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Der Kanal hat seine Höhen und Tiefen

Bauarbeiten Der Kanal hat seine Höhen und Tiefen

Eigentlich war das Ende der Arbeiten am ersten Bauabschnitt auf der Bundesstraße in Neustadt für den 12. Dezember vorgesehen. Aufgrund einer Überraschung dauern sie nun einige Tage länger.

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Die Hindenburgstraße bleibt über den 12. Dezember hinaus noch Baustelle.Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Wir sind quasi im Zeitplan und werden im Dezember fertig“, sagt Sonja Lecher, Pressesprecherin von Hessen Mobil. Die kleinere Verzögerung im Zeitplan resultiere daraus, dass unter der Hindenburgstraße der Kanal an einigen Stellen nur 50 statt der üblichen mehr als 85 Zentimeter unter der Fahrbahn liege - entsprechend sei es nicht möglich, die ganze Strecke wie geplant 85 Zentimeter tief auszukoffern. „Wir mussten uns auf die neue Situation einstellen“, erklärt Lecher und betont, die Probleme seien gelöst. Nun kommen feinere Geräte zum Einsatz, eine andere Bauweise wird angewandt „und wir müssen vorsichtiger arbeiten“.

Der Kanal ist so weit saniert und bleibt, wo er ist, berichtet Lecher - die mit Hessen Mobil zwar nicht für diesen Teil der Arbeiten zuständig ist, allerdings Bescheid weiß, da ihre Behörde (im Auftrag des Bundes zuständig für die Erneuerung der Fahrbahn), die Stadt Neustadt (zuständig für die Gehwege), der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (zuständig für Wasserleitungs-Erneuerungen) und der Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke bei dem Projekt kooperieren. Ab November will Hessen Mobil weiter auskoffern lassen und die Fahrbahn in verschiedenen Schichten erneuern.

Derweil kämpft die Stadt mit oftmals bei Baustellen und Umleitungsverkehr auftretenden Problemen. Ein Bewohner des Hattenrords hatte im Rathaus vorgesprochen, sich über die Zunahme des Verkehrs, eine große Zahl an Bussen und Lastwagen und die zu schnelle Fahrweise von Fahrzeugführern beschwert. Die Stadt initiierte daraufhin zwei Verkehrszählungen, die ergaben, dass zwischen 14 und 15 Uhr 260 beziehungsweise 300 Fahrzeuge auf der Strecke unterwegs waren. Das sei zwar eine Zunahme des Verkehrs, allerdings seien Hattenrod und Nellenburgstraße offizielle Umleitungsstrecken, betont Bürgermeister Thomas Groll und ergänzt: Dies habe dazu geführt, dass Neustadt GVFG-Fördermittel erhalten habe und die Anlieger bei der Sanierung nur 50 statt 75 Prozent der Kosten tragen mussten.

Die Stadt stellte zudem fest, das die neun Busse, die das Hattenrod während der Zählung durchfuhren, eine entsprechende Genehmigung haben. Und auch die Lastwagen, die dort unterwegs waren, hätten das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten. „Ich will aber nicht in Abrede stellen, dass dort auch Lastwagen verbotswidrig entlangfahren“, sagt Groll und widmet sich dem nächsten Punkt: den Geschwindigkeitsüberschreitungen. Diese hätten massiv zugenommen: „Wir haben am Montag vier Stunden lang in der Tempo-30-Zone geblitzt und 60 Verstöße festgestellt.“ Diese hohe Zahl überrasche ihn doch sehr: „Wir werden dranbleiben und nochmal blitzen.“

Stadtteile bekommen keine Fußgängerampeln

Auch in umgekehrter Richtung der Streckenführung gibt es Kritik: Zahlreiche Lastwagenfahrer würden die großräumige Umleitung ignorieren und durch die Marktstraße fahren, monieren Bürger. Ein örtlicher Unternehmer habe eine Sondergenehmigung, sagt Groll. Ansonsten könne die Stadt, die über einen Hilfspolizisten verfügt, nicht eine permanente Überwachung der Strecke gewährleisten: „Und dann ist es wie immer im Leben: Wenn wir da sind, passiert nichts.“ Zumindest würden die Rathausmitarbeiter Verstöße melden, wenn sie diese sehen. „Aber ich habe das Gefühl, dass sich die Verstöße auch in Grenzen halten.“ Als Letztes äußert sich der Bürgermeister auf Nachfrage dieser Zeitung zum Verkehr, der nun durch Momberg und Mengsberg fließt: Eine Verkehrszählung habe ergeben, dass die Zahl an Fahrzeugen und Fußgängern nicht ausreichen würde, damit Hessen Mobil für die Zeit der Umleitungen in den Stadtteilen Fußgängerampeln aufstellt. „Stellen wir eine auf, müssen wir die Kosten auf die Anlieger der Bundesstraße umlegen - das halten wir nicht für angezeigt“, fasst Groll zusammen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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