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Das Los entscheidet über den Sieg

Kreisleistungsübung der Feuerwehren Das Los entscheidet über den Sieg

Löscheinsatz und Menschenrettung demonstrierten 20 Mannschaften am Samstag bei der Kreisleistungsübung in Kirchhain. Die ersten beiden Plätze belegten Mannschaften aus Ebsdorfergrund-Dreihausen.

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Von einer Steckleiter aus „löschte“ dieser Teilnehmer einen angenommenen Brand. Fotos: Yanik Schick

Kirchhain. „Feuer aus“, ruft einer der Feuerwehrleute über den Kirchhainer Festplatz - er gibt damit ein Zeichen der Entwarnung, das den knapp zehnminütigen Übungseinsatz für seine Truppe beendet. Zu beneiden sind die Männer und Frauen, die zu diesem Zeitpunkt in ihren schweren Anzügen durch die pralle Sonne spurten, wahrlich nicht. Doch der Ansporn für die insgesamt 20 Mannschaften ist groß: Zum einen simuliert die Kreisleistungsübung den Ernstfall, weshalb jeder der Feuerwehrleute unter Beobachtung beweisen möchte, dass er dafür gut gerüstet ist. Zum anderen geht es aber auch um den begehrten Kreismeistertitel. Und weil die Seriengewinner aus Momberg diesmal nicht vertreten sind, haben sich die Chancen auf Platz eins für alle anderen noch einmal erhöht.

Die Feuerwehr aus Dreihausen beispielsweise ist mit großen Ambitionen angereist - gleich fünf Mannschaften versuchen sich im Laufe des Vormittags an dem Parcours. „An der Spitze entscheidet ein Wimpernschlag“, weiß der stellvertretender Wehrführer Jürgen Eucker aus Erfahrung. Seine Schützlinge haben sich deshalb im Vorfeld noch einmal besonders vorbereitet. Im vergangenen Jahr kam eine der Dreihäuser Mannschaften auf Platz zwei - hinter Momberg. Mindestens dieser Platz soll es auch in diesem Jahr wieder sein, denn die ersten beiden qualifizieren sich für den Regionalentscheid, der diesmal ebenfalls in Kirchhain stattfinden wird. Wie das Ergebnis zeigte, waren die Dreihäuser Anstrengung im Vorfeld nicht vergebens.

Und dann geht es auch schon los: Eucker ist jetzt in seinem Element, gibt klare Anweisungen an seine Leute. Die müssen zunächst einmal vom Feuerwehrauto aus über den Festplatz sprinten und Schläuche ausrollen. Am anderen Ende des Platzes steht eine Tür, hinter der es - so das vorgegebene Szenario - in einem Wohnhaus brennt. Die Feuerwehrleute müssen nun vorsichtig die Tür öffnen und eine Puppe, die in dem imaginären Haus eine bewusstlose Person darstellt, nach draußen bringen. Danach kann und muss gelöscht werden: „Wasser marsch“, ruft der vorderste Mann, mittlerweile mit dem Schlauch fest in beiden Händen - und als das Wasser läuft, spritzt er auf drei Fallklappen. Damit ist der Einsatz aber noch nicht vorbei: die Brandschützer müssen jetzt zurück zu ihrem Fahrzeug eilen, eine Leiter holen und sie auf einem kleinen Gerüst aufstellen. Ein Feuerwehrmann steigt daraufhin nach oben und schießt erneut mit dem Wasserstrahl drei Fallklappen um. Auf diese Art üben die Wehren, einen Brandüberschlag - also die Ausbreitung eines Feuers - zu verhindern.

Unter den strengen Augen mehrerer Schiedsrichter laufen die einzelnen Übungen ab. Sollten die Teilnehmer einen Fehler machen oder ihren Zeitrahmen nicht einhalten, gibt es Punktabzüge. Die Punktzahl wird schließlich addiert mit dem Ergebnis des theoretischen Teils.

Erst Theorie, dann Praxis

Bereits am Morgen haben die Feuerwehrleute dazu Fragebögen ausfüllen müssen, in denen Grundlagen eines Löscheinsatzes behandelt wurden. „Im Endeffekt kommt es heute auf drei Dinge an: Man muss Teamarbeit zeigen, schnell sein und sein Handwerk beherrschen“, fasst Stephan Schienbein, der Pressesprecher des Landkreises und Kreisbrandmeister, zusammen. „Die gestellten Aufgaben kommen einem realistischen Einsatzgeschehen sehr nahe und decken fast alle Herausforderungen ab, die uns bei einem Wohnungsbrand begegnen können“, sagt Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.

Bei der Siegerehrung stehen schließlich zwei Dreihäuser Mannschaften punktgleich vorne. Das Los ermittelt zwischen ihnen den Sieger. Dritter wird die Wehr aus Beltershausen.

Gastgeber der Leistungsübung war wieder die Kirchhainer Feuerwehr, die im Anschluss zu ihrer Fasspartie einlud.

Platzierungen

Folgende Platzierungen der Mannschaften teilte die Kreisverwaltung mit: 1. Dreihausen 5 (nach Losentscheid), 2. Dreihausen 4, 3. Beltershausen, 4. Rauischholzhausen, 5. Dreihausen 2, 6. Kirchhain-Groß-/Kleinseelheim, 7. Marburg-Michelbach, 8. Stadtallendorf-Mitte 1, 9. Hachborn, 10. Niederwalgern, 11. Stausebach, 12. Stadtallendorf-Mitte 2, 13. Dreihausen 3, 14. Betziesdorf, 15. Roßberg, 16. Anzefahr, 17. Dreihausen 1, 18. Niederwald. 19. Roßdorf und 20. Biedenkopf-Mitte.

von Yanik Schick

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