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Der Hausdrachen muss klein beigeben

Quetschemustheater Der Hausdrachen muss klein beigeben

Das Quetschemustheater des Heimatvereins „Mein Dorf Betziesdorf“ lebt nach der Theaterzwangspause im vergangenen Jahr weiter. Das wurde bei zwei Vorstellungen deutlich.

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Da helfen auch keine „Herztropfen“. Barbara (Silvia Wege) muss bei Wendelin (Christian Weber) Abbitte leisten. Emilie (Manuela Meszaros) und Sixtus (Albert Metzger) schauen zu. Foto: Klaus Böttcher

Betziesdorf. Die Besucher im Dorfgemeinschaftshaus kamen an zwei Abenden auf ihre Kosten. Dafür sorgten die sechs Laienschauspieler mit dem Schwank „Herztropfen“, einem Dreiakter von Emil Stürmer.

Ein frischer Wind weht über die Bühne des Quetschemustheaters, denn man hat sich verjüngt. Nach der Zwangspause des vergangenen Jahres wollten die vier Frauen und zwei Männer unbedingt ein gutes Stück auf die Beine stellen. Das ist ihnen vortrefflich gelungen, denn die Besucher lachten oftmals lauthals, spendeten Szenenapplaus für die guten schauspielerischen Leistungen und klatschten am Ende begeistert und langanhaltend.

Inge-Rose Gimpel, die langjährige Leiterin des Quetschemustheaters, hat die Leitung in jüngere Hände gegeben. Die Doppelspitze bilden Tina Metz, die selbst mitspielte, und Isabel Zocher, die den Abend gekonnt und locker moderierte. Unter den Darstellern sind neben Urgesteinen andere, die gerade zum zweiten Mal auf den Betziesdorfer Bühnenbrettern standen. Manuela Meszaros lieferte eine gekonnte Bühnenpremiere ab.

Das Stück spielt in einer Wohnstube der 60er-Jahre. Dort sind die Eheleute Barbara (gespielt von Silvia Wege) und Wendelin (Christian Weber). Zum Haushalt gehören noch die Tochter Zilli (Tina Metz) und der alte Sixtus (Albert Metzger), der sehr zum Leidwesen der Hausfrau vertraglich abgesegnetes lebenslanges Wohnrecht genießt. Barbara hat in der Familie das Sagen und schimpft und schikaniert ihre Mitbewohner den ganzen Tag. Das geht so weit, dass Wendelin schon Mordgedanken hegt.

Dann taucht die Nachbarin Emilie Sauertopf (Manuela Meszaros) auf. Ihre hellseherischen Fähigkeiten sagen voraus, dass großes Glück ins Haus komme. Barbara glaubt ihr und kauft ein teures Los. Barbara spinnt nur noch vom großen Reichtum, was Wendelin und Sixtus den Plan schmieden lassen, dass es Sixtus ist, der eine Millionen gewonnen hat. Das Blatt wendet sich und Sixtus wird von Barbara und der Losverkäuferin umschwärmt, die ihn gar heiraten will.

Für Verwirrung sorgt der Auftritt des neuen Briefträgers Bruno, der sich unsterblich in Zilli verliebt. Sie erwidert die Liebe, sagt ihm aber, dass sie Barbara heißt, weil sie ihren Namen nicht mag. Ganz toll wird es als Bruno deshalb bei Wendelin um die Hand dessen Frau anhält.

Eifersüchteleien zwischen Barbara und Emilie um die Gunst des angeblichen Millionärs führen dazu, dass Barbara ihrer Kontrahentin das Los schenkt. Schlimm, dass das Los 100000 Euro gewonnen haben soll.

Am Ende klärt sich alles auf. Keiner hat etwas gewonnen, Zilli und Bruno werden heiraten und Barbara will ihrem Wendelin gut sein. Barbaras Herztropfen, die sie immer in großen Mengen konsumierte, stellen sich als Sliwowitz heraus.

Die Besucher belohnten die großartigen schauspielerischen Leistungen mit herrlichen Dialogen durch langanhaltenden Beifall. Hinter den Kulissen wirkten als Regisseurin Ulrike Steiner-Eckart, als Souffleur Marcel Barie, in der Maske Erna Ebert und Carola Göttig sowie als Techniker Ulrich Ebert. Weitere Unterstützung gab es durch Isabel Zocher und Silke Heck.

von Klaus Böttcher

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