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Depro wirft offenbar Hut in den Ring

Stadhallen-Betreiber Depro wirft offenbar Hut in den Ring

Vier Wochen lang hatte die Stadt Stadtallendorf mit einem formellen Verfahren nach potenziellen Interessenten für den Betrieb der Stadthalle gesucht. Am Mittwochabend endete die Frist.

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Stadtallendorfs Stadthalle könnte einen kommerziellen Betreiber bekommen, bliebe aber in städtischen Händen. Foto: Rinde

Stadtallendorf. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte das Stadtallendorfer Stadtparlament beschlossen, das formelle „Interessensbekundungsverfahren“ einzuleiten. Bei diesem Verfahren ging es zunächst nur darum, auszuloten, ob entsprechend qualifizierte Unternehmen ein Interesse daran hätten, den Betrieb der Stadthalle zu übernehmen. Die Stadt hatte dabei bereits einige Grundkriterien vorgegeben.

Am Mittwochabend endete das Verfahren. Ein Interessent ist tatsächlich beim Magistrat der Stadt vorstellig geworden und hat das verlangte erste Konzept für die Übernahme des Hallenbetriebs vorgelegt. Dies erklärten gestern Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) und Fachbereichsleiter Freddy Greib auf Anfrage der OP.

Nach Recherchen dieser Zeitung deutet dabei alles auf das etablierte Unternehmen Depro Concert aus Gemünden (Wohra) hin. Weder die Stadt noch das Unternehmen wollten sich gestern allerdings dazu äußern. Bürgermeister Somogyi erklärte lediglich, dass es sich „um einen Interessenten aus der Region“ handelt. Im nächsten Schritt will die Stadtverwaltung zunächst formal klären, ob nach dem Ergebnis des Interessenbekundungsverfahrens noch eine Ausschreibung notwendig ist oder ob Gespräche über eine Zusammenarbeit unmittelbar beginnen können.

Depro kennt die Stadthalle seit ihrer Inbetriebnahmen, bucht die Halle regelmäßig für Konzertveranstaltungen und hat ohnehin eine besondere Beziehung zu Stadtallendorf. Das Gemündener Unternehmen etablierte seinerzeit die Open-Air-Konzerte im Herrenwald-Stadion. Zudem verfügt das Unternehmen bereits über eigene Betreiber-Erfahrungen. Depro managt das Rhein-Main-Theater in Niedernhausen.

Die Stadt hatte sich darauf festgelegt, möglichst zum 1. Oktober mit einem neuen Betreibermodell für die 13 Jahre alte Halle, gerne als „gute Stube“ bezeichnet, zu beginnen. Damit gäbe es einen reibungslosen Übergang. Denn im Herbst geht der bisherige Stadthallen-Manager aus der Verwaltung in den Ruhestand. Somogyi wie auch Greib halten dieses Ziel weiterhin für realistisch. Wenn sich Verwaltung und Interessent einig werden hätte das Stadtparlament das letzte Wort über die Vereinbarung.

Somogyi verspräche sich von einem wie auch immer gearteten Betreibermodell mit einem Unternehmen eine bessere Auslastung der Halle wie auch einen zusätzlichen Imageeffekt für die Stadt insgesamt. „Ich bin sicher, es käme zusätzliches Know-how in den Stadthallenbetrieb“, sagt Somogyi. Aktuell gibt Stadtallendorf jährlich rund 210000 Euro für den reinen Hallenbetrieb aus. Hinzu kommen Abschreibungen und natürlich Zinsen und Tilgungen für den Stadthallenbau.

Somogyi sprach gestern von einem „nicht uninteressanten Konzept“, das der Interessent vorgelegt hat, ohne in die Einzelheiten gehen zu wollen. Nun müssten Gespräche folgen, es sei denn, die Stadt wäre doch noch gezwungen, den Hallenbetrieb formal auszuschreiben, was bei einem einzigen Interessenten allerdings nur schwer vorstellbar ist.

Bereits beim Interessenbekundungsverfahren hatte die Stadt einige Punkte für einen Hallenbetreiber zur Bedingung gemacht. So soll die Stadthalle im Besitz der Stadt bleiben. Außerdem müsste ein Betreiber die Vereinsveranstaltungen berücksichtigen, die Stadt behielte sich ein Mitspracherecht bei Veranstaltungen vor.

von Michael Rinde

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