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Das Schweigen am Pinkelbecken

Himmelsberger beziehen Narrencamp Das Schweigen am Pinkelbecken

Trotz einjähriger Pause: die Narren haben nichts verlernt: Die Freiwillige Feuerwehr hatte zur Faschingsparty geladen und so verwandelte sich das Dorfgemeinschaftshaus in das „neue Himmelsberger Narrencamp“.

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Ohne Worte: Der WC-Besuch der Himmelsberger Funken. Lioba Fabian (links) sowie Brunhilde Boland und Paul Kaufmann begeisterte in der Bütt. Fotos: Karin Waldhüter

Himmelsberg. Im vergangenen Jahr mussten die Karnevalisten wegen der Bauarbeiten am Dorfgemeinschaftshaus auf ihre Faschingsveranstaltung verzichten. Am Freitagabend brachten rund 120 närrische Besucher das „neue Himmelsberger Narrencamp“ zum brodeln, und zahlreiche Stimmungsraketen ließen die beschlagenen Scheiben im proppenvollen Saal klirren. Mit dem wohl längsten Schlachtruf der Karnevalsgeschichte eröffnete Sitzungspräsident „Musketier“ Arnulf Preis den närrischen Abend: „Himmelsberger Dorfgemeinschaftshaus, freiwillige Helfer, Förderverein, Stadt Kirchhain, ein dreifach donnerndes Helau!“

Die erste Rakete des Abends geht an die neu gegründete Gruppe „Himmelsberger Tanzmäuse“ die mit einem Gardetanz das Publikum verzückte. Mit schwarzer langer Mähne, dunkler Sonnenbrille und Glitzerhut steigt Ortsvorsteherin Lioba Fabian toll verkleidet in die Bütt und nimmt sich humorvoll dem Thema Erneuerungen an und hat auch gleich einen eigenen Vorschlag parat. „Wir gründen eine neue Partei Kaff - Karnevalisten fröhlich und frei, ja, das wär´ne schöne Partei. Die Gehälter wären frei zu wählen, die Faulenzer rausgeschmissen, dann könnte man wieder ruhig schlafen auf dem Kissen“.

Lachen ist beim Auftritt des Männerballetts „Himmelsberger Funken“ angesagt. Ganz ohne Worte, dafür aber mit umso eindeutigeren Gesten, begeistern Alfred Feußner, Reinhold Jennemann, Leo Falker, Manfred Schraub und Adrian Bader beim Sketch „Pinkelbecken“. Mit dem traditionellen Rentnergruß „Geh fort, ich hab‘ keine Zeit“ begrüßt der „Gleer Jung‘“ Christoph Grimmel das Narrenvolk. In wechselnder Kostümierung untersucht er als „Arzt“ die politische Lage und begeistert redegewandt und als Stimmenimitator.

Die Anzefahrer Tanzformationen „Sunshines“ und „Sweet Devils“ haben starke Darbietungen mitgebracht, und das Publikum verlangt lautstark nach einer Zugabe. Ohne einen zweiten Bauchtanz-Auftritt darf auch das Kirchhainer-Kolping-Karneval-Ballett den Saal nicht verlassen.

Der Höhepunkt des Abends ist der Auftritt von Brunhilde Boland und Paul Kaufmann als Ortsdiener und Bürgermeister. Zum 31. Mal stehen die beiden Urgesteine des Himmelsberger Karnevals gemeinsam auf der Bühne und nehmen gekonnt Himmelsberger Begebenheiten ins närrische Visier. „Ach, Herr Bürgermeister es ist so furchtbar trocken hier“, klagt Brunhilde Boland als Ortsdiener und antwortet auf die Frage nach einem Schnaps mit viel sagender Miene. „Ich hör‘ mich nicht nein sagen“ und das Publikum grölt vor Lachen. „Das Dorfgemeinschaftshaus ist ja nun fertig, jetzt gräbt der Willibald mit zwei Baggern seinen Garten um“, mutmaßt das Duo.

Als Schlümpfe verwandeln sich die Akteure des Männerballetts „Junggesellen und junge Ehemänner“ in Feuerwehrschlümpfe und Gymnastikschlümpfe, und das Männerballett „Himmelsberger Funken“ setzt mit einem Strumpfhosentanz den Schlusspunkt.

von Karin Waldhüter

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