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Das Stadtallendorfer Prinzenpaar: Tanja und René

Zwei Musikliebhaber führen die Narren an Das Stadtallendorfer Prinzenpaar: Tanja und René

Am späten Freitagabend war das bestgehütetste Geheimnis der Stadtallendorfer Narrenwelt gelüftet. Prinzessin Tanja I. und Prinz René I. heißen die närrischen Hoheiten des FCKK.

So präsentieren sich Prinzessin Tanja I., ihr Prinz René I. und Page Tim, der standesgemäß kniend die Getränke reicht.

Quelle: Foto/Repro: Michael Feldpausch/FCKK

Stadtallendorf. In den Köpfen dieser beiden närrischen Häupter steckt viel Musik - und das ist schon mal eine von vielen guten Eigenschaften, die René I. und seine holde Prinzessin Tanja I. für ihre hohen Ämter qualifizieren.

Im wahren Leben heißen sie René Misar und Tanja Pietsch und sind auch privat ein Paar. Misar ist bekannt durch seine Musikschulen in Stadtallendorf und Kirchhain. Tanja Pietsch arbeitet als Erzieherin in Lollar, woher sie auch stammt. Fast elf Monate lagen zwischen ihrer Inthronisierung am gestrigen Freitag und ihrer Entscheidung dafür. Im Januar, beim Neujahrsempfang ihres FCKK, hatten sich die beiden schon entschieden. „Nein, das ist uns überhaupt nicht schwergefallen, uns dafür zu entscheiden“, sagt Prinz René I rückblickend.

Das neue Stadtallendorfer Prinzenpaar Tanja I. und René I. grüßen mitsamt der Vorsitzenden des FCKK Cornelia Prill (von links) Hofmarschall Michael Feldpausch, Page Tim, Hofdame Sabine Hentrich (re) und Prinzengarde.

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Spätestens da ist klar, dass bei beiden „Narrenblut“ durch die Adern fließt. Mehr als 25 Jahre lang fühlen sie sich dem Karneval verbunden. René Misar stammt aus Grünberg, kam vor 14 Jahren nach Stadtallendorf. Seine Prinzessin, mit der er in Burgholz lebt, hat ihre Wurzeln in Lollar-Ruttershausen. Gemeinsam sind sie auch beruflich unterwegs: An Wochenenden treten sie als Musikduo bei Feiern auf. „Wir sind beide Nachtschwärmer. Das kommt uns jetzt bei Beginn der Kampagne entgegen“, sagt Prinzessin Tanja I. Schließlich stehen den gekrönten Repräsentanten des FCKK in den nächsten Monaten rund 50 Termine bevor, die meisten natürlich ab diesem Januar, wenn die heiße Phase der Karnevals-Kampagne ansteht.

Standesgemäß haben die beiden eine Motto für ihre Zeit als Prinzenpaar: „Musik, Stimmung und Gesang.“ Das leuchtet ein. Und weil Musik beruflich und privat seit Kindheitstagen ihr Leben ist, hat das Prinzenpaar erstmals beim FCKK auch einen eigenen Song: Auf die Melodie von Helene Fischers „Atemlos“ singen sie „Prinzenpaar FCKK“. Beim Besuch der OP am Freitagmorgen bei ­ihnen zu Hause lief der Song natürlich auch. Eines sei verraten: Das Lied bleibt im Ohr, ganz so, wie es sein soll. Wie die zwei verrieten, gibt es noch einen zweiten Song. „Aber den werden wir erst während der Kampagne verraten“, sagt René I. Spätestens bei der großen Prunksitzung des FCKK am 31. Januar dürfte er erklingen. Auf diesen Termin freut sich das Prinzenpaar natürlich ganz besonders.

Es gibt noch eine weitere Neuerung: Der Hofstaat des Prinzenpaares ist größer geworden. Page Tim begleitet sie fortan auf all ihren Wegen, wenn sie als gekrönte Häupter von Narrenvolk zu Narrenvolk reisen werden. Der Page heißt mit bürgerlichem Namen Tim Fuchs und ist Freund und Nachbar der beiden in Burgholz. Gemeinsam ist die Idee entstanden - das ganze Team vom FCKK war begeistert. Der 37-Jährige arbeitet als Pilot bei der Lufthansa, sitzt am Steuerknüppel einer 747. Er wird sich darum kümmern, dass es den gekrönten Häuptern an nichts fehlen wird. „Natürlich reiche ich auch ein Gläschen Sekt, wenn es nötig ist“, sagt Page Tim. Und er habe dem Prinzenpaar auch erlaubt, ihm mal einen Tritt zu versetzen, wenn er zu langsam sein sollte. Das weisen Tina I. und René I. natürlich weit von sich, sie sind auf Frohsinn aus, ihr Narrenvolk einschließlich von Page Tim soll es natürlich gut haben. Alle drei verband am Freitagmorgen eines: das Lampenfieber vor dem ersten gemeinsamen Auftritt. Das Sitzungspräsidenten-Paar Christel Rohm-Naumann und ihr Mann Norbert wie auch Hofmarschall Michael Feldpausch, Hofdame Sabine Hentrich und FCKK-Vorsitzende Cornelia Prill kennen das Gefühl - und stehen natürlich bei. „Es ist etwas anderes, wenn man einen Abend musikalisch begleitet. Als Prinzenpaar stehen wir einfach im Mittelpunkt“, sagt der bühnenerfahrene Prinz René I.

Auf ihre erste Rede im Bürgerhaus Erksdorf hatten sich die beiden lange vorbereitet. Das Verfassen der Rede war dabei eher die Sache von Prinzessin Tanja. Das kreative Schreiben liegt ihr besonders im Blut. Eine Büttenrede wäre für sie auch keine große Hürde angesichts ihrer Karnevalsverbundenheit.

Trotzdem hat sie in den vergangenen Tagen angesichts der Prinzenpaar-Premiere schlechter geschlafen. Ihr Albtraum wäre ein Versprecher: „Ich hoffe, dass es mir nicht passiert, dass ich auf der Bühne mal das ,C‘ in unserem Vereinsnamen FCKK vergesse.“

Die närrischen Titel

Naturgemäß haben Adlige einen langen Namen, das ist auch bei Narren nicht anders:

Prinz René I , aus dem Grünberger Geschlecht derer zu Misar. Regent über die hofeigenen Musikschulen in Stadtallendorf und Kirchhain. Edler Musikant, Beherrscher der schwarz-weißen Tasten, Melodiegeber des Musikduos ­Tanja & René.

Ihre Lieblichkeit Prinzessin Tanja I : Aus der Dynastie im Hause Binsch von Lollar-Ruttershausen. Edle Comtesse über die Gesangskünste der Musikschule Misar. Hellklingende Singdrossel im hofeigenen Musikduo Tanja & René. Dompteuse der Stubentiger in der Prinzenresidenz, gefühlvolle Schutzpatronin der Kinder aus der Kita Abenteuer­kiste in Lollar.

Page Tim : aus dem bürgerlichen Geschlecht derer zu Fuchs im hessischen Ried, närrische rechte Hand des Prinzenpaares, über den Wolken schwebender Steuermann der Luftschiffe 747 und zwangsumgesiedelter Nachbar bei der Prinzenresidenz.

von Michael Rinde

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