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„Das ist eine Katastrophe“

Schließung „Das ist eine Katastrophe“

Nach 22 Jahren stirbt ein weiterer Teil der Dorfkultur: Die Bäckerei in Bracht schließt, die Bürger sind enttäuscht. Doch es gibt auch Hoffnung.

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Luca Dersch steht vor der Bäckerei und beißt in ein Schokoladen-Croissant. Der Zehnjährige ist wie viele Brachter Bürger enttäuscht darüber, dass die Müller-Filiale am 1. August nach mehr als 20 Jahren schließt.

Quelle: Nadine Weigel

Bracht. Jeden Morgen kauft er ein paar Brötchen und eine Zeitung. Es verging kaum ein Tag in den letzten 22 Jahren, an dem Heinrich Löchel nicht zum „Brächter Bäcker“ ging. „Ich bin schon ewig Stammkunde, aber das hat ja jetzt leider ein Ende“, sagt der 70-Jährige und schüttelt den Kopf.

Ab Samstag, 1. August, muss Heinrich Löchel seine Brötchen woanders kaufen. Denn die Filiale der Müller-Bäckerei schließt. Die Aufgabe des Ladens begründet Heinz Georg Müller mit „zu wenig Zulauf.“ „Ich weiß, dass ich damit einigen Leuten auf die Füße trete, aber Bracht lohnt sich für uns einfach nicht mehr“, sagt Müller, der mehrere Filialen im Landkreis Marburg-Biedenkopf, Waldeck-Frankenberg und Gießen betreibt.

Mit der Schließung der Bäcker-Filiale gibt es in Bracht nur noch einen Laden für Gartendekoration und das „Brachtlädchen“, das zwar Eis, aber vor allem Geschenkartikel vertreibt. Ein Lebensmittelgeschäft gibt es gar nicht mehr. Der letzte, kleine Laden schloss bereits vor Jahren.

Doch zumindest in Sachen Brötchen gibt es bereits wieder Hoffnung. Gestern kündigte die in Halsdorf ansässige Bäckerei Bubenheim an, einen mobilen Verkaufswagen nach Bracht zu schicken. Dieser soll zusätzlich zu donnerstags nun auch dienstags ab 14 Uhr durchs Dorf fahren. Außerdem wird der Bäcker-Wagen jeden Samstag von 7 bis 10.30 Uhr auf dem Gelände der Firma Wolf stehen.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der OP.

von Nadine Weigel

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