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Der "Wahnsinn" hat sich gelohnt

Chor- trifft Rockmusik Der "Wahnsinn" hat sich gelohnt

Bis kurz vor dem Konzert mit Softeis war sich der Männergesangverein Mardorf unsicher, ob Chor- und Rockmusik gemeinsam wirklich funktionieren. "We are the World" zeigte: Jawohl, die Kombination klappt!

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Das gemeinsame Konzert der Chöre des Männergesangvereins Mardorf mit der heimischen Band Softeis war ein voller Erfolg.

Quelle: Yanik Schick

Mardorf. Nach mehr als einem halben Jahr Vorbereitung war der große Moment des Auftritts gekommen. Den Verantwortlichen des Männergesangvereins „Liederkranz“ Mardorf war am frühen Abend die Vorfreude anzumerken - aber auch ein wenig Nervosität vor dem Zusammenspiel mit der Rockband „Softeis“. „Sie werden heute mal eine ganz andere Stilepoche der Chormusik kennenlernen“, drückte sich Volker Kottas, der Vorsitzende des MGV, bei der Begrüßung der rund 300 Besucher recht zurückhaltend aus. Chorleiter Peter Brkitsch wählte da schon wesentlich deutlichere Worte: „Wir experimentieren in fast wahnsinniger Weise.“

Die Kombination aus Rock- und Chormusik hatte es so im Ort und der näheren Umgebung noch nicht gegeben. Sowohl der MGV als auch Softeis betraten mit dem gemeinsamen Konzert Neuland (die OP berichtete). Die große Frage: Schaffen es die Chormitglieder, zwischen Bass, Gitarre und Schlagzeug ihren eigenen Gesang zu inszenieren? Oder versinken sie in der Power des geballten Rock? Die Antwort lieferte das erste Stück, bei dem sich Softeis mit einschaltete. Vorher hatten der Reihe nach der Kinder- und Jugendchor, der gemischte Chor „Asini“ sowie der Männerchor noch einmal „alleine“, also ohne Begleitung der Rockband, gesungen.

"Am Anfang der Proben hat uns Softeis in Grund und Boden gespielt"

„We are the World“, einer der größten Hits der Musikgeschichte, war nun der Auftakt zum zweiten Teil des Konzerts. Das Quartett von Softeis positionierte sich auf der Bühne hinter den Sängern aller drei Chöre. Ein wenig verhalten, aber nicht verstellt, unterstützten Ronny Moucka, Michael Walter sowie die beiden Eismann-Brüder Gerhard und Werner den MGV, der das Lied von Michael Jackson und Lionel Richie mit insgesamt 13 Mikrofonen stimmgewaltig intonierte. Es war der Höhepunkt des Konzerts. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben zusammengefunden“, lautete die Bilanz von Kottas, der gestand: „Am Anfang der Proben hat uns Softeis in Grund und Boden gespielt.“

Im weiteren Verlauf des Abends bekamen die Besucher unter anderem „Über sieben Brücken musst du gehen“, „Amazing Grace“ und „Smoke on the Water“ zu hören. Gerade beim Song von Deep Purple, als sich der Chor ein wenig zurücknahm, kamen die Rockfans im Bürgerhaus auf ihre Kosten. Softeis-Frontmann Ronny Moucka sang zudem solo und unter großem Applaus „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“.

„Wir mussten jedes Lied anders arrangieren“, erklärte Bassist Werner Eismann später die Schwierigkeit des Zusammenspiels mit dem Chor. „Es muss Spannung aufgebaut werden, die Übergänge müssen passen. Es geht um das richtige Auf und Ab in einem Stück.“ Mit dem Resultat waren auch die Musiker von Softeis derart zufrieden, dass sie darüber nachdenken, den MGV in ihr traditionelles Konzert beim Neujahrsmarkt in Kirchhain mit einzubinden.

Schon einen Tag zuvor hatte der MGV zum 140-Jährigen einen Liederabend mit befreundeten Chören veranstaltet. Zu Gast im Bürgerhaus waren der MGV Niederwald, der Gesangverein „Cäcilia“ Schröck, der MGV Ober-Ofleiden/Gontershausen, der Gemischte Chor aus Wittelsberg, der Gesangverein „Edelweiß“ Michelbach, der MGV Sterzhausen, der MGV Kirchhain, der MGV Rüdigheim und der MGV Niederklein. „Durch die verschiedenen Liedbeiträge war es ein tolles Programm“, freute sich Kottas.

von Yanik Schick

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