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Der Rasenmäher bleibt ein Wunschtraum

Wettbewerb Der Rasenmäher bleibt ein Wunschtraum

Jeden Sonntag um 15.05 Uhr stellt HR4 einen hessischen Verein vor. Diesmal gastierte der Radiosender mit "Mein Verein in HR4" beim Momberger Tauziehclub im Dorfgemeinschaftshaus.

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Beim Turmbau zu Momberg kommen die Tauzieher auf 1,32 Meter.Fotos: Heinz-Dieter Henkel

Momberg. Langsam rückt der Uhrzeiger auf 15 Uhr vor. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus deutet nichts auf eine größere Veranstaltung hin. Einsam weht ein Segel mit dem grün-weißen Logo von HR4 vor dem Gebäude. Der Bully, mit dem das Radioteam nach Momberg gekommen ist, steht etwas versteckt hinter dem Haus. Nach und nach füllen sich die Reihen im gesellschaftlichen Momberger Ortsmittelpunkt.

Eine Minute früher als abgesprochen schaltet der Sender erstmals nach Momberg und überrascht die Moderatoren Carsten Gohlke und Rainer Janke bei ihrem „Warming up“ mit den Besuchern.

Producer Peter Engel hat aber aufgepasst und die Fäden fest in der Hand. Arm hoch bedeutet Applaus - in den hinein die Anmoderation erfolgt. Nach der ersten Vorstellung des Ortes: „Momberg ist nicht Homberg“, von denen es ja zwei in der näheren Umgebung gebe, ist der Tauziehclub dran.

Fast schon professionell und ohne erkennbare Nervosität beantwortet Walter Schmitt, der - mit einer kurzen Unterbrechung - seit der Vereinsgründung im Jahr 1978 den Vorsitz innehat, die Fragen der Reporter. Allerdings muss er vermelden, dass der sportliche Bereich seit 2011 ruht. „Der demographische Wandel hat nicht nur uns zur Aufgabe gezwungen“, verrät Schmitt.

Dabei kann der Tauziehclub Momberg auf eine stattliche Anzahl von Meisterschaften in den verschiedenen Gewichtsklassen zurückblicken. Alleine 17 Mal waren die Momberger südwestdeutscher Meister und zweimal sogar deutscher Vizemeister mit einer Jugendmannschaft.

Nach dem Rückblick sind die aus dem Radiosender bekannten Spiele dran. Die 48-Stunden-Aufgabe haben die ehemaligen Tauzieher bereits mit Bravour bewältigt: Der Bau einer Schutzhütte am Elisabethpfad, der von Marburg nach Eisenach führt, war mit Hilfe der örtlichen Zimmerei und Schreinerei am Vorabend bereits umgesetzt worden. Die ersten Wanderer hatten sie bereits genutzt. Und Schmitt ruft stolz zum Besuch auf: „Die sollten Sie sich einmal anschauen.“

Auch bei dem Geschicklichkeitsspiel „Hoch hinaus mit HR4“, wo die Teilnehmer aus kleinen Bausteinen in einer Minute einen möglichst hohen Turm bauen müssen, zeigen die Tauzieher eine gute Leistung: Ihr Turm fällt mit 1,32 Meter recht stattlich aus und bringt zu den 1000 Punkten aus der Langzeitaufgabe noch einmal 1320 Punkte ein.

Der Porschetraktor als Trainingsgegner

Es folgt ein Interview mit dem ehemaligen Trainer der Tauzieher, Karl-Heinz Schreiner, der seinen Geburtstag vor Ort feiert. „Nach den ersten Anfängen mit Gewinn von kleinen Bierfässchen wurde dann ernsthaft trainiert“, erinnert er sich und berichtet von außergewöhnlichen Trainingsmethoden: Sein alter Porschetraktor habe schon mal herhalten und eine gegnerische Mannschaft simulieren müssen.

Mit sichtbarer Freude berichtet Schreiner von einer Bodybuilder-Mannschaft aus Aschaffenburg, deren Mitglieder beim Wiegen ihre Brust- und Beinmuskeln spielen ließen und anschließend im Wettkampf in acht Sekunden abgefertigt waren. „Von denen haben wir nie wieder etwas gehört“, sagt er grinsend.

Bei dem anschließenden Musikquiz erraten die Momberger mit Hilfe des inzwischen auf 150 Personen angewachsenen Publikums drei Titel und drei Interpreten. Das macht noch einmal 450 Punkte. Beim Büchsenwerfen kommen noch einmal 200 Punkte dazu.

Das zusammen wird aber nicht reichen, um in dieser Staffel der inzwischen zwölf Jahre andauernden Sendung einen Spitzenplatz zu belegen. So bleibt der neue Rasenmäher noch etwas länger ein Wunsch der Tauzieher.

Wie sehr die Momberger zusammenhalten, wird in der „Spendenaktion Luisa“ deutlich. Sämtliche Einnahmen aus den gespendeten Kuchen, dem Kaffee und dem Plus aus dem Getränkeverkauf vom Nachmittag gehen an ein behindertes einheimisches Mädchen, um ihm eine medizinisch-therapeutische Maßnahme zu ermöglichen.

von Heinz-Dieter Henkel

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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