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„Deutsch ist Voraussetzung für Integration“

Moschee „Deutsch ist Voraussetzung für Integration“

Die Fatih-Moschee war am Montag eine Station auf Jörg-Uwe Hahns Sommerreise. Der hessische Justizminister verurteilte den Anschlag auf die Moschee und diskutierte mit Gemeindemitgliedern.

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Serdar Özsoy (rechts) erklärt Jörg-Uwe Hahn eine Gebetskette. Der hessische Minister für Justiz und Integration besuchte am Montag die Stadtallendorfer Fatih-Moschee.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Wie ein Mahnmal klafft noch immer das Einschussloch im Fenster der Stadtallendorfer Fatih-Moschee. Vier Monate ist der Anschlag auf das Gotteshaus der türkisch-islamischen Gemeinde her. Zwei deutsche Männer hatten am Abend des 23. März mit Benzin gefüllte Flaschen gegen die Moschee geworfen und mit einer Waffe auf das Gebäude geschossen (die OP berichtete). „Das kann einen ganz schön zornig machen. Mich zumindest“, sagte Hessens Minister für Integration Jörg-Uwe Hahn (FDP).

Anlässlich seiner Sommerreise besuchte Hahn am Montag die Fatih-Moschee. „Ich habe ganz bewusst so lange gewartet, da ich ja auch noch Justizminister bin“, sagte er und bezog sich damit auf die Tatsache, dass lange Zeit nicht klar war, ob der Anschlag einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatte oder nicht. Damals hatte die Polizei nach gut einer Woche zwei Deutsche verhaftet, die jedoch abstritten, fremdenfeindlich motiviert gehandelt zu haben.

Laut Staatsanwaltschaft Marburg steht bisher noch nicht fest, wann der Prozess gegen die beiden Geständigen beginnt. „Es ist auch noch nicht klar, wie dann die Anklage lauten wird“, sagte Annemarie Wied, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage der OP. Der hessische Minister für Justiz, Integration und Europa machte gestern deutlich, für wie „verabscheuungswürdig“ er den Anschlag hält: „So etwas kann einen ganz schön zornig machen. Vor allem mich“, betonte Hahn und bezeichnete den Anschlag als „ungezogen“. Gebetshäuser seien „in Ruhe zu lassen“ oder aber zu „schätzen“ und zu „achten“, sagte der Minister.

Bei einem Tee diskutierte Hahn anschließend mit Mitgliedern der Gemeinde und Stadtallendorfer Bürgern über Integration. „Wer integriert werden will, muss die deutsche Sprache beherrschen“, machte Hahn seinen Standpunkt, dass deutsch die Voraussetzung für Integration sei, ganz deutlich. Wie jedoch vor allem türkischen Mitbürgern die deutsche Sprache am besten vermittelt werden sollte, sorgte für eine angeregte Debatte. Klar wurde jedoch, dass die Chancengleichheit bereits im Kindergarten beginnt.

von Nadine Weigel

Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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