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Das Rathaus steht nun im Märchenwald

Neue Figuren, neue Gebäude Das Rathaus steht nun im Märchenwald

Der Märchenwald ist um einige Attraktionen reicher geworden: 43 neue Märchenfiguren und vier neue Gebäude machen den idyllisch gelegenen Märchenwald noch attraktiver.

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Mit professioneller Unterstützung gestalteten Rauschenberger Grundschüler neue Figuren für den Märchenwald.

Rauschenberg. Im Rauschenberger Märchenwald gab es am Samstag gleich zwei Gründe zu feiern: Seit 20 Jahren wird der Märchenwald durch Klassenpatenschaften der Grundschule betreut, zahlreiche liebevoll gestaltete Märchenfiguren hielten Einzug und der Märchenwald wurde um vier neue Gebäude ergänzt.

Zu diesem Jubiläum hatten die Klassen 2 und 4b eine ganz besondere Überraschung vorbereitet. Ihre Lehrerin Martina Kattenborn hatte sie ermutigt, neue Märchenfiguren zu erarbeiten. Mit großem Eifer hatten die Kinder dann eigene Vorlagen gemalt. Mithilfe von Dr. AnneHoerder und Inge Eismann-Nolte, die die künstlerische Betreuung des Projektes inne hatten, und mit Unterstützung von Arnold Ziegler wurden dann viele Arbeitsstunden investiert, um die Schülerzeichnungen in Figuren umzusetzen und diese aufwendig zum Bemalen vorzubereiten.

Danach waren wieder die Schüler an der Reihe. Sie malten die großen Figuren geduldig und konzentriert mit Acrylfarbe an. Eine letzte Behandlung mit Bootslack machte die Figuren wetterfest. Vom nahegelegenen Waldspielplatz aus machten sich die Schülerinnen und Schüler in einer langen Prozession und mit ihren Figuren im Arm auf den Weg zum Märchenwald.

Oben angekommen nahm Frank Riedig, Vorsitzender des Kultur- und Verschönerungsvereins, die Gäste in Empfang und überraschte zunächst Mitglied Marianne Winter mit einer Würdigung und einem Blumengeschenk. „Seit 20 Jahren steht sie dafür, dass der Märchenwald so aussieht wie er aussieht“, dankte Riedig der pensionierten Lehrerin für die langjährige Betreuung des Märchenwaldes. Den Schülern sprach er genauso seinen Dank aus, wie den beiden künstlerischen Begleiterinnen und den „doppelten Wolfgangs“ Wolfgang Schäfer und Wolfgang Leckner.

Wolfgang Schäfer baute neue Gebäude

Wolfgang Schäfer hatte den Winter über viele Stunden Zeit damit verbracht, das Rauschenberger Rathaus originalgetreu nachzubauen und einen Rapunzelturm, das Stadttor und einen Ziehbrunnen aus Holz zu bauen. Zudem hatte er die Mühle restauriert. Die neu aufgestellten Häuschen wurden von den Besuchern besonders in Augenschein genommen und stießen, wie die liebevoll bemalten Märchenfiguren, auf viel Anerkennung. Schon Wolfgang Schäfers Großvater Konrad war vor über fünf Jahrzehnten mit dabei gewesen, als die ersten Häuschen entstanden waren.

Wolfgang Leckner hatte die Pflege der Häuschen übernommen und teilweise aufgearbeitet. Worte des Dankes richtete Riedig an die ehemalige Vorsitzende Anne Jannich, den Bauhof, der dafür gesorgt hatte, dass der Waldspielplatz bespielbar ist und an eine Reihe von Sponsoren und die vielen Helfer aus dem Verein. „Der Kultur- und Verschönerungsverein sieht es als seine Aufgabe an, für die Öffentlichkeit da zu sein und wir freuen uns, wenn wir öffentlich zeigen können, was wir das ganze Jahr über gemacht haben“, betonte Riedig mit Blick auf den schönen Märchenwald.

Bürgermeister Michael Emmerich erinnerte an die vielen Generationen von Kindern, die schon immer im Märchenwald ihrer Phantasie hätten freien Lauf lassen können. „Danke, dass alles aufgearbeitet wurde und weiter genutzt werden kann; auch, um hier am Märchenwald einen gemeinsamen Treffpunkt zu haben und gemeinsam etwas zu unternehmen“, erklärte er.

Bevor die Kinder schließlich ihre Figuren im Märchenwald aufstellten, erinnerte Marianne Winter daran, wie alles begann. Eigentlich habe die Betreuung des Märchenwaldes durch die Grundschule schon 1996 mit der damaligen Klasse 2b begonnen, erklärte die pensionierte Lehrerin. Beim „Waldfegen“ sei bei den Schülern das Interesse am Märchenwald erwacht. 1997 habe es dann nur noch einen Anstoß gebraucht und die Klasse, jetzt 3b, sei bereit gewesen mitzuarbeiten.

Bürger spendeten die ersten Figuren

Bei einem Besuch auf dem Bauhof und dem Reinigen der wenigen Figuren sei schnell klar gewesen, die Hausaufgabe für die nächsten Tage musste heißen: „Jeder bittet bei Nachbarn und Verwandten um Figuren-Spenden“. „Tatsächlich brachten die Schüler reiche Beute mit“, so Winter. Nachdem der Märchenplatz hergerichtet und Dank der Männer des Kultur- und Verschönerungsvereins die Häuser standen, seien die Figuren in einer langen Prozession zum Märchenwald gebracht worden. Damit war die Patenschaft besiegelt. Seitdem übergeben die Viertklässler feierlich die Patenschaft an die zukünftigen Erstklässler.

2008 wurde Marianne Winter pensioniert. Von ihr übernahm zunächst Lehrerin Anne Bendel und dann Martina Kattenborn die Aufgabe, mit den Schülern die Patenschaft weiterzuführen. Weitergefeiert wurde dann auf dem Waldspielplatz mit Bratwurst, Getränken und vielen Spielemöglichkeiten.

von Karin Waldhüter

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