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Der Traum vom Kunstrasen geht in Erfüllung

Der Traum vom Kunstrasen geht in Erfüllung

Zahlreiche Spieler des Kreisoberligisten VfL Neustadt durchliefen gemeinsam die Jugendteams des Vereins. Als C-Jugendliche spielten sie auf einem Kunstrasenplatz - und haben seitdem einen Traum.

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Klaus Busch (von rechts), Thomas Groll und Wolfram Ellenberg können die Vorfreude auf den neuen Kunstrasenplatz kaum verbergen. Vorbei sind dann die Zeiten des Hartplatzes, der bei stärkerem
Regen auch schon unter Wasser stand.Fotos: Florian Lerchbacher, privat

Neustadt. Schon seit einigen Jahren träumen Spieler, Trainer und Funktionäre des VfL Neustadt davon, aus dem Hartplatz „Ochsenwiese“ einen Kunstrasenplatz zu machen. In Uwe Breuer, Thomas Schmid, Peter Bauscher, Martin Krapp und Andreas Blattner engagierten sich fünf Mitglieder besonders für das Projekt - und dürfen sich nun freuen: Alles deutet darauf hin, dass aus dem Traum Realität wird.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses sprachen der Stadtverordnetenversammlung bereits einstimmig die Empfehlung aus, grünes Licht für die Umgestaltung zu geben. Am Montag fällt dann die endgültige Entscheidung. „Wir brauchen einen Kunstrasenplatz, um die Zukunft des Vereins zu sichern“, betont Klaus Busch, der zweite Vorsitzende: „Die anderen Vereine, die bereits ein solches Feld haben, laufen uns sonst weg, weil sie witterungsunabhängig sind.“

Der 1983 angelegte Hartplatz entspreche schlicht nicht mehr dem heutigen Stand und den Anforderungen, ergänzt Vorsitzender Wolfram Ellenberg. Zudem bereite die Drainage Probleme: Kaum regne es etwas mehr, bildeten sich große Pfützen auf dem Feld. Und selbst wenn das Wetter besser sei, lasse sich der Platz nicht mehr vernünftig bespielen: „Er ist total verhärtet und wird überhaupt nicht mehr weich.“

Ein Bodengutachten liegt bereits vor. „Es müssen einige Dinge beachtet werden - aber der Umbau ist machbar“, sagt Bürgermeister Thomas Groll über das Projekt im ehemaligen Sumpfgebiet - dessen Pläne er früher aufgrund der finanziellen Lage der Stadt nur müde belächeln konnte. „Ich habe ja selber nicht daran geglaubt“, wirft Ellenberg ein. „Aber dann bekamen wir Signale aus Wiesbaden, dass es im Bereich Sport und Infrastruktur Möglichkeiten gibt“, betont der Rathauschef und ergänzt: „Stadt und Verein hoffen auf eine Landeszuweisung in sechsstelliger Höhe.“

660000 Euro soll die Umgestaltung samt der Erneuerung der Flutlichtanlage kosten. Die Stadt will sich mit 75000 Euro beteiligen - ein Betrag, den auch der VfL Neustadt durch Spenden und Eigenleistung beisteuern soll. Zudem ist geplant, dass der Landkreis zehn Prozent der Kosten trägt.

Die Stadt will dem Verein das Nutzungsrecht für 50 Jahre gewährend und wird dem Verein - wenn die Stadtverordneten dies absegnen - für die in Aussicht gestellten Zuschüsse von Land und Kreis eine zeitlich befristete Bürgschaft über 250000 Euro für zwei Jahre sowie eine Bürgschaft über 75000 Euro für 20 Jahre gewähren. Der Vfl wiede­rum erklärt sich bereit, den anderen Neustädter Vereinen den Platz bei Bedarf zur Verfügung zu stellen. Mit Intertürk teilt er sich die Zeiten im Waldstadion, im Winter trainiert teilweise der TSV Speckswinkel in der Kernstadt. Noch dazu sollen Flüchtlinge - egal, ob aus Erstaufnahmeeinrichtung oder der dauerhaften Unterbringung - die Möglichkeit bekommen, die freien Zeiten zum Fußballspielen zu nutzen.

Der Verein hofft, den Kunstrasenplatz bereits zur Saison 2016/2017 einweihen zu können. Um zur Finanzierung des Umbaus beizutragen, planen die Mitglieder bereits einige originelle Aktionen. Sie wollen zum Beispiel die auf dem Gelände stehenden Birken fällen und das Holz versteigern, das Maifeuer auf dem Platz ausrichten und ein Kuhbingo auszurichten: „Das war schließlich früher eine Ochsenwiese“, erläutert Busch und verweist auf ein Spendenkonto: „Wir suchen Unterstützer für sofort - aber auch für die Zukunft, schließlich wird es Folgekosten geben.“

Derweil fängt der Bürgermeister an, von (noch) besseren Zeiten beim Fußball zu träumen: „Eine Stadt in der Größenordnung von Neustadt muss eigentlich in der Lage sein, ein Team zusammenzustellen, das höher als Kreisoberliga spielt.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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