Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Das Ziel ist eine schwarze Null

Zwei neue Blitzer in Rauschenberg Das Ziel ist eine schwarze Null

Neue und ungewohnte Verkehrssituation in Bracht: Am Ortseingang aus Richtung Schönstadt wird zivilisiert gefahren. Der direkt an der Grundschule gelegene Straßenabschnitt wird nur noch selten als Rennpiste missbraucht.

Voriger Artikel
Abrissbagger stehen in den Startlöchern
Nächster Artikel
Kinder bauten sich im Todeslager ihre Brettspiele

Direkt vor der Grundschule Bracht bremst eine neue Blitzersäule den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt des Rauschenberger Stadtteils. In der Kernstadt wurde an alter Stelle in der Bahnhofstraße eine neue Säule zur Geschwindigkeitsmessung aufgebaut.

Quelle: Matthias Mayer

Bracht / Rauschenberg. Verantwortlich für die Befriedung der stark befahrenen Straße ist die Entscheidung der Stadt Rauschenberg, vor der Grundschule des Stadtteils auf eigene Rechnung eine Blitzersäule aufzustellen, die seit dem 10. Dezember ihren Dienst versieht. Seit diesem Tag gibt es auch in der Kernstadt wieder eine ständige Geschwindigkeitsüberwachung in der Bahnhofstraße.

Alter Blitzer brachte nicht genügend Einnahmen

Am gleichen Standort gab es bis zum Sommer 2014 dort eine Blitzersäule. Die erfüllte jedoch nicht die wirtschaftlichen Erwartungen der Firma German Radar. Weil die Einkünfte für das ostbrandenburgische Unternehmen an dem Standort zu gering ausfielen, wurde das Gerät demontiert. Auch die neue Säule in der Bahnhofstraße ließ die Stadt auf eigene Rechnung und eigenes Kostenrisiko aufbauen.

Die jährliche Leasingrate für die beiden Geräte beträgt laut Rauschenberger Haushalt 34200 Euro. Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) schätzt, dass die beiden Anlagen monatlich zusammen 220 bis 250 Mal auslösen müssen, um bei einem durchschnittlichen Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro kostendeckend zu arbeiten - einschließlich der Verwaltungskosten.

Im ersten Betriebsmonat wurde diese Messlatte mit 630 Auslösungen deutlich übertroffen. Der Bürgermeister weiß, dass dies nicht so bleiben wird. „Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit gehen die Fallzahlen deutlich zurück“, sagt der Kämmerer, der am Ende des Haushaltsjahres schon mit einer schwarzen Null zufrieden wäre.

Blitzer verringert Zahl der Tempo-Überschreitungen

Gleichzeitig zieht er schon jetzt ein positives Fazit. „Anwohner haben mir berichtet, dass an der Grundschule in Bracht anfangs ziemlich oft rote Blitze zu sehen waren, jetzt deutlich langsamer gefahren wird. Genau das wollen wir erreichen“, sagt der Bürgermeister.

Beim gestrigen OP-Besuch deckt sich Emmerichs Aussage mit der Wirklichkeit. Die Autofahrer passieren behutsam die Grundschule und dies in beide Richtungen. Ein Bleifuß-Kandidat ist auf der schnurgeraden Straße nicht unter ihnen. Dabei hatten dort Probemessungen im vergangenen Jahr noch erschreckend zahlreiche Geschwindigkeitsübertretungen ergeben.

Navis leiten viele ortsfremde über nicht ungefährliche Strecke

Auffällig sind das hohe Verkehrsaufkommen und die große Anzahl von Autos, die nicht in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Waldeck-Frankenberg zugelassen sind. Es sind die Navigationsgeräte, die den kurvenreichen Schleichweg über Schönstadt, Bracht und durch den Burgwald zu einer Hauptverkehrsstraße machen - auch für den Schwerverkehr. Wer beispielsweise aus dem Raum Cölbe/Ostkreis den Edersee als Fahrziel eingibt, wird statt über die Bundesstraße 252 genau über diese nicht ungefährlichen Straßen zwischen Schönstadt und Frankenberg geführt - mit hohen Belastungen für die Anwohner.

Insgesamt rechnet die Stadt Rauschenberg für das Haushaltsjahr 2015 aus der Geschwindigkeitsüberwachung mit Einnahmen in Höhe von 190 000 Euro. Dazu werden die beiden neuen Säulen nur einen geringen Beitrag leisten. Geld verdienen lässt sich allein mit dem dritten Rauschenberger Blitzer an der Bundesstraße 3 bei Josbach.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr