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Deutlich kleiner - aber immer noch oho

Ausstellung Deutlich kleiner - aber immer noch oho

Die militärgeschichtliche Sammlung ist fast 30 Jahre alt. Mitglieder des Fördervereins haben sie radikal verkleinert und an ihren neuen Standort in der Herrenwaldkaserne gebracht.

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Werner Gemmecker (von links), Bert Dubois, Hans-Jürgen Wolf und Otmar Henkel sind die Organisatoren der militärgeschichtlichen Sammlung.Foto: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Die militärgeschichtliche Sammlung ist von der Hessen- in die Herrenwaldkaserne umgezogen. Einen ersten Eindruck von der generalüberholten Ausstellung verschaffte sich der Vorstand des Fördervereins Militärgeschichtliche Sammlung während einer Sitzung in den neuen Räumen. Sie machten sich ein Bild von der Arbeit, die Vorsitzender Werner Gemmecker, Bert Dubois, Otmar Henkel und Hans-Jürgen Wolf mit dem Umzug geleistet haben. In akribischer Kleinarbeit hatten die Männer sich bemüht, die Exponate möglichst sinnvoll und anschaulich zu präsentieren.

Der Vater der Ausstellung ist Hauptmann a. D. Bert Dubois. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Bundeswehr habe es 1985 in der Stadtallendorfer Festhalle eine Ausstellung der am Doppelstandort Stadtallendorf/Neustadt stationierten Panzerbrigade gegeben, erinnert er sich. Es wurden Ausrüstungsgegenstände der Bundeswehr gezeigt und die Brigade in Bildern präsentiert. „Das war die Stunde der Geburt“, berichtet Dubois. Er habe den Verantwortlichen den Vorschlag zu einer Dauerausstellung unterbreitet und die Antwort bekommen: „Dann machen Sie mal.“

Voraussetzung war, dass es nichts kosten dürfe. Und so dauerte der Aufbau vom Grundstock bis zur ersten Ausstellung 18 Monate. „Ich habe Divisionen und Brigaden wegen Exponaten angeschrieben, die ersten antworteten nach 14 Tagen, die letzten nach 15 Monaten“, erinnert sich der Initiator.

Sammlung wuchs über die Jahre

Am Anfang bestand die Sammlung nur aus Uniformteilen und Abzeichen. In der Neustädter Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne war die Ausstellung untergebracht und wurde stetig erweitert. „2004 hatte ich einen ganzen Block zur Verfügung“, schwärmt der ehemalige Hauptmann und erzählt lebhaft, wie er im Rahmen der Wiedervereinigung Ausrüstungsgegenstände der Nationalen Volksarmee (NVA) für die Ausstellung besorgte. Als die Kaserne in Neustadt geschlossen werden sollte, wurde ein Gebäude in der Stadtallendorfer Hessenkaserne zur Verfügung gestellt. 2005 kamen zahlreiche Exponate der beobachtenden Artillerie dazu.

Im vergangenen Jahr wurde es amtlich, dass die militärgeschichtliche Sammlung auch in der Hessenkaserne nicht bleiben kann. Der Förderverein bekam ein Gebäude in der Herrenwaldkaserne zur Verfügung gestellt. Standen ihm in der Hessenkaserne noch 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung, so sind es jetzt nur noch 180 Quadratmeter.

„Vom Ministerium aus darf nur die Tradition der Bundeswehr gezeigt werden und keine Militärgeschichte“, bedauert Dubois und erklärt: „Die Exponate der NVA mussten raus, die Marburger Jäger haben ihre Sachen bekommen, und die Ausstellungsstücke der beiden Weltkriege wurden verkauft.“ Die alten Panzer, die in der Hessenkaserne stehen, sollen nach dem Wunsch des Fördervereins einen Platz in der Herrenwaldkaserne finden.

Geschichte der Bundeswehr ist Schwerpunkt der Ausstellung

Schwerpunkt der verkleinerten Ausstellung ist die Geschichte der Bundeswehr, an die mit vielen Exponaten wie Truppenfahnen, Kompaniewimpeln und Wappen erinnert wird. Die heimische Militärgeschichte wird in zahlreichen Chronikordnern in einem Raum dokumentiert. Ein weiterer Raum ist den Auslandseinsätzen der Bundeswehr gewidmet, in einem anderen geht es um die Partnerschaften der heimischen Einheiten und Verbände. Ein zusätzliches Thema ist die Geschichte der Panzerbrigade 14 und des Standortes sowie des Kuratoriums für Behinderte in Oberhessen.

In einem Flur sind Fotos mit Erläuterungen von den Verteidigungsministern, den Generalinspekteuren und den hiesigen Brigadekommandeuren zu sehen. Zudem gibt es einen Raum zur Armee der Einheit und einen Raum mit der Geschichte der jetzt am Standort ansässigen Division Schnelle Kräfte.

Die militärgeschichtliche Sammlung ist besonders bei ehemaligen Soldaten beliebt. Manch ein Besucher wurde an seine Zeit bei der Bundeswehr in Stadtallendorf oder Neustadt erinnert. Ansonsten rufen die zahlreichen Exponate Erinnerungen wach, zum Beispiel die Sammlung der Kampfanzüge oder anderer Uniformteile und Ausrüstung - aber auch ein kompletter Spind mit akkurat gefalteten Wäschestücken oder die Einsatzverpflegung, das sogenannte EPA.

  • Die offizielle Eröffnung der Ausstellung in der Herrenwaldkaserne findet am 2. Juli statt.
  • Kontaktperson für Besuchergruppen und - in Ausnahmefällen - Einzelpersonen ist Hauptmann Henning, Telefon 06428/9382151.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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