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Dem Schock folgt der Schock

Drohanruf Dem Schock folgt der Schock

Zunächst wurde Sarah Kren am Telefon mit dem Tod bedroht, danach bekam sie von einem Polizisten einen falschen Rat - und fühlte sich zudem ruppig behandelt.

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Einer Halsdorferin wurde am Telefon mit dem Tod gedroht.
Themenfoto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Halsdorf. Für Sarah Kren war der Donnerstag vor zwei Wochen ein Tag zum Vergessen: Am späten Nachmittag bekam sie einen Anruf von einer ihr unbekannten Hamburger Nummer. Ein Mann, dessen Stimme sie noch nie gehört hatte, beschimpfte sie und schrie bei jeder Unterbrechung: „Halt die Fresse, jetzt rede ich.“ Doch es sollte noch schlimmer werden. Am Ende drohte er: „Ich komme nach Halsdorf in die Dingelstedtstraße und bringe Euch um.“

Als die Frau den ersten Schock überwunden hatte, wählte sie die Notrufnummer der Polizei. „Erst dauerte es ewig, bis jemand ranging. Letztendlich sprach ich mit einem sehr unfreundlichen Polizisten“, kritisiert sie. Er habe sie erschreckenderweise darauf hingewiesen, dass in ihrer Straße noch mehr Menschen wohnten - ob sie sich denn sicher sei, dass der Mann sie überhaupt finden würde. Dann habe er ihr noch geraten, die Hamburger Nummer zurückzurufen und zu versuchen, die Angelegenheit zu klären, berichtet Kren.

„Das sollte man unbedingt unterlassen“, zeigt sich Polizeisprecher Jürgen Schlick überrascht von dem falschen Hinweis seines Kollegen. Es sei Aufgabe der Polizei, sich um die Angelegenheit zu kümmern: Die Polizei prüft den Vorfall und leitet Ermittlungen ein, sollte ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt vorliegen“, erklärt Schlick den richtigen Weg.

Kren jedoch leistete dem Hinweis des Polizisten Folge, rief zurück und hörte die automatische Ansage, dass es keinen Anschluss unter der Nummer gebe. Auch eine Internetrecherche nach der Nummer brachte keine Ergebnisse. Den Rest des Tages habe sie in Angst verbracht, sagt die Halsdorferin. Zudem sei sie verärgert gewesen über die Behandlung durch den Polizisten - von dem sie eigentlich Verständnis und beruhigende Worte erwartet habe: „Ich dachte, das wäre mein Freund und Helfer.“

Inzwischen - nach Beginn der Recherchen dieser Zeitung - habe sich die Polizei bei ihr entschuldigt, zeigte sich Kren gestern versöhnt. Weitere Drohanrufe habe sie nicht bekommen. „Der von Frau Kren geschilderte Sachverhalt wird derzeit intern geprüft. Daher kann ich diesbezüglich momentan keine weiteren Angaben machen“, sagt Schlick über das weitere Vorgehen der Polizei in Bezug auf die geäußerte Kritik.

Ähnliche Drohanrufe gab es im Kreis nach Auskunft des Sprechers nicht. Zum Verhalten bei solchen Anrufen rät er: „Ruhig und besonnen bleiben, den Anrufer nicht provozieren. Nicht auf ein Gespräch einlassen und sofort auflegen. Vorhandene Informationen nach dem Gespräch notieren, zum Beispiel Hintergrundgeräusche, Inhalt des Gesprächs, Stimme, Akzent des Anrufers und natürlich die angezeigte Telefonnummer. Man sollte auf jeden Fall zeitnah die Polizei informieren.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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