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Deichsanierung beginnt in zwei Wochen

Schweinsberg Deichsanierung beginnt in zwei Wochen

Die von den Schweinsbergern lang ersehnte Sanierung des Ohmdeiches wird nach vielen Jahren Vorlauf noch in diesem Jahr Realität. In einer ­Sondersitzung will der Magistrat den Baubeginn am Freitag beschließen.

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Der Deich am Schweinsberger Moor soll ab dem 16. August saniert werden, die Bäume müssen dabei nicht – wie zum Teil im ursprünglichen Beschluss des RPs festgehalten – unbedingt erhalten werden. Im kleinen Bild: Blick vom Deich auf das Schweinsberger Schloss.

Quelle: Matthias Mayer

Schweinsberg. Im Ortsbeirat Schweinsberg präsentierten Bürgermeister Christian Somogyi sowie Klaus Hütten und Uwe Volz vom Fachbereich 4 (Planung, Bau und Umweltschutz) am Mittwochabend die Pläne für die Sanierungsarbeiten, die bereits am 16. August beginnen sollen.

Für diesen Zeitplan musste die Verwaltung Eile walten lassen. Am Mittwoch lag ein Vergabevorschlag für den Auftrag vor, die Ausschreibung war kurzfristig herausgegeben worden. Um welche Firma es sich handelt, verkündete Hütten jedoch noch nicht. Somogyi hat für heute eigens eine Sondersitzung des Magistrats anberaumt, um den Beschluss über den Baubeginn zu treffen.

Die Stadt gibt dabei 546000 Euro für die Baukosten frei. Insgesamt beläuft sich die Investitionssumme damit auf über 800000 Euro, erklärte Somogyi. Im ursprünglichen Budget waren 730000 Euro veranschlagt. Als Landeszuschuss sind bisher 100000 Euro zugesagt - die Stadt hofft jedoch noch auf eine Aufstockung dieses Betrages.

Somogyi legte Wert auf eine Abstimmung im Ortsbeirat. Als Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer bereits zum nächsten Tagesordnungspunkt übergehen wollte, warb der Bürgermeister um ein Votum für oder gegen die vorgelegten Pläne, nachdem die Deichsanierung in den vergangenen Jahren bereits für reichlich Diskussionsstoff gesorgt hatte. „Ich möchte schon ein grundsätzliches Wohlwollen vernehmen, bevor wir die Umsetzung beschließen“, sagte Somogyi. Die Ortsbeiratsmitglieder reagierten zunächst etwas zögerlich, stimmten dann aber einstimmig für die vorgelegten Sanierungspläne. „Ich bin froh, dass es jetzt endlich umgesetzt wird“, sagte Fleischhauer.

Biotop macht Änderungen im Bauplan nötig

Schon 2003 hatte es eine Deichbegehung gegeben, bei der erhebliche Mängel festgestellt wurden. Ein vertiefendes Gutachten bestätigte dies 2004. Über mehrere Jahre lag das Projekt aber auf Eis, erst 2011 gab es eine aktualisierte Planung. 2013 wurde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Aufgrund der angrenzenden Naturschutzgebiete gab es jedoch Schwierigkeiten in der Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Gießen (RP).

Einer der Knackpunkte ist der Eingriff in ein an den Wall angrenzendes Biotop - dort darf aus Naturschutzgründen eigentlich nicht eingegriffen werden. Für die Sanierung des Deiches muss jedoch ein Bauweg errichtet werden, der auch an dieser Stelle einen schmalen Streifen in Anspruch nimmt.

Beim ursprünglichen Planfeststellungsbeschluss aus dem August 2015 war das Biotop noch nicht als geschütztes Gebiet angesehen worden. Dieser Status wurde erst zu Beginn dieses Jahres bei der Ausführungsplanung festgestellt, was einen ­Ergänzungsbeschluss des RPs nötig machte.

Bäume dürfen nun doch gefällt werden

Ende Juni ging dieser ein, machte jedoch einige Änderungen in der Planung notwendig. Unter anderem kann ein ursprünglich geplanter Entwässerungsgraben an der Biotop-Seite nicht angelegt werden, was zu Befürchtungen einiger Anwohner führte. Somogyi, Hütten und Volz versprachen, im Ortsbeirat jedoch andere technische Möglichkeiten zu prüfen, um die an das Biotop angrenzenden Wehrwiesen nicht zum Überflutungsgebiet werden zu lassen.

Eine Änderung im Ergänzungsbeschluss dürfte die Schweinsberger jedoch freuen: „Ursprünglich hat die Naturschutzbehörde großen Wert darauf gelegt, die Bäume an der Moorseite zu erhalten. Es ist aber jetzt klar geworden, dass das schwierig sein wird“. Nach der jetzigen Vorgabe „dürfen die Bäume gefällt werden, wenn die Prognose für sie schlecht ist“, berichtete Volz. Fleischhauer hatte sich aus Sorge um die Undurchlässigkeit des Deiches bereits seit langem für das Fällen der Bäume eingesetzt.

Der neue Deich soll breiter und auch in etwa 50 Zentimeter höher als der alte sein. Das ­Ende der Arbeiten ist für Ende November vorgesehen.

von Peter Gassner

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