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Der Gebetsraum ist bereits fertig

Bauprojekt Der Gebetsraum ist bereits fertig

Von vorne sieht das ehemalige "Gasthaus zu den Linden" noch wie früher aus. Das hintere Gebäude haben Moslems aus Kirchhain indes schon komplett umgestaltet.

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Aladin Büyükkol (von links), Iman Hasan, Saban Saban, Ibrahim Durmaz, Selahattin Yücel, Atilla Kahya, Ahmet Özkul und Halil Özen sind mächtig stolz auf den neuen Gebetsraum.

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Stück für Stück entsteht auf dem Gelände des ehemaligen „Gasthauses zu den Linden“ ein Gotteshaus. Das hintere Gebäude haben die Mitglieder des türkisch-islamischen Kulturvereins in Eigenleistung bereits größtenteils umgestaltet - der mit herrlichen türkischen Kacheln verzierte Gebetsraum der neuen Mevlana-Moschee ist bereits fertig.

Die Niederrheinische Straße 28 ist die neue Heimat von Kirchhains Moslems. Der alte Standort in der Borngasse sei zu klein gewesen, erklärt Schriftführer Iman Hasan. Die Gemeinde wuchs in den vergangenen Jahren von einst etwa 50 auf inzwischen 180 Mitglieder - besonders beim Freitagsgebet oder an großen Feiertagen überschritt die Zahl der Gläubigen die Kapazität der alten Moschee: „Wir räumten den Teeraum und andere Räume leer. Trotzdem fanden nicht alle Platz, und einige mussten draußen bleiben“, erinnert er sich an die Zustände.

Kultur mit den Mitmenschen leben

Dem wollten die Muslime entgegenwirken und machten sich auf die Suche nach einem neuen geeigneten Gebäude. „Wir wollten zentral bleiben“, sagt Ahmet Özkul, der zweite Vorsitzende und betont: „Wir wollen unsere Kultur leben - und das am liebsten mit unseren deutschen Mitmenschen zusammen.“ In direkter Nachbarschaft sei es am besten möglich, sich auszutauschen und näherzukommen.

Vor fünf Jahren hätten sie das erste Mal ein Angebot für das ehemalige Gasthaus abgegeben. Erst Versuch Nummer zwei vor etwas mehr als einem Jahr sei erfolgreich gewesen. Im Mai 2014 begannen die Muslime mit der Renovierung des hinteren Gebäudes - und setzten sie ohne Hilfe um. Handwerker aus allen Fachrichtungen in den eigenen Reihen zu haben, machte dies möglich, freut sich Hasan.

370000 Euro flossen bisher in das Projekt. Allesamt „regionale“ Spendengelder, betont Özkul und erklärt, dass es üblich sei, unter den Gläubigen zu sammeln - und zwar auch in benachbarten türkisch-islamischen Gemeinden. Das Miteinander und das gegenseitige Unterstützen sei üblich, sagt er.

Graffito in der Koranschule

Der Gebetsraum ist fertig, die Waschräume stehen kurz vor der Vollendung. Ein Raum, der für die Koranschule gedacht ist, wartet eigentlich nur noch auf Kinder und Jugendliche, die sich gemeinsam mit dem Imam mit dem Koran auseinandersetzen. Von der Wand strahlt ein aus arabischen Schriftzeichen bestehendes Graffito, das „Allah“ (der eine Gott) bedeutet.

An den Gebetsraum schließt sich ein Aufenthaltsraum für die Frauen der Gemeinde an. Die Grundsanierung ist bereits abgeschlossen - nur die Verzierungen fehlen noch. Ein Jugendraum befindet sich in Planung: „Die Jugendarbeit ist ein wichtiger Teil. Die Moschee soll mehr sein als religiöse Anlaufstelle. Wir möchten den Jugendlichen eine Möglichkeit geben für gemeinsame Veranstaltungen - und zwar nicht nur Jugendlichen muslimischen Glaubens, sondern allen Jugendlichen“, betont Hasan. Der Raum für die Männer soll als Letztes kommen. „Wir haben ja ein paar Ausweichmöglichkeiten“, wirft Özkul mit einem Lächeln ein. Im vorderen Gebäude befinden sich das Büro des Kulturvereins und einige Wohnungen, unter anderem die des Imams. Daneben steht ein Holzschuppen, der noch abgerissen wird. Dort soll sich später der von zwei Minaretten gesäumte Haupteingang der Moschee befinden. Wann genau das Projekt abgeschlossen werden kann, steht noch nicht fest. Zunächst müssen noch weitere 70000 bis 80000 Euro zusammenkommen - dann können die Muslime die nächsten Schritte angehen. Ist alles fertig, soll es eine Einweihungsfeier geben: natürlich eine interkulturelle.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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