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Der feierliche Teil der großen Feier

Appell Der feierliche Teil der großen Feier

Wie sich die Bilder doch gleichen: Sowohl bei der 2. Kompanie des 16. Kurhessischen Bürgergarde-bataillons als auch bei der heutigen Bürgergarde heißt der Fahnenträger Krapp - und damals wie heute war das Geld knapp.

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Die Bürgergarde repräsentiert Neustadt oftmals bei offiziellen Terminen.
Archivfoto: Lerchbacher

Neustadt. 20 Jahre ist es her, dass 16 junge Männer am Kirmesmontag die Bürgergarde Neustadt aus der Taufe hoben. Den Stein ins Rollen hatten Andreas Dippel, Andreas Mergel, Andreas Gnau und Thomas Vietor gebracht, die dem Junker Hans (damals Markus Müller) zur Seite standen. Später trafen die Neustädter die Entscheidung, dass eine ganze Garde die angemessene Begleitung ist.

Damit erinnern sie auch an die 2. Kompanie des 16. Kurhessischen Bürgergardebataillons, das von 1830 bis 1854 bestand. Ausschlaggebend waren Unruhen nach der Revolution in Frankreich gewesen. Aufgabe der Garde: Die Menschen vor dem Pöbel schützen, der Geschäfte plünderte und Unruhe stiftete - und das, obwohl es in Neustadt keine Auffälligkeiten gab.

Damals wie heute habe der Fahnenträger mit Nachnamen Krapp (heute: Holger) geheißen, berichtet Sebastian Henkel, der anlässlich des 20-jährigen Bestehens im Staatsarchiv Wahlprotokolle und viele weitere Unterlagen wälzte. Eine weitere Gemeinsamkeit: Damals gab es einen Disput zwischen dem Bürgergardehauptmann und dem - witzigerweise ebenfalls Groll heißenden - Bürgermeister über die Anschaffung neuer Gewehre. Damals wie heute schien es am Geld zu mangeln: in jüngerer Vergangenheit rationierte die Stadt sogar schon die Schüsse, welche die Gardisten während der Rathauserstürmung durch die Narren abfeuern durften.

Verein hat 160 Mitglieder

Rund 160 Mitglieder hat die Bürgerwehr inzwischen. 32 sind aktive Gardisten, 16 gehören den Biedermeierdamen an, die seit zehn Jahren den Verein bereichern und ebenfalls Jubiläum feiern. „Wir wollten uns zum Familienverein weiterentwickeln“, erinnert Schriftführer Martin Krapp an die Gründung der zweiten „Vereinsabteilung“ zurück. Das hat in jedem Fall geklappt: Während die Bürgerwehr oftmals bei Festen als Repräsentant der Stadt auftritt, sorgen die aufwändig gekleideten Frauen und Kinder immer wieder für Hingucker - jüngst zum Beispiel beim Neustadt-Treffen, das stets zu den Höhepunkten des Jahresprogramms gehört. Im September dann beim Oktoberfest in München, wo die Neustädter am Festzug teilnehmen dürfen.

Die Bürgerwehr organisiert aber auch eigene Feste, unter anderem seit vergangenem Jahr das „Neustädter Bierfest“ - das am 30. August eine Neuauflage erfahren soll (einen Tag später öffnet das „Biedermeier-Café“ seine Pforten).

Zunächst bekommen Bürgerwehr und Biedermeierdamen während der morgen mit dem Fassanstich und dem bayrischen Abend beginnenden Kirmes besondere Aufmerksamkeit: Am Samstag findet ab 19 Uhr im Bürgerpark ein feierlicher Appell statt. Das Jugendblasorchester sorgt für die musikalische Untermalung, befreundete Wehren für einen würdevollen Rahmen. Brigadegeneral a. D. Klaus Wittmann, der ehemalige Kommandeur der Panzerbrigade 14 und Ehrenkommandant der Bürgerwehr, nimmt die Formation ab und hält eine Festrede. Danach findet ein kleiner Festzug zum Kirmeszelt statt, wo der Abend gemütlich ausklingen soll.

Am Kirmessonntag nimmt die historische Bürgerwehr am Festgottesdienst teil sowie am großen Festzug. Danach erfolgt die Ehrung von Gardisten und Gründungsmitgliedern der Biedermeierdamen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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