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Der Nikolaus steht (fast) alleine da

Wandertag Der Nikolaus steht (fast) alleine da

Große Freude bei den Wanderfreunden Neustadt: 552 Teilnehmer kamen zur Winterwanderung - allein fünf Vereine reisten mit vollem Bus an. Den einzigen Makel offenbarte der Nikolaus-Besuch.

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150 Kilometer Anfahrt hatten die Wanderer aus Wölfershausen gerne in Kauf genommen.Foto: Yanik Schick

Neustadt. Am späten Vormittag, als viele Wanderer schon von der Strecke zurück sind und sich im Haus der Begegnung aufwärmen, soll es noch eine Attraktion für die Jüngsten geben. Zwei Vereinsmitglieder, verkleidet als Nikolaus und sein Knecht Ruprecht, treten auf die Bühne und bitten alle Kinder, nach vorne zu kommen - der Jutesack ist für sie mit zahlreichen kleinen Geschenken gefüllt. Von den mehr als 100 Leuten im Saal treten daraufhin gerade einmal vier Jungen und Mädchen nach vorne. Das findet der Nikolaus höchstpersönlich ein bisschen mager: „Schade, dass es so wenige sind. Da müsste mal etwas getan werden“, sagt er ins Mikrofon, wirkt dabei allerdings selbst etwas ratlos. Es ist ein symptomatisches Bild für den Wandersport.

Erst in der vergangenen Woche hatte Ludwig Nothvogel, der Vorsitzende der Wanderfreunde Neustadt, über fehlenden Nachwuchs geklagt (die OP berichtete). Er sieht einen klaren Trend: „In den 1970er-Jahren gab es noch einen Boom. Da lag der Altersschnitt bei uns im Verein bei 35 und wir alle hatten Kinder, die wir mitgenommen haben.“ Das sei mittlerweile nicht mehr so: „Heute kommt höchstens noch mal vereinzelt der Opa mit seinem Enkelchen“, berichtet Nothvogel.

Dass die Teilnehmerzahl bei der alljährlichen Winterwanderung für die Neustädter dennoch so überaus zufriedenstellend ist, liegt vor allem an Leuten wie Heinz und Helga Gemmeg. Das Ehepaar ist in einem Bus mit knapp 50 anderen Wanderern aus dem osthessischen Wölfershausen nach Neustadt gekommen. Rund 150 Kilometer Fahrt für ein paar Stunden wandern also - doch für die Gemmegs ist es diesen Aufwand auf jeden Fall wert. „Die ganze Umgebung und insbesondere der Junker-Hansen-Turm sind sehr schön. Außerdem besuchen uns die Neustädter auch immer bei unseren Wanderungen, da ist das selbstverständlich“, erklären die beiden. Neben den Wanderfreunden „Glück Auf“ Wölfershausen sind auch die Wandervereine aus Alt-Hürth, Bockenau, Grolsheim und Kleinwallstadt mit einem vollen Bus angereist.

„Da zahlt sich aus, dass wir auch jedes Wochenende unterwegs sind“, sagt Ludwig Nothvogel. Ziel sei es, den Gästen bei eigenen Veranstaltungen einen tollen Rahmen zu bieten.

Diesmal führen die Wanderwege in Richtung Heidental. „Da ist das ganze Flair besonders, die Landschaft ist abwechslungsreich und es gibt keine steilen Passagen“, erzählt Nothvogel.

Ergebnisse

IVV-Vereine: 1. Wölfershausen (49 Teilnehmer), 2. Bockenau, Alt-Hürth (jeweils 45).

EVG-Vereine: 1. Lindenstruth (13), 2. Schröck, Gießen (jeweils 12).

Ortsvereine: 1. Freiwillige Feuerwehr Neustadt (14), 2. VfL (13), 3. CDU (3).

von Yanik Schick

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