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Dem Wasser mangelt es an Sauerstoff

Sanierungsprojekt II Dem Wasser mangelt es an Sauerstoff

Die Mitglieder des Angelsportvereins Wolferode sind stolz auf die Naturnähe ihrer Teichanlage. Doch die Natur holt sich Stück für Stück zurück und stellt die Angler so vor ein großes Problem.

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Die Anlage des Angelsportvereins Wolferode könnte idyllischer kaum sein. Die Vielfalt der Natur ist zu bewundern. Doch nun haben die Angler ein Problem: Ihr Teich muss entschlammt und der Deich erneuert werden.Fotos: Florian Lerchbacher

Wolferode. Idyllischer könnte die Teichanlage der Angler kaum sein: Sie liegt wunderbar am Waldrand in der Feldgemarkung von Wolferode, Libellen schwirren umher, Frösche quaken und Seerosen zieren die Wasseroberfläche. Es gibt Laich- und Flachwasserzonen und einen Amphibienteich. Am Teichrand stehen eine kleine Schutz- und Wanderhütte sowie zahlreiche Bänke und Tische, die zum Verweilen einladen. Immer wieder kommen Schulklassen und Kindergärten zu Besuch, um die heimischen Fischarten kennenzulernen und die Natur zu erforschen

Die Nähe zur Natur hat ihre Vorteile - aber auch einige Nachteile, wie die Angler 32 Jahre nach Bau der Anlage feststellen müssen: Der Damm des Teiches ist trotz ständiger Ausbesserungsarbeiten in die Jahre gekommen, so dass eine Sanierung unumgänglich ist, wie Vorsitzender Uwe Hoffmann berichtet. Außerdem haben die am Teichrand stehenden Pappeln über die Jahre hinweg tonnenweise Laub verloren, das im Wasser landete. Dadurch und durch die Sedimenteinführung durch den Hatzbach hat sich in dem bis zu 2,50 Meter tiefen Teich eine rund 50 Zentimeter hohe Schlammschicht gebildet, die dazu führt, dass sich besonders in den Sommermonaten die Sauerstoffauflösung im Wasser stark verringert. Die Angler installierten in der Mitte des Gewässers zwar einen Belüfter - für dessen Betrieb sie einen 700 Meter langen Stromkanal durch die Wiesen gelegt hatten. So verhinderten sie zwar größeren Schaden, mussten aber dennoch ein massives Sterben von Fischen und einem Großteil der Kaulquappenpopulation hinnehmen.

Projekt kostet 61000 Euro

Damit soll nun Schluss sein. Die Vereinsmitglieder holten sich Rat von Experten. Nun steht fest: Sie müssen den Teich entschlammen, um die Flora und Fauna zu retten. Dafür muss für fünf Tage ein Saugschwimmbagger anrücken, der rund 2400 Kubikmeter Schlamm abpumpt. Dieser soll dann auf Maisackern verteilt werden, da er als „Bodenhilfsstoff“ eingestuft ist. Im Zuge dieses Projekt wird dann auch noch der Deich saniert - standesgemäß naturnah. Dazu ist es notwendig, einen Teil der Fische zu entnehmen und dann das Wasser abzulassen. „Dabei wird sich erfahrungsgemäß der Fischbestand stark dezimieren, so dass wir zudem mit einem Neubesatz rechnen müssen“, betont Hoffmann, auf dessen Verein rund 61000 Euro an Kosten zukommen.

34 aktive, 2 passive und 11 jugendliche Mitglieder hat der Angelsportverein. Sie wollen und werden Eigenleistung einbringen - und dennoch bleiben 43000 Euro an Kosten übrig. 8000 Euro steuert die Obere Fischereibehörde bei, doch dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht: Den Rest müssen die Angler irgendwie finanzieren. Dabei hoffen sie massiv auf Spenden - die Suche gestaltete sich indes bisher schwierig.

Verein sucht Förderer

Anfang Oktober wollen sie loslegen, da gemäß Genehmigung der Unteren Fischereibehörde des Kreises ein Ablassen und Befüllen des Teiches nur zwischen dem 1. Oktober und dem 30. April erlaubt ist. „Und wir wollen den Teich im Frühjahr zum Eintreten der Krötenwanderung wieder befüllt haben“, betont Hoffmann, der auf finanzielle Unterstützung hofft - auf Rosen gebettet ist der Verein schließlich nicht. Viel eher hatte er immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen: Siebenmal wurde die Hütte aufgebrochen, im vergangenen Jahr stahlen Unbekannte rund 300 Forellen. Doch die finanzielle Belastung, die nun auf die Vereinsmitglieder zukommt, ist die größte bisher.

Kontakt zum Verein: Uwe Hoffmann, Telefon 06425/331, E-Mail hoffmann.wolferode@t-online.de

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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