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Das Vorbild heißt Wanfried

Kampf gegen Leerstand Das Vorbild heißt Wanfried

Rund 20 Häuser in der Rauschenberger Kernstadt sind derzeit unbewohnt. Gegen den Leerstand hat die Stadt bereits mehrere Aktivitäten entwickelt. Nun soll ein weiterer Baustein dazukommen.

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Bürgermeister Michael Emmerich, Andrea Hartmann und Dr. Bernhard Buchstab (von links) vor einer Kulisse, die zugleich für die Schönheit als auch für den teilweisen Verfall der Altstadt steht.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Die Stadt wolle die zum Teil denkmalgeschützten leerstehenden Häuser nun auch überregional vermarkten, erklärte Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) bei einem Pressegespräch im Rathaus. Als Beispiel dafür, dass dies funktionieren könne, nannte er die Stadt Wanfried. Die nordosthessische Kleinstadt liegt im Werra-Meißner-Kreis, der zu den strukturschwächsten Landkreisen Hessens gehört. Trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen gelang es der Stadt, rund ein halbes Dutzend leer stehender Fachwerkhäuser an Holländer zu verkaufen, die ihre neuen Domizile vorzugsweise als Altersruhesitze nutzen.

Überregionale Vermarktung kostet Geld, das die Stadt Rauschenberg mit ihrem noch immer defizitären Haushalt nicht hat. Um so erfreuter zeigte sich der Bürgermeister, dass das Landesamt für Denkmalschutz sich bereit erklärt habe, die überregionale Vermarktung zu übernehmen.

Dr. Bernhard Buchstab sprach für den Denkmalschutz von einem Projekt mit Modellcharakter. Es gebe im ländlichen Raum der Region einen großen Leerstand, dessen Ausbreitung durch den demografischen Wandel begünstigt werde. Es habe sich gezeigt, dass es in der Region für die leerstehenden Häuser noch nicht einmal ansatzweise eine ausreichend große Käuferschicht gebe. Als Beispiel nannte er die beiden Leerstands-Hotspots der Rauschenberger Altstadt. Weder für die Häuser mit geringen Freiflächen in der dichtbebauten Marktstraße noch für die Häuser mit großzügigen Grundstücken am Schlossberg fänden sich Käufer, sagte der Denkmalschützer, der ankündigte, die Immobilien in einem Umfeld zu bewerben, das die Schönheit und die Stärken der Stadt zeige.

Agentur soll Qualität der Stadt „verkaufen“

Eine vom Magistrat beauftragte Marburger PR-Agentur soll ein Konzept entwickeln, wie die Stärken Rauschenbergs über die Kreisgrenzen hinaus propagiert und die Stadt für Außenstehende anziehender gestaltet werden kann. Wie dies geschehen soll, müsse erst noch ausgearbeitet werden, sagte Andrea Hartmann von der Agentur. Sie kündigte jedoch an, dass das Rauschenberger Leitbild als „Familienstadt mit Herz“ zu einer festen Marke werden solle. Die Marke müsste sich Rauschenberg allerdings mit Frankenberg, Bayreuth und Buchholz teilen, die sich ebenfalls „Familienstadt mit Herz“ nennen.

Michael Emmerich kündigte an, dass das Konzept zum Herbst vorliegen und im kommenden Jahr in die Umsetzungsphase treten soll.

Dr. Bernhard Buchstab sprach von einem Versuch, mit neuen Instrumentarien etwas gegen den Leerstand in Rauschenberg zu tun, die Abwärtsspirale zumindest zu stoppen. „Im besten Fall haben wir Erfolg. Dann könnten wir dieses Konzept auch für andere Kommunen anwenden“, sagte der Denkmalschützer.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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