpen dazu. Noch leben diese zehn ehemaligen Laborbeagle bei Mitgliedern, die sich neben Vermittlung und Pflege auch um Transport und vieles mehr kümmern müssen. Entsprechend suchen sie nicht nur nach neuen Herrchen, sondern auch nach engagierten Mitstreitern, Paten oder schlicht ­Geldgebern.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.laborbeagleverein.de oder bei den Eheleuten Schlitt, Telefon 06692/8593. Fotos der Hunde, die vermittelt werden sollen, sind auf der Facebook-Seite des Vereins zu sehen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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