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Das Nachrechnen hat sich gelohnt

Kindergartenkosten Das Nachrechnen hat sich gelohnt

Die Diskussionen, die die Gemeinde Wohratal ­immer wieder mit dem Kirchenkreisamt Marburg über die Abrechnung für die evangelischen Kitas führt, werden zu einer „unendlichen Geschichte“.

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Die Gemeinde Wohratal trägt die finanzielle Hauptlast für die beiden Kindertagesstätten der evangelischen Kirche.

Quelle: Archivfoto

Wohratal. Das Thema „Grundsteuererhöhungen“ ab dem nächsten Jahr war am Dienstagabend im Feuerwehrgerätehaus Hertingshausen schnell abgehandelt. Denn eigentlich war es nur die Bestätigung dessen, was das Gemeindeparlament mit dem Haushaltssicherungskonzept 2015/2016 bereits auf den Weg gebracht hatte. Diese Beschlüsse sind rechtlich bindend. Zum 1. Januar steigt die Grundsteuer A in Wohratal auf 355 Prozentpunkte. Die Grundsteuer B erhöht sich auf 390 Prozentpunkte.

Gemeinde sollte knapp 80.000 Euro nachzahlen

Brisanz lag im Tagesordnungspunkt „Abrechnung für die evangelischen Kindertagesstätten für das Jahr 2015“. Die Gemeinde hatte Ende Mai eine Abrechnung vom Kirchenkreisamt erhalten, laut der sie 78.831 Euro nachzahlen sollte. Das löste in der Gemeindeverwaltung mehr als Erstaunen aus. Ein umfassender Schriftverkehr zwischen Kirchenbehörde und Gemeinde folgte, vor allem, um die Gründe für dieses unerwartete Minus zu klären. Ein Element waren dabei gestiegene Personalkosten. Wie sich während des Klärungsprozesses zeigte, kamen auch Berechnungs- wie Übertragungsfehler bei der Abrechnung hinzu. Unter dem Strich, das sei vorweg gesagt, wird Wohratal nun rückwirkend 56705 Euro überweisen. Das ist das Defizit, dass die Gemeindeverwaltung am Ende selbst ermittelt und mit der Kirchenbehörde abgestimmt hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in Sachen Abrechnung Unstimmigkeiten zwischen Kirchenkreisamt als verantwortlicher Behörde und Gemeinde gibt. Diplomatisch kommentierte Dr. Gerhard Willmund: „Ich habe den Eindruck, dass das Kirchenkreisamt an der Aufgabe noch wachsen muss“. In der Sitzung des Gemeindeparlaments fielen aber auch Worte wie „unmöglich“ oder „eine unendliche Geschichte“. Wohras Pfarrer Hardy Rheineck gab Erläuterungen und brachte etwas mehr Licht in die Hintergründe. Die sind zum einen dem Kinderförderungsgesetz und den hochkomplizierten Abrechnungsmodalitäten geschuldet. Rheineck räumte aber auch die Abrechnungsprobleme ein. Es habe Mängel gegeben, die behoben worden seien. „Es ist nicht gut, dass solche Fehler passieren“, sagte der Wohraer Pfarrer. Das Gemeindeparlament nahm die Nachzahlung am Ende einstimmig zur Kenntnis.

Keinen Widerspruch gegen neuen Zweckverband

Rheineck informierte außerdem über den neuen Zweckverband Kindertagesstätten. Der Pfarrer ist kommissarischer Geschäftsführer gemeinsam mit einem Betriebswirt. 10 von 14 Kitas des Kirchenkreises Kirchhain sind zum 1. Januar in den Zweckverband eingebunden (die OP berichtete). Zwei Dinge hob Rheineck dabei hervor: „Die Bindung aller Kindertagesstätten an ihre Gemeinde bleibt bestehen“.

In der inhaltlichen Arbeit ändert sich also nichts. Zugleich sollen die Verwaltungskosten durch den Zweckverband nicht steigen. Das Gemeindeparlament nahm die Zweckverbandsgründung ohne weitere Debatte anschließend zur Kenntnis. Im September hatte es zunächst harsche Kritik an der Informationspolitik über diese Umstrukturierung gegeben (die OP berichtete). Die beiden Kindertagesstätten in Wohra und Halsdorf werden künftig über den neuen Zweckverband verwaltet werden.

von Michael Rinde

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