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Denkmalschutzpreis für Alte Schmiede

Freude in Schwabendorf Denkmalschutzpreis für Alte Schmiede

Am kommenden Montag vergibt der Landkreis Marburg-Biedenkopf zum zweiten Mal seine Denkmalschutzpreise. Zum dritten Mal wird ein Rauschenberger Projekt unter den Preisträgern sein.

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Kurt Rohde schmiedet das Eisen, so lange es heiß ist. Das kleine Foto zeigt die Alte Schmiede vor ihrer Restaurierung.
Archivfotos: Klaus Böttcher / Matthias Mayer

Schwabendorf. Die Wahl der Jury für den Denkmalschutzpreis 2014 fiel unter anderem an die Alte Schmiede in Schwabendorf. Die Schmiede wird vom Arbeitskreis für Hugenotten- und Waldensergeschichte als lebendiges Museum betrieben. Lebendig deshalb, weil Museumsschmied Kurt Rohde in dem gegenüber der Schwabendorfer Kirche liegenden Gemäuer an den Öffnungstagen die Esse anheizt und den Besuchern am Amboss die uralte Handwerkskunst des Schmiedens näher bringt.

Bereits 2013 hatten die Juroren zwei Rauschenberger Baudenkmäler mit dem Denkmalschutzpreis gewürdigt. Ein Preis ging an Kattens Hob in der Rauschenberger Kernstadt. Selbst der Denkmalschutz hatte das einsturzgefährdete Fachwerkgebäude, das einst der jüdischen Kaufmannsfamilie Katten gehörte, aufgeben. Helmut Nau und Markus Semmler nahmen die schwierige Herausforderung trotzdem an, bauten das Fachwerkhaus mit Hingabe und Liebe zum Detail nach historischem Vorbild wieder auf. Zudem richteten sie mit Fundstücken aus dem Haus ein ein kleines Museum über das frühere jüdische Leben ein.

Mit dem gleichem Enthusiasmus wurde das vor sich hin rottende Bahnhaus in der zu Ernsthausen gehörenden Wambach-Siedlung restauriert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Diesen Kraftakt stemmten die ehrenamtlichen Helfer des Vereins Aktive Störche Ernsthausen. Sie restaurierten das schmucke Gebäude, rekonstruierten den zugehörigen Abort, verlegten ein paar Meter Gleis, bauten Tische und Bänke auf und schufen so am viel befahrenen Wohratal-Radweg einen Rastplatz mit echter Eisenbahn-Atmosphäre.

Nun geht der Denkmalschutzpreis an die Alte Schmiede in Schwabendorf. Die Grundlage dafür schufen am 27. September 2011 die Rauschenberger Stadtverordneten, als sie einstimmig dem Ankauf den Ankauf der seit Jahren verwaisten Schmiede zustimmten. Der Kaufpreis: 14000 Euro - inklusive des kompletten Inventars. Letzteres gab den entscheidenden Impuls für die Kaufentscheidung, denn dank der vollständig erhalteten großen und kleinen Werkzeuge sah und sieht die Schmiede aus „wie vor hundert Jahren“, wie der damalige Bürgermeister Manfred Barth erläuterte. Die Gesamtkosten waren damals inklusive der Eigenleistungen durch die Mitglieder des Arbeitskreises für Hugenotten- und Waldensergeschichte auf 25000 Euro geschätzt. Die großzügige Förderung durch das Landesamt für Denkmalpflege (8000 Euro) und das Programm ,„Regionale Wertschöpfung und Lebensqualität“ machten das Kostenrisiko für die Stadt überschaubar.

Die Mitglieder des Arbeitskreises richteten das Gebäude wieder her. Sie beseitigten zunächst die strukturellen Probleme des Gebäudes an der Rückwand und an der Dachkonstruktion, um es dann innen wie außen aufzuhübschen, ohne den Charakter der Schmiede zu verändern.

Die Schmiede ist nun eine Art Außenstelle des großen Hugenotten- und Waldeneser-Museums im Daniel-Martin-Haus und wird parallel zu dessen Öffnungszeiten geöffnet.

Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich bezeichnete die Alte Schmiede gegenüber dieser Zeitung als Erfolgsgeschichte. Die direkt am Hugenotten-Wanderweg gelegene Schmiede ziehe viele Besucher an. Kurt Rohdes Schmiede-Workshops seien stets ausgebucht und zögen Teilnehmer aus allen Teilen des Landkreises an, sagte der Bürgermeister, der sich über die Auszeichnung für den Arbeitskreis und für die Schwabendorfer sehr freute.

Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow wird die Plakette am Montag, 19. Januar, um 15.45 Uhr an Ort und Stelle an den Arbeitskreis für Hugenotten- und Waldensergeschichte überreichen und bei dieser Gelegenheit die Alte Schmiede besichtigen.

von Matthias Mayer

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