Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Der Aldi-Ausbau kann weitergehen

Zoff Der Aldi-Ausbau kann weitergehen

Der Ausbau des Aldi-Marktes in Mardorf kann weitergehen, der Baustopp ist aufgehoben. Beide Entscheidungen vor Gericht fielen für die Amöneburger aus.

Voriger Artikel
550 Flüchtlinge leben bereits in den neuen Erstaufnahmeeinrichtungen
Nächster Artikel
Sporthallen werden zu Erstaufnahmeeinrichtung

Dem Ausbau des Aldi-Marktes steht nun nichts mehr im Weg.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mardorf. Die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen hat in beiden Verhandlungen, die sich um die Thematik drehten, sozusagen pro Amöneburg entschieden.

Die Stadt Homberg hatte gegen die zu Gunsten der Stadt Amöneburg ergangene Abweichungsentscheidung von den Zielen des Regionalplans Mittelhessen geklagt, da sie sich als Nachbarkommune von der damit zugelassenen Erweiterung des bestehenden Aldi-Markts in Mardorf um rund 200 Quadratmeter Verkaufsfläche in ihrer eigenen Versorgungsfunktion beeinträchtigt sah. Dies sah das Verwaltungsgericht anders und sprach sich später auch für die Aufhebung des einstweilig verfügten Baustopps aus.

„Wir sind sehr froh, dass dieser völlig unnötige Baustopp vom Tisch ist. Jeder, der sich etwas mit der Materie und dem Sachverhalt im Detail auskennt, konnte ahnen, dass die Stadt Homberg/Ohm nicht damit durchkommt, den wilden Mann zu spielen“, freute sich Amöneburgs Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und appellierte in Richtung Homberg, nun auch die Klage in der Hauptsache wegen geringer Erfolgsaussichten zurückzunehmen.

Die Weichen scheinen gestellt

Die Stadt hatte Aldi verweigert, auf der grünen Wiese in Homberg/Ohm zu bauen. Bürgermeister Bela Dören hatte einen Ausbau des Homberger Aldi-Markts in der Innenstadt bevorzugt. Der Discounter gab daraufhin seinen Standort auf und plante, den Markt in Mardorf auszubauen. Weil das Regierungspräsidium eine negative Empfehlung zu diesem Projekt aus Homberg ignorierte und beschloss, dass der Ausbau von „zentraler Bedeutung für die wohnortnahe Grundversorgung“ sei, reichte die Stadt hinter der Kreisgrenze Klage ein.

Dieses Verfahren ist noch offen - allerdings scheint das Verwaltungsgericht die Weichen mit seinen zwei Entscheidungen, die den einstweilig verfügten Ausbaustopp aufhoben, gestellt zu haben. Ob die Stadt Homberg die Klage zurückzieht, will Dören mit den Gremien entscheiden. Richter-Plettenberg jedenfalls rät zu diesem Schritt mit dem Hinweis, man mische sich nicht in fremde Angelegenheiten ein.

Er forderte die Nachbarstadt auf, „konsequent“ zu sein und die Klage in der Hauptsache zurücknehmen - nicht nur, um Kosten zu sparen, sondern auch, um ein Signal zu setzen im Hinblick auf das empfindliche gestörte interkommunale Miteinander: „Unsere beiden Kommunen haben so viele Gemeinsamkeiten und tolle Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit - zum Beispiel im Bereich des Tourismus rund um unser schönes Ohmtal.

„Verloren ist verloren“

Man sollte hier in Zukunft viel enger zusammen arbeiten“, sagte er - und griff sozusagen noch einmal eine Resolution der Stadtverordneten auf, die ebenfalls gen Homberg appelliert hatten, den Widerspruch gegen die Baugenehmigung zurückzunehmen, um statt auf das Gegen- auf das Miteinander setzen zu können.

Die beiden Beschlüsse des Verwaltungsgerichtes sind noch nicht rechtskräftig. Die Verfahrensbeteiligten können dagegen binnen zwei Wochen Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen - wozu es aber wohl nicht kommen wird. „Verloren ist verloren“, kommentierte Dören am Freitagnachmittag, der aber immer noch verärgert ist: „Die Problematik ist nach wie vor, dass Kommunen erpressbar sind, wenn Aldi einen vor die Wahl stellt, den Ausbau zuzulassen oder das Geschäft zu schließen.“ Wer auf seine Ansichten poche und es drauf ankommen lasse, ziehe im Vergleich zu denen, die sich auf die Verhandlungsweise des Discounters einlassen, den Kürzeren.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr