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Der Maisanbau nimmt deutlich zu

Flächnanteil in Kirchhain liegt über dem Kreisdurchschnitt Der Maisanbau nimmt deutlich zu

Der Maisanbau hat in Kirchhain zwischen 2010 und 2012 deutlich zugenommen. Das teilte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) vor der Stadtverordnetenversammlung mit.

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Kirchhain. Kirchner antwortete auf eine entsprechende kleine Anfrage des Stadtverordneten Reiner Nau. Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen bezog seine Anfrage auf eine Studie der Universität Gießen aus diesem Jahr, wonach es „zu einem deutlichen der mit Mais bestellten Ackerflächen, zu einer Gefährdung der Biodiversität (biologische Vielfalt, die Redaktion) im Amöneburger Becken und in Teilräumen des Gebiets der Stadt Kirchhain sowie zu erhöhter Gefahr für Bodenerosion . . .“ gekommen war. Naus Fragen nach der Entwicklung der Maisanbauflche im Stadtgebiet, der Gefährdungspotenzial für die biologiche Vielfalt und für Bodenerosion und den möglichen Konsequenzen vermochte der Bürgermeister noch nicht zu beantworten, weil der Stadt die Studie noch nicht vorliege. Dazu müsse diese erst veröffentlich werden, erläuterte Jochen Kirchner. Dagegen stellte der Bürgermeister die vom Fachbereich Ländlicher Raum ermittelten Zahlen zu Maisanbau im Stadtgebiet vor. Danach wurden n 2010 in Kirchhain auf 521,05 Hektar Fläche Mais angebaut. Das entspricht 15,04 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. Der Maisanteil im Landkreis betrug in diesem Jahr 10,22 Prozent. n 2011 wuchs der Mais in Kirchhain bereits auf 646,12 Hektar Ackerland, was 18,96 Prozent der verfügbare Anbaufläche entspricht. Im Landkreis stieg der Maisanteil geringfügig auf 10,34 Prozent an. n Das Jahr 2012 brachte für Kirchhain erneut einen deutlichen Anstieg des Maisanteils auf 805,17 Hektar oder 23,88 Prozent. Auch kreisweit stieg der Kreisanteil 2012 deutlich an auf 13,55 Prozent, was einem Zuwachs von 912,13 Hektar Maisanbaufläche entspricht. Der Bürgermeister begründete den starken Maiszuwachs 2012 mit den großen kältebedingten Ausfällen bei der Winterfrucht. Vielfach habe in diesem Jahr nur noch Mais nachgesät werden können.Zudem berichtete der Bürgermeister, dass der Stadtverwaltung zwei Fälle von Bodenerosion im Stadtgebiet bekannt seien. In Schönbach sei Ackerkrume von einem Rapsfeld abgeschwemmt worden. In der Gemarkung Betziesdorf sei das auf einem auf einem Maisschlag passiert. Alternativen: Wildblumen oder Szarvasigras Der Maisanbau nimmt mit der wachsenden Verbreitung der Biogasanlagen bundesweit kontinuierlich zu. Mais verspricht sowohl als Futter- als auch als Energiepflanze große Erträge, ist aber nicht zuletzt wegen der Erosionsproblematik und den Auswirkungen auf das Landschaftsbild nicht unumstritten. Als vielversprechende Mais-Alternative für den Einsatz in Biogasanlagen gilt inzwischen das ungarische Szarvasigras.Die mit Abstand größte Biogasanlage der Region baut derzeit die E.on Mitte Natur im Kirchhainer Stadtteil Stausebach. Mit Blick auf die Mais-Problematik hat die Stadt den Bauherrn über einen städtebaulichen Vertrag verpflichtet, in einem Modellversuch Wildblumenmischungen für den Einsatz in Biogasanlagen zu erproben.

von Matthias Mayer

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