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Das "soziale Lernen" ist Gewinn für die Beteiligten

Projekt Das "soziale Lernen" ist Gewinn für die Beteiligten

Einen unterhaltsamen Nachmittag erlebten die Bewohner des Altenzentrums der Arbeiterwohlfahrt und ihre Gäste, als Georg-Büchner-Schüler sie besuchten.

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Den Senioren gefiel der Auftritt von Schülerin Chantal Junker, die zur Musik von „Candy Man“ durch den Saal wirbelte.Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Sonst geht Schüler Elias immer am Awo-Altenzentrum vorbei. An diesem Nachmittag jedoch durchschreitet er zum ersten Mal die Eingangstür und geht in den großen Speisesaal. „Ich finde es schön, dass wir das machen können“, sagt der 13-jährige Schüler, der die Klasse R 7b der Georg-Büchner-Schule besucht, und freut sich auf den Nachmittag, den er und seine Mitschüler für die Senioren gestalten. Ihm gefalle die „schöne Atmosphäre“, die im Altenzentrum herrsche, ergänzt er.

Den Bewohnern mit Tänzen, Geschichten und musikalischen Beiträgen eine Freude zu machen, das findet auch Thores Schlote schön. „So können sich die Bewohner an ihre eigene Kindheit zurückerinnern“, ist sich Turkan aus der G7b sicher. Esra findet es nicht leicht, vor Publikum den einstudierten türkischen Tanz aufzuführen. „Ich finde es gut, dass uns hier niemand ausgelacht hat“, sagt sie nach ihrem Auftritt.

Andere Jugendliche würden oft lachen, wenn sie tanze, erzählt sie. Im Altenzentrum sieht es ganz anders aus: Begeistert klatschten die Bewohner den Takt mit und belohnten jeden Auftritt der Schüler mit Applaus.

20 Schüler aus allen Zweigen verbringen einen Nachmittag in dem Altenzentrum - das ist Teil des „sozialen Lernens“, das mit zwei Unterrichtsstunden fest im Stundenplan des Jahrgangs 7 der Georg-Büchner-Schule verankert ist. Sie verteilen mitgebrachten Kuchen, füllen Kaffeetassen nach und haben ein buntes und abwechslungsreiches Programm mit Tänzen, Liedern, Vorlesegeschichten, Akrobatik und Klaviermusik vorbereitet.

Mit dabei ist Jahrgangsstufenleiterin Cornelia Gampe, die den Besuch mit Verantwortlichen der Einrichtung abgestimmt hat. „Von Anfang an fanden die Schüler die Idee, hierher zu kommen, super. Und was besonders außergewöhnlich ist: Sie zeigen null Berührungsängste“, freut sich Gampe.

„Die Schüler sind hier, um eine soziale Einrichtung kennenzulernen und ,soziales Lernen‘ zu lernen. Wie kann man das besser, als in einem Altenpflegeheim in der Nachbarschaft?“, erklärte Einrichtungsleiterin Hedwig Clasani während der Begrüßung.

Und das Konzept geht auf, wie sich im Laufe des Nachmittags zeigt. Um den Kontakt zu den Senioren zu intensivieren, laden die Schüler alle Senioren für den 5. Juni zum alljährlichen Schulfest ein. Dann wollen sie die Bewohner abholen und über das Schulgelände führen.

Auf den Besuch der Kinder hatte sich Bewohnerin Elena Bogdan schon besonders gefreut. „Ein bisschen Beschäftigung ist gut, und die schöne Unterhaltung eine gute Abwechslung zum Alltag“, erklärt die 67-Jährige. „Die Bewohner haben heute Nachmittag alle gelächelt - ich natürlich auch. Ich freue mich über die tolle Nachbarschaft“, fasst Clasani zusammen.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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