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Der Schuldezernent macht Hoffnung

Zukunft der Grundschule Der Schuldezernent macht Hoffnung

In Bracht kann es auch über das Jahr 2017 hinaus eine Grundschule geben. Das sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Marian Zachow am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung in Bracht.

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Beim Informationsabend zum Erhalt der Grundschule in Bracht war der kleine Saal der Mehrzweckhalle am Mittwochabend voll besetzt.

Quelle: Matthias Mayer

Bracht. Nach dem Schulentwicklungsplan des Landkreises droht der zwei-klassigen Grundschule mit einer Klasse für das erste und zweite Schuljahr und einer Klasse für das dritte und vierte Schuljahr 2016 oder 2017 die Schließung, weil dann die Zahl der Schülerinnen und Schüler voraussichtlich auf unter 26 sinkt. Die Zahl 13 steht in Hessen für die Mindestgröße einer Klasse. Wird diese unterschritten, wird die betroffene Klasse mit einer anderen Klasse zu einer großen Einheit von bis zu 25 Schülern zusammengelegt. In Bracht könnte die Grundschule auf eine Klasse für alle vier Jahrgangsstufen mit bis zu 25 Schülern schrumpfen. Dieses Szenario ist in Bracht ebenso wenig gewollt wie die Aufgabe des Schulstandorts und die künftige Einschulung aller Kinder in die Grundschule Rauschenberg, zu der Bracht als Außenstelle geehört.

So weit muss es nicht kommen. Der Schulentwicklungsplan stehe auf Papier und sei nicht in Stein gemeißelt. Kluge Bildungspolitik dürfe sich nicht nur an Zahlen orientieren, sondern müsse auch auf das pädagogische Konzept schauen. Und das Konzept in Bracht sei überzeugend und zukunftsweisend, sagte der Christdemokrat. Der Landkreis sei auch für unorthodoxe Lösungen bereit. Etwaige Unterschreitungen der Sollzahl ließen sich durch die Einschulung von Kindern aus Nachbarorten kompensiert werden. Das werde von der Schulleitung flexibel gehandhabt.

Das Brachter Modell hatten zunächst einige Referenten dem Schuldezernenten näher gebracht. Kita-Leiterin Anne Schmidt sprach von einem Schatz, den es für Bracht zu bewahren gelte. Die ganztägige Betreuung der Schulkinder in der Einrichtung begünstige wesentlich die Intention des Kita-Teams, für die Kindergartenkindern mit vielen kleinen Bildungsinhalten einen sanften Übergang zur Schule zu gestalten. „Bei uns spielen schon die Vierjährigen Schule. Sie wollen zusammen mit den Großen Hausaufgaben machen und werden dabei durch diese angeleitet und unterstützt“, sagte sie. Das Ergebnis: Die Kinder wechselten gut vorbereitet und angstfrei in die Schule.

Ulrike Bauer, Vorsitzende des Arbeitskreises zum Erhalt der Grundschule, Vorsitzende des Arbeitskreises zum Erhalt der Grundschule, stellte ihre Internet-Recherchen zu wissenschaftlichen Begleitung von Modellversuchen zu jahrgangsübergreifenden Kombiklassen in Bayern und Berlin vor. Das gemeinsame Ergebnis: Schülerinnen und Schüler in Kombiklassen haben die gleichen Lernerfolge, wie ihre in jahrgangsgebundenen Klassen unterrichten Alterskameraden. Dafür weisen die Kinder aus den Kombiklassen eine höher entwickelte soziale Kompetenz vor.

„So wie sie jetzt ist,ist die Schule prächtig“

Das bestätigte Dierk Brüning aus seiner Praxis. Der für Schwabendorf und Bracht zuständige Pfarrer unterrichtet in Bracht Religion. „Die Kombiklasse ist keine Notlösung, sondern eine gute Lösung. So wie sie jetzt ist, ist die Schule prächtig. Die Lernergebnisse sich gut. Das bestätigt auch die Schulleiterin Nicola Pfrommer“, sagte Brüning und plädierte für den Fortbestand: „Wir fördern soziales Lernen. Und wir wollen weitermachen dürfen, wenn wir mal für ein Jahr an die rote Linie kommen. In diesem Fall müssen auch Grenzen (des Schulbezirks, die Red.) geöffnet werden.“ Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich hatte eingangs auf die seit zwei Jahre laufenden Aktivitäten zum Erhalt der Schule zurückgeblickt und dafür geworben, diese im konstruktiven Dialog mit dem Kreis als Schulträger und der Grundschule fortzusetzen.

Die Eltern im vollbesetzten Saal unterstrichen die Bedeutung der Schule für die Zukunft des Dorfes und die Wichtigkeit der Betreuungszeit der Grundschüler in Bracht zwischen 7.30 und 17 Uhr für die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. Die falle mit dem Ende Schule in weg. Und dann gehe es für manche Familie, wie es eine Mutter ausdrückte, „um die Existenz.“

von Matthias Mayer

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