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David Koch modelt für Unternehmen rund um den Globus

Serie "Einer von hier" David Koch modelt für Unternehmen rund um den Globus

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Als Model in Mailand, Paris und New York die Laufstege erobern, Titelseiten von Magazinen zieren und von Werbewänden lachen. Für David Koch aus Niederklein ist das Realität.

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David Koch vor seinem Elternhaus im Stadtallendorfer Ortsteil Niederklein. Der 24-Jährige ist gerade für drei Monate als Model in New York.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Niederklein. Es ist eigentlich ein ganz normaler Tag für David Koch. Zum Shoppen ist der Niederkleiner mit seiner Freundin nach Frankfurt gefahren. Gemeinsam schlendert das junge Paar über die Zeil, trinkt einen Kaffee, schaut in Schaufenster. Shopping-Alltag.

„Dann wurde ich auf einmal von einer fremden Frau angesprochen“, berichtet Koch: Ob er modele, wird er gefragt. Nein? Aber er habe das perfekte Gesicht und genau die richtige Figur, erklärt die Agentin und fragt, ob sie Fotos von ihm machen dürfe. Sprachlos lässt David Koch sich fotografieren, fährt am Abend nach Hause und hat die Aktion tags drauf vergessen.

Eine Woche später klingelt sein Telefon. Die Agentin lädt ihn zu einem Gespräch in die Modelagentur ein. Mit seiner Mutter fährt er nach Wiesbaden, stellt sich in der Agentur vor – und sitzt eine weitere Woche später im Flugzeug nach Paris. Dort läuft er – nach mehreren Castings – während der Fashion Week als Model für den Modedesigner Thierry Mugler über den Laufsteg.

Das alles ist mittlerweile fünf Jahre her. Fünf Jahre, in denen David Koch sich einen Namen in der Modebranche gemacht hat. Fünf Jahre, in denen er rund um den Globus gearbeitet hat. Fünf Jahre, in denen er so viel erlebt hat, wie andere im ganzen Leben nicht.

Auf After-Show-Partys hat er Stars wie Pierce Brosnan, Leonardo DiCaprio und Lady Gaga getroffen. In teuren Designer-Anzügen ist er unter anderem für Jil Sander und Giorgi Armani über den Catwalk gelaufen. Einen Monat hat er in Mailand gelebt, zwei Monate in Brasilien, jetzt stehen drei Monate New York im Kalender. „Das ist schon auch anstrengend, keine Frage“, antwortet er: „Aber auch cool. Man trifft immer neue Menschen, lernt neue Kulturen kennen, sieht viel von der Welt.“

Anreise und Übernachtung bucht David Koch selbst

Doch nicht immer ist in dieser Welt auch Gold, was glänzt: „Es ist alles ziemlich spontan. Meist erfahre ich erst zwei bis drei Tage vorher von einem Termin, mal abgesehen von so langen Aufenthalten wie in New York“, berichtet der 24-Jährige. Zudem müsse man sich um Vieles selbst kümmern, beispielsweise Anreise und Übernachtung.

„Das übernimmt auch eine Agentur für dich, aber die buchen nicht unbedingt den günstigsten Flug und ziehen das dann hinterher wieder vom Verdienst ab“, erklärt Koch. Von daher buche er sich seine Flüge lieber selbst.

Und wie sieht es mit Neid, Missgunst und der Konkurrenz aus? „Männer modeln anders als Frauen“, hat der Niederkleiner festgestellt. Soll heißen: Sie bekommen weniger Geld, können dafür aber länger arbeiten, als es bei den weiblichen Models üblich ist. „Bei den Männern ist die Konkurrenz zwar auch groß, aber es herrscht weniger Missgunst und Neid“, so Koch: „Männer sind gönnerhafter – und im Umgang miteinander kumpelhafter.“

Wichtig ist, dass man sich selbst genug zutraut. „Ohne Selbstvertrauen läuft in dieser Branche gar nichts“, sagt er: „Wenn du bei einem Casting denkst, ,ich krieg den Job eh nicht, die sehen alle viel besser aus‘, dann hast du schon verloren und bist in dem Geschäft fehl am Platz.“ Dieses Denken sei besonders am Anfang schwierig, „ich musste es auch erst lernen“.

Ausstrahlung, Disziplin 
und Facettenreichtum

Gelernt hat David Koch in den vergangenen fünf Jahren enorm viel: „Es gibt Höhen und Tiefen, gute Monate und schlechte, aber man lernt daraus für die Zukunft.“ Doch all zu weit weg von der Gegenwart will der 24-Jährige noch gar nicht denken. „Ich genieße gerade mehr die Zeit, und plane, diese Arbeit solange zu machen, wie es gut läuft“, betont er.

Ausstrahlung, Facettenreichtum, Disziplin und Selbstvertrauen seien wichtig für den Job als Model. „Man muss auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – und ein bisschen Glück haben“, verrät er, während er nach dem Holzkreuz greift, das unter dem Hemd an einer Kette um seinen Hals baumelt. „Wichtig ist natürlich auch das Aussehen“, betont Koch, wobei er für sich darauf nicht so den Fokus lege.

Er halte sich ab und an mit einer Jogging-Runde fit, gehe hin und wieder ins Fitnessstudio oder mache im Hotel Liegestütze, wenn er unterwegs sei. „Du darfst ja auch nicht zu muskulös sein, sonst passt du in die Designer-Anzüge gar nicht rein“, ist seine Erfahrung.

Niederkleiner hat Fans rund um den Globus

Wenn er nicht arbeitet, fährt der BVB-Fan auch gerne ins Stadion nach Dortmund, um seine Mannschaft anzufeuern, trifft sich mit Freunden, geht ins Kino oder ins Schwimmbad. Unterstützt wird er in all seinen Aktivitäten von seinen Eltern und seiner Freundin. „Die stehen alle voll hinter mir. Und es ist immer auch hart, wenn ich meine Familie mehrere Wochen nicht sehe“, sagt er nicht ohne Stolz.

Fans hat der Niederkleiner übrigens rund um den Globus. Bei Instagram sind es rund 80 000 Fans, bei Facebook 10 000. Und obwohl er schon so viel erlebt und gesehen hat, hat der bodenständige, junge Mann noch Träume: Einer davon ist, einmal für Calvin Klein zu arbeiten. Egal in welcher Sparte. „Ob Jeans, Unterwäsche oder Klassik – alles wäre super“, erklärt David Koch. Dann ist wieder einmal Koffer packen angesagt, denn die nächsten Termine lassen nie lange auf sich warten.

David Koch ist natürlich in den sozialen Netzwerken aktiv. Weil es auch viele gefälschte Seiten gibt, hier die offiziellen Fan-Seiten: Bei Instagram: @davidkoch8; bei Facebook: davidkoch.official.fanpage.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

Einer von hier

Name:

David Koch

Geboren:
27. September 1991

Schule:
Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf, Alfred-Wegener-Schule Kirchhain

Was macht er jetzt?
Model

Kommt er noch vorbei?
Ja, denn er wohnt in einer kleinen Wohnung im Haus seiner Eltern.

O-Ton:
„In dieser Branche kommt es viel auf das eigene Selbstvertrauen an. Wer nicht an sich glaubt, ist im Model-Geschäft fehl am Platz.“

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