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Das bestgehütete Geheimnis ist gelüftet

Karneval Das bestgehütete Geheimnis ist gelüftet

Das kommt selten vor: Als Neustadts neues Prinzenpaar die Bühne betritt, ist Michael Launer sprachlos. An der Seite von Prinz Jürgen I. (Ripken) steht Sabine II. (Launer), die Ehefrau des verdutzten VfL-Sitzungspräsidenten.

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Jürgen I. (Ripken) und seine eigene Ehefrau, Sabine II. (Launer), sind Neustadts neue närrische Herrscher.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Das wird nix heute Abend“, orakelt Michael Launer nach dem ersten Höhepunkt der VfL-Sitzung – soll aber letztendlich nicht Recht behalten. Doch der Sitzungspräsident ist schlichtweg verdattert: Nicht nur sein Komitee, sondern auch seine Ehefrau haben ihn in Sachen Prinzenpaar über Wochen hinters Licht geführt und Neustadts geheimstes Geheimnis vor ihm, dem Ober-Narren des VfL, tatsächlich geheim gehalten. Denn an der Seite von Prinz Jürgen I. (Ripken) – ein Gewerbetreibender aus Neustadt, – taucht Sabine I. (Launer) auf.

Die Prinzengarde beim Gardetanz.

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„Jetzt steh ich hier droben und seh ihn innerlich toben“, reimt die neue Prinzessin dann auch gleich in Richtung ihres Gatten, der langsam aber sicher die Situation verarbeitet.

„Ihr“ Prinz ruft derweil die Neustädter auf, nicht nur wegen Preisen für Tombolas bei ihm vorbeizuschauen, sondern auch, wenn‘s ans Einkaufen geht. Seine erste Amtshandlung: Um die Marktstraße zu beleben, macht er daraus eine Karnevalsmeile. Und der Firma, die in der Hindenburgstraße für die weiter andauernden Arbeiten zuständig ist, ruft das Prinzenpaar zu: „Habt Ihr nicht mal auf die Uhr geschaut? In der Zeit haben die Chinesen die Mauer gebaut.“

Prinzenpaar wird Finger in Neustädter Wunden legen

Schon jetzt ist klar: Sie werden in ihrer Amtszeit die Finger in Neustädter Wunden legen – was übrigens auch Volker Kessler als „Knappe vom Junker Hans“ macht, indem er den Bierpreis im Haus des Karnevals kritisiert.

Seine Mitmenschen aufs Korn nimmt indes Thomas Vietor als Chiquita Durst und berichtet zudem von einer Untersuchung, die besagt, dass Männer zehn Minuten nach dem Sex einschlafen: „Das ist gefährlich! Da sind viele von uns noch auf dem Heimweg!“

Eine herausragende Premiere als Redner gibt der 13 Jahre alte Pierre Enrico Busch, der „Alter Schwede“ von Lars Ruppel rezitiert – und zwar so, dass selbst der Marburger Poetry-Slam-Großmeister stolz wäre.

Unter anderem eine Hommage an den Imbiss vor dem Haus des Karnevals geben die Schnapsdrosseln (Michael Launer, Thomas Rückershäuser, Markus Müller, Bernd Reinhard und Clemens Gies) zum Besten.

Klaus Kuhn kündigt Rückzug an

Als Kunstrasen-Projekt-Motor Uwe Breuer will Launer dann gemeinsam mit VfL-Chef Wolfram Ellenberg (Thorsten Baum) einen verkopften Künstler (Alexander Schmeh) dazu bringen, eine den Neustädter Fußballern würdige Version von Schillers „Glocke“ darzubieten – und nimmt sich selbst noch auf die Schippe: Der städtische Mitarbeiter Launer sei „so ein Idiot“, dass ihm zuzutrauen sei, stundenlang den Kunstrasen zu mähen.

Tamara Lohse und Sabine Launer halten nach einem Ausflug in die Welt des Sports fest, dass ihnen ein Fässchen lieber ist als ein Sixpack. Heiko Börner sorgt in einem Quiz für Jubel, da er sich, um an der Reihe zu sein, rohe Eier an der Stirn zerschlagen muss. Zudem macht er Werbung für „Natur im Tetrapack“ (ohne Filter), während Alexander Schmeh „Alkoholpflaster“ anpreist.

Je zweimal auf der Bühne stehen die Prinzengarde (Showtanz-Motto: Russland) und die Garde des Frauenvereins (Thema: rund ums Klavier). Nur noch einmal vertreten sind die unter Nachwuchssorgen leidenden Feuerfunken – die zwar noch Hebefiguren, aber weitaus weniger Akrobatik als gewohnt zeigen. Das übernimmt dafür das Tanzpaar (Lea Keller, Malte Bürgermeister). Den größten Jubel ernten allerdings die Drei- bis Sechsjährigen der Kleinen Garde – mit Dennis Maroszan als Tanzmajor im Korb.

Eine Ehrung für 22 Jahre im Komitee geht an Klaus Kuhn, der dann für den traurigen Höhepunkt des Abends sorgt und seinen Rückzug mit 60 Jahren ankündigt – ein Alter, das er im August erreicht.

von Florian Lerchbacher

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