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Kultur-Spektakel

Der Traum von einem "Kultursommer"

Das Amöneburger Kultur-Spektakel hat sich inzwischen etabliert. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg hofft nun, dass die politischen Diskussionen um die Veranstaltung abebben.
Zahlreiche Bürger beteiligten sich am Lichterfest. Die stundenlange Vorbereitung zahlte sich aus: Die Eröffnung des Kultur-Spektakels war sehr stimmungsvoll.Fotos: Dr. Gunnar Meske

Zahlreiche Bürger beteiligten sich am Lichterfest. Die stundenlange Vorbereitung zahlte sich aus: Die Eröffnung des Kultur-Spektakels war sehr stimmungsvoll.Fotos: Dr. Gunnar Meske

Amöneburg. Michael Richter-Plettenberg geht in die Offensive: Der Bürgermeister und Vorsitzende des Vereins Kultur-Spektakel hat es satt, dass aus der Stadtverordnetenversammlung alljährlich Nachfragen zur Großveranstaltung und ihren Kosten kommen. Das Kultur-Spektakel habe sich etabliert, nun wolle er die Stadtverordneten vor die Wahl stellen: „Entweder können wir das Projekt fortsetzen und zu etwas entwickeln, das für den Ort wichtig wird. Dann müssen sich die Stadtverordneten fragen, ob sie es unterstützen. Wenn sie aber keine Fortsetzung wollen, dann müssen sie auch die Verantwortung übernehmen und dies den ganzen Ehrenamtlern mitteilen.“

Er sehe die Kulturveranstaltungen als wichtig für die Strukturpolitik einer kleinen Gemeinde wie Amöneburg an, betont Richter-Plettenberg. Es sei an der Zeit, darüber nachzudenken, wie sich das Spektakel weiterentwickeln lasse. In der bisherigen Form sei es ein „Versuchsballon“ gewesen - der gezeigt habe, dass sich die Schlossruine als Spielort für Festivals eigne. Das Potenzial sei also da zum Beispiel für einen „Amöneburger Kultursommer“ mit Veranstaltungen von Mai bis September: „Das Kultur-Spektakel wäre davon nur ein kleiner Teil.“ Die Vereine könnten dann ebenfalls die Schlossruine nutzen: „Dazu bräuchten wir natürlich eine Infrastruktur. Für die zehn Tage mussten wir bisher immer alles ankarren - Ausrüstung vor Ort würde das Ganze natürlich einfacher machen.“

Erstes Ziel ist ein Dach

In der Diskussion war in der Vergangenheit bereits, eine Bühne für die Ruine zu besorgen. Primäres Ziel Richter-Plettenbergs ist es derweil, eine „periodische Überdachung“ im Zwinger zu installieren. Mehrere zehntausend Euro würde dies kosten - allerdings gebe es die Perspektive, über das regionale Entwicklungskonzept und die Region Marburger Land Fördermittel aus dem EU-Leader-programm von bis zu 50 Prozent einzuwerben. „Das Theater der Waggonhalle im strömenden Regen war schon etwas für Hartgesottene und ein wirtschaftlicher Verlust, den man so nicht kalkulieren konnte“, untermalt er seine Idee und spricht den Erfurtshäusern Lob aus, die ob des Regens in einer Hauruck-Aktion ihr großes Festzelt in der Ruine aufstellten und so zumindest für einen gewissen Schutz sorgten. Tatsächlich hätten sich auch mehrere Vereine bei ihm gemeldet und erklärt, sie wollten sich finanziell am Projekt „Überdachung“ beteiligen.

„Uns läuft die Zeit weg“, meint Richter-Plettenberg. Dass Spektakel dürfe nicht statisch sein sondern müsse sich weiterentwickeln. Eine Bilanz wollen er und seine Mitstreiter aus dem Vorstand des Vereins erst mit etwas Abstand im August ziehen. Schon jetzt sagt der Bürgermeister aber, dass er mit der Veranstaltung und dem abwechslungsreichen Programm, an dem fast 400 Akteure beteiligt waren, zufrieden sei.

Für diese Zeitung warf Richter-Plettenberg bereits einen Blick zurück auf die einzelnen Veranstaltungen: Die Eröffnung mit Chorkonzert, Feuershow und Lichterfest bezeichnete er als „sehr stimmungsvoll“. Besonders gefreut habe ihn, dass sich zahlreiche Jugendliche beteiligten: „Sie stellten den ganzen Tag über Lichter auf. Das ist eine Sache, bei der es sich lohnt, sie weiter auszubauen.“

Die Theateraufführung der Waggonhalle sei „fantastisch gut gemacht“ gewesen - aber leider im Regen abgesoffen. Der Kunsthandwerker habe sich etabliert, und die Handwerker kämen gerne auf den Berg: „Es wäre töricht, das nicht fortzusetzen.“ Gut gefallen habe ihm auch, dass sich die einzelnen Orte im Vorfeld Gedanken über sich gemacht hatten, daraus die Plakate für die Mitmachaktion entstanden und sich Ortsvorsteher und Bürger „näher gekommen“ seien.

"König Fußball" spaltet das Programm

Den zweiten Auftritt der musikalischen Kabarettgruppe „Pömps“ auf dem Berg bezeichnete er als „Knaller“. Einer der schönsten Augenblicke sei aber das Kindermusical „Das geheime Leben der Piraten“ des Nachwuchses der Mardorfer Sänger gewesen: „So viele Kinder auf der Bühne, und 300 Pimpfe, die gebannt zuschauen. Eine Aktion von Kindern für Kinder - das war eine sensationelle Atmosphäre.“

Die Aufführung von Dürrenmatts Kriminalkomödie „Abendstunde im Spätherbst“ kommentierte Richter-Plettenberg mit: „Erwartet hochwertig“. Problem der Nacht der Blasmusik sei gewesen, dass die Veranstaltung durch „König Fußball“ in zwei Hälften gespalten worden sei: „Ich hätte mir mehr Zuschauer beim Fußball gewünscht.“ Höhepunkt war das Rockkonzert von Softeis und den Mardorfer Bands Glassbowstones und Kabitt. „Das war natürlich wieder richtig klasse.“

„Der Wandel bleibt“, verspricht Richter-Plettenberg weiterhin Abwechslung im Programm. Er könne sich gut vorstellen, klassische Musik oder Poetry Slam in den Zwinger zu holen.

Primär stehe jedoch die Entwicklung der Kultur in Amöneburg im Vordergrund. Dafür sieht er sich gut gerüstet. „Wir müssen nun also Überzeugungsarbeit leisten.“ Die Voraussetzungen seien gut: „Es gibt eine breite Unterstützung. Das Spektakel ist also nicht mehr nur die spinnerte Idee eines Bürgermeisters.“

von Florian Lerchbacher


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