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Das Zauberwort heißt Inklusion

50 Jahre Das Zauberwort heißt Inklusion

Seit 50 Jahren unterrichtet die Förderschule der AWS lernbeeinträchtigte Kinder. Wenn ihr Konzept weiter Früchte trägt, wird dieser Zweig bald nicht mehr benötigt.

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Der Mädchenchor der Förderschule sang in Begleitung der Bläserklasse G5c. Zweigleiter Michael Graeser beschrieb den Wandel des Schulzweiges an der AWS.

Quelle: Yanik Schick

Kirchhain. Was man früher im Allgemeinen als Sonderschule deklarierte, heißt heute Förderschule. Diese formelle Umbenennung ist zugegeben kein besonders großer Durchbruch. Ein Blick hinter die Kulissen der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule zeigt allerdings: Dort hat sich in einem halben Jahrhundert deutlich mehr als nur ein Name ins Positive verändert. „Der Schulzweig ist vom Rand in die Mitte der Gesellschaft gerückt“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow während der Jubiläumsfeier fest. Zustimmung bekam er von Zweigleiter Michael Graeser: „Unser Weg führt immer mehr in die große Gesamtschule“, betonte er.

Förderzweig erfüllt Inklusionsziel

43 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 18 Jahren werden derzeit an der Förderschule in Kirchhain unterrichtet. Es handelt sich dabei um Schüler, die über einen längeren Zeitraum hinweg Schwierigkeiten mit dem Lernen haben, erklärte Graeser. Manche von ihnen besitzen auch eine körperliche Einschränkung.

Die Lehrer jedenfalls arbeiten in diesen Klassen kleinschrittiger und wiederholen gewisse Inhalte mehrfach. Sonderpädagogische Förderung heißt das Gesamtkonzept, unter dem die Kinder optimale Bedingungen für Schulbildung erfahren sollen.

Und das scheint Wirkung zu zeigen: 13 eigentliche Schüler der Förderschule sind inzwischen schon in die Mittelstufe der AWS aufgenommen worden. Der Förderzweig erfüllt damit das wichtige Inklusionsziel. „Es macht mich stolz zu sagen, dass bei uns alle Kinder willkommen sind und niemand zurückgewiesen wird“, sagte Schulleiter Matthias Bosse.

Blick in die Zukunft der Inklusion

Sollte sich der Trend fortsetzen und es in der Zukunft tatsächlich immer mehr Kindern gelingen, sich in der sogenannten „allgemeinen“ Schule zu etablieren, entwickelt sich der Förderschulzweig parallel zurück. „Vielleicht wird er irgendwann einmal als Abteilung in die Gesamtschule aufgenommen“, blickte AWS-Schulleiter Bosse schon einmal voraus. Für alle Beteiligten wäre es eine Wunschvorstellung, wenn die lernbeeinträchtigten Kinder im Sinne der Inklusion gemeinsam mit den lernfähigen Kindern zur Schule gehen können.

Zumindest musikalisch funktioniert das Zusammenspiel schon einmal fast tadellos. Während der Feier sang der Mädchenchor der Förderschule unter Begleitung der Bläserklasse G5c.

„Es ist wichtig, dass wir Inklusion in der Stadt voranbringen“, kommentierte Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner den Abend. Abschließend analysierte Prof. Dr. Dieter Katzenbach von der Goethe-Universität in Frankfurt die wirkliche Bedeutung von Inklusion und erklärte, wie sie im Alltag durchzuführen ist.

von Yanik Schick

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