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Der Verkehr rollt (bald) wieder

Bundesstraße 454 Der Verkehr rollt (bald) wieder

Auf einer Länge von 512 Metern wurde in den vergangenen 826 Tagen die Bundesstraße 454 tiefergelegt und eine der zentralen Kreuzungen in Stadtallendorf umgebaut.

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Die Fahrbahn in Richtung der Unterführung der B 454 erhielt in den vergangenen Wochen ihre endgültige Deckschicht. Archivfotos: Karl Weitzel, Michael Rinde, Matthias Mayer

Stadtallendorf. Am Mittwochmittag soll es endgültig vorbei sein mit allen Einschränkungen an der Bundesstraße 454. Die Verkehrsfreigabe steht an, für Anlieger endet eine Zeit der Einschränkungen und Provisorien. Gestern liefen die letzten Markierungsarbeiten. Abseits der Fahrbahn wird es allerdings noch einige Restarbeiten geben müssen. Mit der Tieferlegung der Bundesstraße soll der Verkehrsfluss angesichts der Prognosen von steigenden Fahrzeugzahlen verbessert werden - und erst recht mit Blick auf die Autobahn 49.

Die OP blickt zurück auf die Bauarbeiten bei der Tieferlegung der B 454 und dem Ausbau der Kreuzung mit der Wetzlarer und der Lilienthalstraße zwischen dem 11. Mai 2011 und dem heutigen Tage:

  • Bauzeit: Es dauerte etwas länger als beim Start im Mai 2011 erwartet. Eigentlich, so die Aussagen vom ersten Spatenstich, hätte die Großbaustelle bereits im März abgeschlossen sein sollen. Doch im Schlussspurt hat das Wetter in diesem Frühjahr bei den Bauarbeiten nicht so mitgespielt wie nötig, obwohl das Bauunternehmen nur ganz wenige witterungsbedingte Schließungen der Baustelle vornehmen musste und teilweise bei „Wind und Wetter“ arbeiteten.
  • Kosten: Veranschlagt waren bei Baubeginn rund 8,6 Millionen Euro Baukosten, an denen auch die Stadt beteiligt ist (siehe Kasten). Ob es dabei geblieben ist, dürfte heute bei der Freigabe klarwerden. Noch im Januar hatte Hessen Mobil angegeben, dass sich die Baukosten voraussichtlich nicht erhöhen sollen.
  • Sperrungen: Zwei Vollsperrungen gab es während der Bauzeit, eine eingeplante gleich zu Beginn der Arbeiten, eine, die entgegen aller Ankündigungen dann im Mai 2012 für vier Wochen nötig wurde. Doch entgegen vieler Befürchtungen blieb das große Chaos früherer Sperrungen aus. Stadt und Hessen Mobil hatten allerdings zur Sicherheit einige Vorkehrungen getroffen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Stadtallendorf stand vier Wochen lang ständig eine Löschgruppe in Bereitschaft, die Kreisverkehre wurden intensiv überwacht, um im Fall der Fälle den Kollaps zu verhindern.

Baubeginn war am 11. Mai 2011. Auf einer Länge von 512 Metern ist die Straße tiefer gelegt und die Kreuzung aus B 454 / Wetzlarer Straße und Lilienthalstraße umgebaut worden. Der innerörtliche Verkehr wird jetzt über einen Kreisverkehr geleitet. Der Durchgangsverkehr fließt jetzt über die tiefer gelegte Bundesstraße. Es war der zweite von insgesamt drei Ausbauabschnitten der Bundesstraße 454.

Fotografen: Karl Weitzel, Michael Rinde, Matthias Mayer, Tobias Hirsch und Thorsten Richter

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  • Unglücksfall: Leider blieb der Kreuzungsumbau nicht unfallfrei. Im April kam es zu einem Arbeitsunfall, von dem die OP erst vor Kurzem durch den Hinweis eines Stadtallendorfers erfuhr: Ein Arbeiter geriet auf unglückliche Weise unter einen Kleinbagger und erlitt schwerste Beinverletzungen, wie die Staatsanwaltschaft in Marburg auf Anfrage mitteilte. Die von Amts wegen aufgenommenen polizeilichen Ermittlungen wegen des Unglücks wurden im Juni eingestellt. Annemarie Wied, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, spricht gegenüber der OP von einem „tragischen Unglücksfall.“
  • Auswirkungen der Bauarbeiten: Anlieger, vor allem Geschäftsleute, trafen die Einschränkungen durch die Umleitungen zu ihren Grundstücken hart. Einige Betroffene bezifferten ihre Umsatzrückgänge phasenweise mit 30 bis mehr als 50 Prozent. Hessen Mobil bemühte sich, durch eine umfassende Beschilderung in Absprache mit den Betroffenen, die Folgen zu lindern. Verkehrsmäßig abgeschnitten fühlten sich viele Bewohner der Haartsiedlung.
  • nteresse der Bürger: Wie sehr die Stadtallendorfer sich für das, was in der Tiefe passierte, interessierten, zeigten die beiden „Tage der offenen Baustelle“, die Hessen Mobil gemeinsam mit der Firma Herzog organisiert hatte, im Mai 2012 und im April dieses Jahres.
  • Baulärm: Der hielt sich im Rahmen dessen, was zu einer solchen Baustelle gehört, bis auf die Zeit, in der Bohrgeräte die unvermeidlichen Fundamentlöcher für die Betonstützen in die Erde rammen mussten, teilweise bis zu 13 Meter tief.
  • Dritter Bauabschnitt: Der umfangreichste und mit Abstand teuerste Bauabschnitt der B 454 steht noch aus, der Beginn ist offen, es gibt noch kein Baurecht, die Finanzierung ist ebenfalls noch unklar. Stadt und Anlieger forderten zuletzt Verbesserungen beim Lärmschutz. Veranschlagt sind rund 16,5 Millionen, die der Bund alleine aufbringen müsste.
Vorgeschichte:
Vor rund 17 Jahren fiel die Entscheidung, die B 454 in mehreren Abschnitten tieferzulegen. Seit Ende 1999 gab es bereits Baurecht für den zweiten, jetzt vollendeten Abschnitt. Auch die Stadt Stadtallendorf ist mit 2,6 Millionen Euro an den Kosten des Kreuzungsumbau beteiligt, ursprünglich waren sogar rund 4 Millionen Euro gefordert. Doch in zähen Verhandlungen gelang es dem damaligen Bürgermeister Manfred Vollmer den städtischen Anteil herunterzuhandeln und Zuschüsse darauf zu bekommen. Grund für die Beteiligung war eine Vereinbarung zwischen Bund und Stadt aus den 90er Jahren.

von Michael Rinde

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