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Fernwanderweg

Den Hugenotten auf der Spur

Aufmerksame Marburger haben die kleinen Aufkleber an den Laternenpfählen vielleicht schon bemerkt. Von der Elisabethkirche ausgehend weisen sie den Hugenotten- und Waldenserpfad bis nach Schwabendorf aus.

Gerhard Badouin, Vorsitzender des Arbeitskreis für Hugenotten- und Waldensergeschichte, präsentiert einen extra aufgestellten Pfahl mit Hinweissymbol in der Nähe von Bürgeln.

© Tanja Hamer

Marburg/Schwabendorf. Eine blaue Scheibe, darunter eine grüne Schlangenlinie – beides auf weißem Hintergrund. So sieht das Symbol aus, das Wanderern den Pfad von Südfrankreich nach Nordhessen weist. „In Italien und Frankreich ist die Markierung des Pfades schon fast durchgängig“, erzählt Gerhard Badouin, Vorsitzender des Arbeitskreis für Hugenotten- und Waldensergeschichte in Schwabendorf. In der Schweiz dagegen sei die Beschilderung noch lückenhaft, was unter anderem damit zusammenhänge, dass das Projekt mit EU-Mitteln gefördert werde.

Das Projekt, den ehemaligen Hugenotten- und Waldenserpfad auszuweisen und damit einen Fernwanderweg von insgesamt 1.800 Kilometern Länge zu schaffen, wurde in internationaler Zusammenarbeit seit 2008 entwickelt. Die Gestaltung des geschützten Logos ist nicht willkürlich erfolgt, sondern passend zur Geschichte: Die blaue Scheibe steht für die Abendmahlsmarke der Calvinisten, die sogenannte „Mereau“. Ein Original ist im Museum in Schwabendorf zu sehen. Blau wurde gewählt, weil es die für die Provence typische Farbe ist, erklärt Badouin. Die grüne Linie stehe für einen Weg und für Naturverbundenheit.

Entsprechend führen die meisten Wege durch Wald und Feld, nur ab und zu muss ein Ortsteile durchquert werden – beispielsweise in Bürgeln. In und um Marburg prangen die Schildchen seit April/Mai bereits an Laternen und Bäumen. Von Marburg bis Bürgeln hat die Stadt Marburg die Arbeit übernommen. Die Stadt habe eine enge Verbindung zur Geschichte der Hugenotten. Durch die Universität übte sie eine große Anziehung auf führende geistige Persönlichkeiten aus, darunter der Theologieprofessor Thomas Gautier und der Physiker und Mathematiker Denis Papin. Für die Glaubensflüchtlinge war Marburg Durchgangsort und zugleich Ausgangspunkt für ihre Ansiedlung in Oberhessen – von dort gingen Erkundungen nach geeigneten Ländereien und Siedelplätzen durch den Landgrafen Karl von Hessen aus.

von Tanja Hamer

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