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Der Schilderwald lichtet sich leicht

Kirchhain Der Schilderwald lichtet sich leicht

Vor etwa einem Jahr begannen Verwaltungsmitarbeiter in Kirchhain damit, sämtliche Verkehrsschilder im Stadtgebiet auf ihren Sinn zu überprüfen. Das Ergebnis hat die Verantwortlichen selbst überrascht.

Kirchhain. Mehrere tausend Verkehrszeichen gibt es im Kirchhainer Stadtgebiet, auf eine genaue Zahl legt sich die Verwaltung nicht fest. Etwa ein Jahr lang haben Mitarbeiter des Fachbereichs 3 die Beschilderung ingesamt kontrolliert, auf der Suche nach Schildern, die nicht mehr zeitgemäß, überflüssig oder erneuerungswürdig sind. Bei Beginn war Fachbereichsleiter Gordon Schneider noch davon ausgegangen, dass es rund 100 Verkehrsschilder sein werden, die vielleicht abgebaut werden könnten. Doch am Ende sind es mehr als dreimal so viele geworden.

Die Ortsbeiräte waren in die Initiative eingebunden. „Wir haben allerdings nicht jeden Wunsch erfüllen können, weil teilweise Vorschriften dagegen sprachen“, räumt Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) ein. Doch an vielen Stellen aber simple Vereinfachungen dazu geführt, dass überflüssige Schilder demnächst vom Bauhof abmontiert werden können. Einige Beispiele:

- In der Sportstraße in Langenstein verschwinden 12 Tempo-30-Schilder, weil die Straße in eine bestehende Tempo-30-Zone einbezogen werden kann.

- In der Alsfelder Straße existiert mit Rücksicht auf den nahen Kindergarten streckenweise ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Doch dies ist nun zeitlich befristet, von montags bis freitags und von 7 bis 18 Uhr. „Es ist einem Autofahrer schwer vermittelbar, dass er an dieser Stelle sonntags nur 30 Stundenkilometer fahren soll“, sagt Schneider im Gespräch mit der OP.

- Zahlreiche Durchfahrverbote im Feld werden, wo sie nach der Prüfung entbehrlich sind, Zug um Zug verschwinden.

- Auch gefährliche Schilder müssen weg. So wurden früher an Querungshilfen zusätzliche Warnbaken angebracht. Sie fielen teilweise jedoch zu groß aus. Die Polizei machte die Stadtverwaltung darauf aufmerksam, dass Kleinkinder hinter diesen hohen Schildern regelrecht „verschwinden“. Runde Warnschilder sollen sie nun ersetzen.

Die überörtlichen Straßen wie Landes-, Bundes- oder Kreisstraßen hat die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit Hessen Mobil geprüft. Bei jeder Änderung müssen die Fachbehörden wie auch der Regionale Verkehrsdienst der Polizei angehört werden. Das passierte zum Teil bei Verkehrsschauen. Es gab aber auch kuriosere Entdeckungen, zum Beispiel ein Ortsschild, das noch auf den Altkreis Marburg verweist und inzwischen komplett verwittert ist. Es soll nun schnell ausgetauscht werden.

Die gesamte Überprüfungsaktion soll sich für die Stadt auch finanziell auszahlen, zumindest in kleinem Rahmen. Denn für jedes Verkehrsschild, das nicht mehr steht, entfallen auch die Unterhaltungskosten.

von Michael Rinde

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